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Mein Leben in 6 Worten:

Klein beigeben ist was für andere.

 

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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Stapeleien

Genau....



Eigentlich wollte ich hier ein paar schöne Gedanken zum Jahreswechsel formulieren, wie ich es eigentlich kann, wie sie auch schon ein bisschen in meinem Kopf sind, so Worte, die berühren.

Aber meine Kinder sind anderer Meinung und glänzen durch herzlich wenig Besinnlichkeit, sondern nur durch die üblichen Streitereien und Kreischereien, sodass ich hier kaum einen klaren Gedanken fassen kann. Das ärgert mich, lässt sich aber einfach nicht ändern. Auch wenn mir sehr bewusst ist, dass es nicht an den Kindern liegt, sondern daran, dass ich diese Reize nicht wegfiltern kann, nervt es manchmal gewaltig.
Tagsüber komme ich selten zum Schreiben, wie ich möchte, weil hier drin der Bär tobt und ich mich nicht konzentrieren kann - und abends kann ich mich nicht konzentrieren, weil ich müde bin. Für ein "bisschen" bloggen reicht es grad so eben, aber meine Mails bleiben ebenso ungeschrieben wie vieles andere.

DAS empfinde ich eigentlich als den mühsamsten Aspekt des ADD - dass ich nicht steuern kann, wieviel ich aufnehme und ständig mit völlig unwichtigen Geräuschen und Reizen überflutet werde. Manchmal kann ich damit ganz gut leben, aber manchmal macht es mich wahnsinnig, ständig unter Starkstrom zu stehen.
Dann reagiere ich gereizt, explosiv - und darauf reagieren die Kinder und sind erst recht lärmig und knatschig - und schon dreht sich die Spirale wieder....
Viel zu oft tue ich ihnen dann unrecht, obwohl ich das gar nicht will. 
Doch es ist so schwierig, immer wieder neben sich zu stehen und bei allen möglichen Kleinkramsituationen entscheiden zu müssen, ob etwas wirklich so laut/nervig/wild/stressig ist - oder ob das nur in meinem Kopf so ankommt. So anstrengend, alles dauernd zu hinterfragen.....

Manchmal frage ich mich, wie ich das früher gemacht habe....
...und weiss doch die Antwort : früher habe ich mich nicht hinterfragt, sah nicht die Diskrepanz zwischen der Realität und meiner Wahrnehmung.
Heute sehe ich sie, aber ob das nun so viel besser ist???

 

 

Jac 31.12.2003, 12.59 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Es wird bald besser...



 

Bald wird es besser werden, bald haben wir das geschafft, bald liegt dies hinter uns  - und dann wird es bestimmt leichter und ruhiger...

Seit Wochen, Monaten, Jahren lebe ich mit diesen Gedanken im Kopf, richte mich daran auf, dass es irgendwann auch wieder einfacher wird, dass weniger Termine und Arbeit auf mich einprasseln. Wenn ich kaum mehr mag, dann treibt mich diese Hoffnung vorwärts, dass es irgendwann besser wird.

Im stillen weiss ich leider nur zu genau, dass es so nie sein wird. Irgendwas ist immer...
Nun ist es an sich logisch, sich den geänderten Verhältnissen anzupassen und einerseits Abstriche zu machen und andererseits akzeptieren, dass es ist, wie es ist.
Aber ich kann das nicht.
Ich möchte zwar ganz gern mich locker in mein anstrengendes, chaotisches, überfülltes Leben einfügen. Ich weiss auch, dass ich es vielleicht schon könnte.
Doch ich frage mich, ob das der richtige Weg ist.
Einfach kämpfen, bis zum Umfallen, voller Hoffnung, dass es irgendwann besser wird?
Oder einfach damit abfinden, dass es so bleibt?
Das eine ist mir zu anstrengend, verlangt mir zuviel ab, mehr als ich geben will.
Das andere scheint mir so resigniert, so hoffnungslos.

Ich pendle je nach Tagesverfassung zwischen beiden Extremen hin und her und wundere mich dann manchmal, warum ich kaum gelassen sein kann. Das ständige Auf und Ab meiner Gefühle macht mich zusätzlich fertig. Manchmal fühle ich mich wie ein Hamster im Laufrad, immer vorwärts, immer in Bewegung - und doch komme ich nicht voran. Scheint mir.

Heute geht es mir nicht besonders gut damit - nur darum kann ich es formulieren, meistens verbiete ich es mir, darüber nachzudenken, weil es mich noch mehr runterzieht... Verdrängung funktioniert manchmal, aber auch nicht immer - und manchmal überhaupt gar nicht. Warum kriege ich eigentlich immer die volle Ladung Leben ab? Warum muss ich eigentlich jede Erfahrung wirklich selber machen, die man sich nur vorstellen kann? Ich weiss, dass ich viel Kraft habe - aber ich verstehe nicht, dass das immer dermassen ausgereizt werden muss vom Leben, vom Schicksal.

Statt meine Energie dafür aufzuwenden, neue Wege zu beschreiten, bin ich so gefangen im Alltag und seinen Pflichten, dass mir wenig Raum bleibt, Dinge zu überdenken, also mache ich sie wie immer.

Manchmal nervt es mich einfach nur noch. Alles.

 

 

Jac 30.12.2003, 21.04 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die Sache mit den Weihnachtskarten



Dieses Jahr habe ich mir fest vorgenommen, wirklich allen eine Karte zu Weihnachten zu schreiben, die mir am Herzen liegen und zu diesem Zweck in einer kleineren Einkaufsorgie viele schöne Karten mit wunderbar weihnachtlichen Motiven und Texten erworben.

Weihnachten sind vorbei, einige Karten habe ich dieses Jahr wirklich geschrieben und pünktlich (!) zur Post gebracht, viel zu viele habe ich vergessen - und nun stapeln sich neben meinem Bildschirm die unbeschriebenen Karten mit verschiedenen Sujets.

Und auch da kann ich sagen :
*Alle  Jahre wieder...*

...wandern die überflüssigen Karten in die sehr grosse Schublade hier an meinem Arbeitsplatz, wo sie sich dann zusammen mit den überflüssigen vom letzten und vorletzten Jahr und allen Jahren überhaupt tummeln, friedlich vereint in einem Chaos, welches auf der nach oben offenen Stapel-Skala locker die Stärke 7.4 erreicht....

Theoretisch hätte ich nun fast ein Jahr Zeit, die Schublade aufzuräumen und zu sortieren ( ich liebe dieses Wort!), um dann nächstes Jahr auf diesen grossen Fundus zurückgreifen zu können.

Auf der anderen Seite - wenn ich sie lange genug unsortiert aufbewahre, dann erreichen sie vielleicht ja irgendwann Raritätenwert und ich werde reich damit ;-)

 

Jac 29.12.2003, 21.32 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Identitaetskrise als Chance



Die letzten  Monate waren geprägt von meiner zunehmenden Unfähigkeit, Strategien aufrechtzuerhalten, die ein Leben lang funktioniert haben. Mit dem Bewusster-Werden, warum ich die Dinge tue, wie ich sie tue, wurde es mir unmöglich, sie weiterhin so zu tun, auf dem Weg zur Perfektheit.
Gleichzeitig stieg der psychische und auch physische Druck auf mich durch die Erkrankung des WBE, die Ungewissheit, die irrealen und realen Ängste, die zusätzliche Belastung durch  Mehrarbeit, all das zehrte an mir.

Nun stehe ich hier :
die alten Strategien funktionieren nicht mehr und neue habe ich noch nicht.
Doch das erste Mal seit Wochen empfinde ich das nicht mehr nur als Last, sondern als Freischwimmen von eingefahrenen Wegen.

Nun weiss ich, dass es nicht mein Weg ist, eine brave Farmersfrau zu sein, beständig und perfekt, organisiert und ausgeglichen.

All das, was ich nun ein halbes Leben lang  versucht habe, unter der Maske des Perfektionismus zu verstecken, das Chaotische, das Sprunghafte, das Überfliegerische - das macht mich aus. Der Versuch, etwas darzustellen, was ich nicht bin, ist mir zwar ausserordentlich gut gelungen, aber es kostetete mich mehr Kraft, als ich hatte - und jetzt möchte ich sie nicht mehr haben.

Und genau das, was einerseits meine Schwächen sind, sind gleichzeitig auch meine Stärken.
Mag sein, dass mein übergrosses Aufnahmevermögen mich unfähig macht, mich in grossen Menschenmassen in Smalltalk zu üben - aber gleichzeitig befähigt mich das, komplexe Sachverhalte einfach aufzunehmen, feine Schwingungen des Zwischenmenschlichen zu spüren, manchmal sieben Dinge gleichzeitig zu tun.
Meine hunderttausend Ideen führen zwar dazu, dass es in diesem Haus von angefangenen und nie fertig gemachten Dingen wimmelt - aber gleichzeitig gibt es auch viele Dinge, auf die ich sonst gar nicht gekommen wäre.
Mag sein, dass ich manches nur unter (Zeit)Druck erledigen kann - aber ist das nicht egal, solange es am Schluss fertig und gut ist?

Viele solche Gedanken rasen durch meinen Kopf und ich begebe mich auf einen Weg, wo ich nicht weiss, wo er mich hinführt. Es wird kaum so sein, dass ich für andere Menschen plötzlich ein komplett anderer Mensch bin, die Änderungen sind in mir drin. Genau wie auch mein Chaos nur in mir drin ist und eigentlich schon immer war, nach aussen galt ich als sehr zielstrebig und organisiert - und zwar so sehr, dass ich das selber auch geglaubt habe.

Es fiel mir anfangs schwer, mir einzugestehen, dass ich mir etwas vorgemacht habe - doch unterdessen sehe ich es als grosse Chance, frei zu werden.
Frei von übermenschlichen Ansprüchen an mich selber.
Frei von blockierenden Verhaltensweisen.
Frei von aufgepflanzten Gedankengängen.
Frei, ich zu sein.

 

Jac 28.12.2003, 12.13 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Weihnachtsgeschenk :-)



Was mir mein Mann zu Weihnachten geschenkt hat :



Dieses Weblog, für ziemlich lange Zeit ;-)
Weil man aber eine Internetseite so schlecht einpacken kann, hat er mir dieses Rätsel stellvertretend eingepackt -

erwähnte ich schon mal, dass mein Mann einfach geniale Ideen hat?

Jac 25.12.2003, 09.50 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

*hmpf*



Einen schönen langen Beitrag mit vielen nachdechdenklichen Dingen drin, habe ich soeben versehentlich mit einem falschen Klick ins Datennirwana befördert. Es ging darin um zwanghaften Perfektionismus, der mich begleitet und den ich gar nicht mehr haben will.
Nun habe ich zwei Möglichkeiten :
a) ich zerfleische mich für meine Blödheit und rekonstruiere den ganzen Beitrag so perfekt wie möglich
oder
b) ich nehme mich bei der Nase und mache mir nicht das Leben schwer beim Versuch, etwas perfekt zu haben, um mich ordentlich und perfekt dastehen zu lassen, weil alles so ist, wie es muss.

Und jetzt, genau jetzt, wähle ich bewusst Möglichkeit b.
Kein Problem für viele andere - aber ein grosser Schritt für mich.

Sich auf das brüchige Eis zu begeben und nicht über alle Zweifel erhaben sein zu wollen - mein Ich und mein Ich kämpfen tüchtig miteinander, aber ich will mich nicht mehr stressen lassen von Ansprüchen, die ausser mir keiner an mich stellt.
Ich geh dann mal eine Runde trainieren....

 

Jac 20.12.2003, 11.03 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Extreme



Ich bin ein Mensch der Extreme, Mittelwege gibt es bei mir nicht oder zumindest selten.

Entweder bin ich voller Tatendrang, packe alles an, gehe bis an die Grenzen meiner Leistungsfähigkeit und bin ein Ausbund an Effizienz, Organisation und Kompetenz.
An diesen Tagen kommt es mir nicht in den Sinn, auch nur im geringsten an mir zu zweifeln oder Dinge aufzustapeln - es wird einfach alles der Reihe nach erledigt.
Abends bin ich dann zwar müde, aber befriedigt, weil ich etwas geleistet habe.

Oder dann gibt es die Tage, wo ich mich zu nichts aufraffen kann, wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend irre und mich selber und alle um mich herum wahnsinnig mache mit meiner Zerstreutheit, meiner Nervosität. Wo ich alles einfach nur irgendwie mache, schlampig trifft es dann wohl am ehesten.

Es ist anstrengend, ständig in diesen Extremen zu leben, da sie sich nicht die Waage halten. Würde unter dem Strich das Ergebnis so aussehen, dass auf einen Aktiv-Tag ein Passiv-Tag kommt, dann ginge das ja noch, weil ich dann am einen Tag all das auch noch erledige, was ich am nächsten nicht mal ansatzweise packe.
Doch ich habe zunehmend den Eindruck, dass  in Zeiten grösserer psychischer Belastung das Schlampentum, die Aufschieberitis Überhand nehmen - und es mich dann erst recht zu Boden zieht, weil ich eigentlich die äussere Ordnung brauche, um mich in meinem inneren Durcheinander zurechtzufinden.

Gemässigt?
Kann ich nicht.

Ausweg?
Ich hoffe, die Abklärung zieht eine Therapie nach sich. Dieses Leben am Limit braucht übermässig viel Energie, die ich viel lieber für andere Dinge einsetzen würde.....



Jac 17.12.2003, 10.14 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Wann....



Wann lerne ich es endlich, mir nicht die Zeit stehlen zu lassen, weil ich auf die (rhetorische?) Frage am Telefon, ob ich Zeit habe, nicht einfach sagen kann *nein, ich habe jetzt keine Zeit* ???

Warum lasse ich mich dermassen überfahren, wenn ich eh schon nicht weiss, wo anfangen - wo bleibt mein Selbsterhaltungstrieb?
Liegt da wie so oft das Bedürfnis zu Grunde, perfekt zu sein?
Nicht Nein-Sagen zu können aus einer diffusen und irrealen Angst vor Zurückweisung?
Ein Moment der Unachtsamkeit gegenüber meinen eigenen Bedürfnissen?

Keine Ahnung - und mir fehlt dank dessen auch die Zeit, mir darüber jetzt Gedanken zu machen......



 

Jac 16.12.2003, 12.34 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Konzentrations-Schwaeche



Gestern nachmittag habe ich mich nun also hochkonzentriert über  den ganzen Stapel Fragebögen hergemacht. Wonach da alles gefragt wurde....
Langsam verstehe ich, was Herr R. gemeint hat mit seiner Aussage, ich würde psychologisch geröntgt im Rahmen der Abklärung....

Solange ich alleine am Esstisch sass und meine Kreuzchen setzen konnte, ging es noch.
Als sich dann meine Familie zu mir setzte und sich ganz normal unterhielt, konnte ich merken, wie brüchig meine Konzentrationsfähigkeit ist. Es kam mir vor, als würden sie mir alle ins Ohr brüllen und ich musste die gleiche Frage manchmal mehrmals lesen, um den Sinn nur annähernd zu verstehen.
Kaum hatten sie sich wieder verzogen, ging es flüssig weiter.

Das ist wohl genau das Problem dieser Reizfilter-Störung :
In ruhigem, reizarmem Umfeld kann ich mich sehr gut konzentrieren und effizient arbeiten. Bereits kleine Störgeräusche irritieren mich aber so, dass meine Leistung massiv nachlässt und meine Stimmung ins gereizte umschlägt, weil ich mich konzentrieren will und nicht kann.
Nun ist mein Leben aber nicht so, dass ich alles anfallende mit grossem Konzentrationsbedarf in ruhiger Atmosphäre erledigen kann - mit Kindern läuft das so nicht. Und alles kann ich nicht immer erst abends nach neun erledigen, dann bin ich müde...

So kämpfe ich oft damit, Dinge aufzuschieben, weil ich nicht den richtigen Moment finde, wo das Umfeld reizarm genug ist - oder ich erledige es dennoch, und bin aber explosiv und gereizt.

Den Lebenslauf und den Stammbaum habe ich nicht mehr geschafft, die liegen noch vor mir. Irgendwann war mein Kopf dermassen überreizt, dass ich eine Art "Fast-Kopfweh" bekam - wie immer nach einem solchen Konzentrationsmarathon.

Anstrengend?
Aber ja, nicht nur für mich, auch für meine Familie, die genau gar nichts dafür kann, dass ich mich manchmal schon durch normale Unterhaltung gestört fühle......



Jac 15.12.2003, 09.46 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Sonntagnachmittag-Zeitvertreib



Stapel abarbeiten.
Papierfetzen sortieren.
Was brauche ich denn noch die Buchungsbestätigung eines Fluges, den ich vor 2 Monaten eh verpasst habe?
Weg damit, ist ja auch irgendwo in den Tiefen meiner Mailordner abgelegt.
Was brauche ich denn das Formular für den Wettbewerb, der letzte Woche Einsendeschluss hatte?
Was soll ich mit dem Garantieschein für ein längst entsorgtes Gerät?
Woher kommt all dieser Krempel immer, der sich neben dem Bildschirm stapelt?
Ich habe keine Ahnung.....

Aber ich habe jetzt den Stapel mit Fragebogen wiedergefunden, die ich noch vor Weihnachten ausfüllen und einschicken sollte an den Herrn R., der mich auf ADS abklärt...
Dann werde ich mal.....
Kreuzchen machen und einen "kurzen" Lebenslauf schreiben.
Was auch immer kurz bei mir dann so heissen mag....

...sagt die Frau, die sich niemals nicht kurz fassen kann.



Jac 14.12.2003, 14.53 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL