Stapelweise
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Mein Leben in 6 Worten:

Klein beigeben ist was für andere.

 

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Thema: Stapeleien

Ausgeglichenheit



Ausgeglichen zu sein ist ein würdiges, wünschenswertes Ziel auf dem Weg zu sich selber. Ausgeglichenheit kann nur von innen kommen, aus einer Zufriedenheit mit sich und dem Leben. Wer sich wohl fühlt, mit dem, was er hat und ist, kann das Leben gelassen auf sich zukommen lassen, lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen und gilt als ausgeglichen.

Früher war ich alles andere als das: ich wurde genausoschnell wütend wie ich wieder runterkam, es gab nur himmelhochjauchzend und zutodebetrübt, Kleinigkeiten verdarben mir (und allen um mich herum) den Tag, ich konnte mich fürchterlich über unwichtige Dinge aufregen und gegen alles aufbegehren, was nicht meinen persönlichen Zielen diente.
Heute bin ich deutlich gelassener geworden, kann mich auch mal zurücknehmen, finde vieles nicht mehr des Ärgers wert und wirke vermutlich sehr ausgeglichen. Manchmal so sehr, dass es mir vorkommt, als seien meine Kanten und Ecken verschwunden und ich sei nur noch ein braver Abklatsch meiner selbst. Dann stehe ich neben mir selbst und wünsche mir Rebellionsgeist, Widerspruch, Auflehnung, Abenteuer....

Und wenn ich dann noch einen Schritt weiter zurücktrete, dann sehe ich - es ist noch immer da, ich bin unter der Ausgeglichenheit noch immer der lebendige Mensch, voller Widersprüche und Sprunghaftigkeit, voller Drang, meinen eigenen Weg zu suchen - und dann spüre ich : es ist gut.

Jac 11.09.2005, 21.37 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Stellung



Meine Neutralität ist auch endlich - und manchmal ist es wichtiger, Stellung zu beziehen, als in Ruhe zu leben. Hat was mit dem Blick in den Spiegel zu tun, den ich aushalten möchte.

AAAAACHTUNG - Stellung bezogen.


Jac 09.09.2005, 22.38 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Schweizerisches Verhalten



Manchmal bin ich einfach nur froh, dass ich mich typisch schweizerisch verhalte - ich bleibe neutral....

In meiner Schulzeit war es so, dass ich mit A ein gutes Verhältnis hatte. Nun konnte aber A absolut nicht mit X, und X konnte aber gut mit Y - und da wurde von mir erwartet, dass ich dann X und Y schneide und auch nichts mit ihnen zu tun haben will. Schon damals leuchtete mir der Sinn davon nicht ein, weil für mich das eine nichts mit dem anderen zu tun hatte - und nur zu oft war am Schluss dann ich die Blöde, weil ich den Fehler gemacht hatte, sowohl A als auch X und Y zu mögen - und am Schluss war ich dann mit Z diejenige, die draussen war.

Dann wurde ich erwachsen und ich dachte, dieser JungeMädchen-Kram, der hört dann auf - aber mit Schrecken habe ich festgestellt, dem ist nicht zwingend so. Noch immer tue ich mich schwer damit, wenn von mir erwartet wird, X auszugrenzen, weil ich mit A kann und Y ist mir ebenso lieb wie Z - nur bin ich heute alt genug, um mich einfach rauszuhalten, neutral zu bleiben und mir nicht vorschreiben zu lassen, wen ich zu mögen habe. Das wird mir dann gelegentlich auch schon mal als Schleimerei oder Gleichgültigkeit ausgelegt - nun ja, manche Gedanken verraten über den Absender mehr als über den Empfänger.

Ich bleibe dabei : wenn ich mag und zu wem ich stehe, das hängt von mir ab - und nicht vom Gruppenzwang. Schliesslich bin ich erwachsen. Zumindest meistens ;-)

Jac 08.09.2005, 22.45 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Keine Ausrede



Engelbert thematisiert es - und auch ich als Mutter eines ADD-Kindes (ADHS, ADS) sehe das so. ADHS ist eine Erklärung, warum mein Sohn so funktioniert, wie er es tut, warum bei ihm manche Dinge schwieriger sind, warum er manchmal unruhig, nervös, aggressiv ist - aber eine Ausrede, eine Entschuldigung ist es nicht, weder für meinen Sohn noch für mich. Man wird von mir kaum je hören " er kann nichts dafür, er hat ADHS". Auch wenn einem das von den ADS-Kritikern immer wieder gern unterstellt wird - und die Kritiker, das sind dann meistens jene, welche mal in der Verwandtschaft ein lebhaftes, aggressives Kind hatten, welches mit drastischer Reduktion des Fernsehkonsums beruhigt werden konnte, oder eines, welches auf Kristallzucker mit hyperaktivem Verhalten reagiert haben - und schon wissen sie alles, und schlagen es uns betroffenen Eltern um die Ohren, wie wenn wir keine Ahnung hätten. Denn schliesslich sei ja unser Kind nur falsch erzogen, zuwenig draussen, zuviel drinnen, zu ungesund ernährt *blablablubb*....

Es ist eine Eigenheit, die mein Sohn hat - wie andere Menschen unterschiedlich lange Beine oder Sommersprossen oder anderes haben. Manche nennen diese Eigenheit Krankheit, manche leugnen, dass es diese Eigenheit gibt. Unterdessen ist mir das ziemlich egal, denn er ist, wie er ist und er wird diese Eigenheit ein Leben lang haben, das geht nicht weg wie ein Schnupfen und im Gegensatz zu dem, was man noch vor nicht allzulanger Zeit annahm, wächst es sich auch nicht aus.

Das bedeutet, er wird damit leben müssen. Und das ist meine Aufgabe, ihm dabei zu helfen, zu sich selber zu stehen und dennoch gleichzeitig sein Verhalten so zu kontrollieren, dass er in der Welt bestehen kann, dass er nicht nur aneckt, sondern sich ungeachtet seiner Macken entfalten kann. Und bis er alt genug ist, um sich selber zu wehren, werde ich das für ihn tun. Erklären, nicht entschuldigen...



Jac 22.08.2005, 15.04 | (5/3) Kommentare (RSS) | (1) TB | PL

Einbahnstrasse Ego



Ich lebe in einer Welt voller Gefühle, Menschen, Erinnerungen, Ereignissen. All das hat seine eigene Bedeutung, hinterlässt sich ausbreitende Kreise wie von einem Stein, den man ins glatte Wasser wirft. In voller Intensität nehme ich jede dieser Wahrnehmungen auf, mache sie mir zu eigen, denke nach und weiter, fühle mit und weiter und eine wahre Flut von Empfindungen ergiesst sich tagtäglich in mein Inneres, wo dann weitere Kreise dadurch ausgelöst werden. Tausend Gedanken schiessen mir durch den Kopf, doch keinen Kreis kann ich so richtig zu Ende denken. Gerade, wenn ich unter grossem Alltags-Druck stehe und wenig Ruhe für mich selber habe, entsteht da ein Kuddelmuddel von Gedankenfragmenten. Da oben ist die Kapazität ausgeschöpft und es entsteht eine Einbahnstrasse - der Weg von innen nach aussen ist schlicht verstopft.

Manchmal ist es mir einfach zuviel und ich wünschte mir, meine Wahrnehmungsfähigkeit wäre nicht so ausgeprägt oder würde sich gelegentlich ruhigstellen lassen. Manchmal wollte ich, ich könnte Dinge einfach mit Nicken abhaken und die Kreise und Strudel in meinem Inneren würden sich beruhigen.

Wie immer im Leben wünscht man sich das, was man nicht hat - und wie oft im Leben, wünscht man sich etwas, was man wohl eigentlich gar nicht wirklich haben will. Anstrengend, das alles.

Jac 18.08.2005, 15.35 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Entscheidungskraft

 

Ich muss eine erstaunliche Menge Geist haben-
manchmal brauche ich eine Woche,
um mich zu entscheiden.
Mark Twain


So ist es - das Problem dabei ist nur, dass ich viel zu oft keine Woche zur Verfügung habe, um mich zu entscheiden und dann vor lauter Hetze entweder keine Entscheidung treffe und mich dann die Konsequenzen überrollen - oder dass ich mich vorschnell entscheide, und dann ewig drüber nachgrüble, ob das nun wirklich richtig war, selbst wenn es richtig war.

Schnell und spontan entscheiden kann ich mich nur bei Dingen, für die es wirklich nur richtig und falsch gibt - und das Leben hat mich gelehrt, dass das ausgesprochen wenig Dinge sind ;-) Ich entscheide mich jetzt zumindest in diesem Moment, mich noch nicht zu entscheiden, ob ich nun schon ins Bett will. HAAAAA! Ich kann es *grins*

 

Jac 31.03.2005, 22.14 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Auf dem linken Fuss erwischt

 

Wie beschreibt man wohl das am besten, was mich momentan beschäftigt?
Depressive Verstimmung? Nase voll? Erschöpfungsdepression? Hausfrauenkoller? Saisonabhängige Depression?

Ich weiss es nicht, es ist vermutlich eine Mischung aus vielen Faktoren. Aber all das führt dazu, dass ich mich kaum aufraffen kann, irgendetwas anzufangen, dass mich alles nervt, besonders auch die unvermeidlichen Phasen von drei Kindern, die Tatsache, dass ich oft tagelang mit keinem erwachsenen Menschen reden kann ausser spätabends mit meinem Mann, dass mich Dinge fertig machen, die ich eigentlich verarbeitet und abgehakt glaubte. Wenn ich tagsüber die Stunden zähle, bis ich endlich schlafen gehen kann....

Und diese Antriebslosigkeit und Orientierungslosigkeit führt dann wiederum dazu, dass vieles liegen bleibt - im Haushalt, im Leben, in der Virtualität. Das wiederum ist für mich Perfektionisten ein Eingeständnis von Versagen, und das wiederum zieht mich erst recht herunter.

Ein endloser Kreislauf, einer, den ich immer mal wieder habe, so alle paar Monate mal. Natürlich weiss ich aus Erfahrung, dass es dann plötzlich wieder vorbei ist und ich mich selber nicht verstehen kann, warum mir alles so dunkel erschienen ist, aber wenn ich mittendrin stecke, tröstet das nicht wirklich, wenn mich ein schmutziger Schneeanzug beinahe zum Weinen bringt.

Und dann sitzt es wieder auf der Schulter, das kleine Teufelchen, das mir Dinge einflüstert wie "was mich nicht umbringt, macht mich stärker" und "stell Dich nicht so an, Du hast doch alles, was Du brauchst" oder auch immer wieder gern genommen "Jammerlappen, Du hast schon ganz andere Probleme gepackt"...

Und wenn ich dann schon fast so weit bin, mich einfach mal fallen zu lassen - dann klingelt das Telefon und die Schule ist dran, oder ein Kind brüllt oder sonstwas, sodasss ich mich wie immer zusammenreisse, weitermache und einfach beiseite schiebe, was in mir gärt. Dass es so nicht besser wird, weiss ich auch, aber irgendwie ist es wohl ein Teil meines Problems, dass mir nie was anderes übrigbleibt....

Dass ich diesen Eintrag geschrieben habe, das war leicht, den habe ich schon oft geschrieben. Wenn er nun auch noch im Blog erscheint, weil gespeichert - dann bin ich doch schon weitergekommen, weil ich es zugeben kann, dass ich einfach nur noch genug habe, egal, wie gut es mir doch eigentlich gehen müsste, weil ich doch alles habe, was ich brauche...

 

Jac 03.03.2005, 15.30 | PL

Die Chaotisierung einer Kleinigkeit

 

Es begab sich im Haus der Stapelfrau, dass das grosse Kind am Morgen zur Schule marschierte (gewandet in einen Schnee-Anzug *g*) und in der gewohnten Hektik des Aufbruchs von allen vergessen wurde, dass wieder mal die zweite Woche war und so Schwimmen statt Turnen auf dem Programm steht. Fürs Schwimmen braucht man sinnigerweise in einen Rucksack eingepackte Schwimmsachen, welche nun im Schrank lagen statt vor dem Schulzimmer hingen.

Die Stapelfrau entschied sich, den Sohn zu erlösen, damit er sich nicht vor dem Schwimmen drücken muss und ihm zur grossen Pause die Sachen zu bringen. Sie zog sich an, packte Rucksack und Hausschlüssel, sperrte die Türe hinter sich zu, lief zum Auto und öffnete dieses mit der ferngesteuerten Zentralverriegelung, schmiss den Rucksack auf den Beifahrersitz, steckte den Schlüssel ins Zündschloss, packte den Eiskratzer, schloss die Autotüre und begann unter den akrobatischten Verrenkungen die sehr grosse, hohe Frontscheibe freizukratzen. Plötzlich hörte sie ein seltsames Geräusch. Sie sprang behende von der Stossstange und ging dem Geräusch nach - was eigentlich unmöglich war, hatte sich ereignet - die Zentralverriegelung hatte sich selber ausgelöst und alle Türen geschlossen. Der Rucksack war drin, also erstmal zu Fuss zur Schule rennen, schied aus.

Die Stapelfrau erinnerte sich in dem Moment auch, dass der Zweitschlüssel im Büro des WBE weilte, weil ihn dieser heute morgen benutzte, um einen Kindersitz aus dem Bus zu nehmen. Ihr fiel dann zumindest ein, dass es irgendwo noch Ersatzschlüssel geben müsste - und ein Ersatzschlüssel fürs Haus war ja schliesslich gut versteckt draussen deponiert (nein, nicht unter der Fussmatte *g*). Sie suchte - und suchte - und suchte - und alles, was sie fand, war ein Schlüsselbund mit den lang vermissten Schlüsseln zum längst verkauften Chrysler Cabrio, aber Hausschlüssel fand sie keinen. In der Hoffnung, dass wie so oft die Hintertüre nicht versperrt ist, rüttelte sie auch daran - erfolglos. Schon leicht nervös fiel ihr dann doch noch ein, dass die Terrassentür in der Eile des Aufbruchs vielleicht nicht versperrt war - bingo.

Ersatzschlüssel gesucht, gefunden, ausprobiert - passt nicht *hääää?* An der hinteren Türe ging es dann, ab zur Schule, um dann vom Sohnemann mit den Worten empfangen zu werden "na endlich"

..und dann fiel der Stapelfrau dann auch wieder ein, dass sich bei tüchtigen Minusgraden die Zentralverriegelung ab und an selbständig macht.  Ich glaube, bis zum Hochsommer wird sie bestimmt nicht mehr darauf vertrauen, dass sie die Fernbedienung selber auslösen kann...

 

Jac 26.01.2005, 10.41 | (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL

Weiter im Text ...

 

Manchmal schweigt man, weil man nichts zu sagen hat.
Manchmal schweigt man, weil man zuviel zu sagen hat.


 

Bis zu einem gewissen Punkt kann ich manche Dinge von mir wegschieben, nicht darüber nachdenken und mich durch Ablenkungsmanöver davon abhalten, mich damit auseinanderzusetzen. Das funktioniert im normalen Alltag ausserordentlich gut, in Belastungssituationen weniger und in einer Krise plötzlich nicht mehr.

Da wird dann eine kleinere Krise plötzlich zu einer grossen persönlichen Krise, weil ich die Dinge nicht mehr wegschieben kann, über die ich doch gar nicht nachdenken möchte. Plötzlich dreht sich das Gedankenkarussell wie verrückt, und alles, was ich über Monate hinweg fein säuberlich aufgestapelt und angehäuft habe, kommt ins Rutschen und platscht mir vor die Füsse - unsortiert und durcheinander und füllt meinen Kopf mit so vielen Denkfetzen, Bruckstücken und Gedankengängen, dass ich nicht mehr in der Lage bin, auch nur einen davon zu formulieren. Ziehe ich an einem Gedanken, dann kommen tausend andere hinterher und verunmöglichen es, irgendetwas davon in Worte zu fassen.

Dieser Punkt war am letzten Wochenende erreicht. Nach einer Woche mit viel Schlaf, wenig Internet und viel Nachdenk-Arbeit habe ich jetzt wenigstens grob meine Gedanken wieder auf Haufen aussortiert - und nun liegt da ein neuer Stapel, den ich bisher noch nicht gesehen habe, und schreit mich an "Tu was mit mir!".

In diesem Stapel finden sich vor allem : Einsamkeit.
Etwas, was ich bisher nicht aussprechen wollte und konnte, weil ich Angst davor hatte, dass dann mein Lebenskonstrukt ins Rutschen kommt, mein Selbstwertgefühl sich mal wieder dem Nullpunkt nähert und mich dazu bringt, Dinge zu tun, um irgendwie irgendwo dabei zu sein, dazuzugehören.

Nicht erst seit gestern ist mir klar, dass manche Bekanntschaften Einbahngeleise sind, dass für andere da zu sein nicht gleichbedeutend ist damit, auch etwas zurückzubekommen, dass viele Aussagen, die ich ernst genommen habe, weil ich solche Aussagen auch selber nur im Ernst ausspreche, nicht viel mehr als heisse Luft sind...
Aber das zu wissen mit dem Kopf - und zu verstehen mit dem Herzen, das ist ein weiter Schritt, und den habe ich nun getan. Ich habe schmerzlich festgestellt, dass es mir in der bewussten Einsamkeit doch immer noch besser geht als in dieser vergeblichen Hoffnung, etwas zurückzubekommen. Im sehnlichen Wunsch, dass mal jemand einfach so nachfragt, wie es mir denn so geht.
Ich habe längst gelehrt, meine Probleme selber anzupacken, mich durchzukämpfen, mich nur auf mich selber zu verlassen und mir möglichst keine Hoffnung zu machen - aber die letzten Jahre haben mich dazu verleitet, mir mehr zu erwarten, mir mehr zu erhoffen - und mir selber vorzumachen, dass sich Geben und Nehmen die Waage halten.

Mein Leben lässt mir wenig Raum für Kontakte, gleichzeitig bin ich weder der Party-Typ noch fällt es mir leicht, ein oberflächliches Geplänkel anzufangen oder auf andere Menschen zuzugehen - und nun werde ich einfach danach leben.
Lieber freiwillig allein als unfreiwillig einsam.

Ich werde es lernen.
Irgendwann.
Vielleicht.

Aber es werden bestimmt noch viele traurige Momente damit einhergehen....
Doch nun kann ich hier in Worte fassen, es mir selber unwiderruflich damit eingestehen, dass ich es öffentlich formuliere und mir so auch den Rückweg verbauen, mich selber wieder in unerfüllbare Hoffnungen zu flüchten....



 

Jac 15.01.2005, 19.07 | (9/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Einkaufen stapelweise ....



Das mit dem Einkaufen ist so eine Sache....
Manche Menschen schaffen es, locker gelegentlich ein paar nette Sächelchen ins Wägelchen zu legen, zum Kässchen zu flanieren, ihren Liter Milch und die zwei Brötchen und das Päckchen biologisch korrekte Wurst aufs Bändchen zu drapieren, ihre kleinen Sächelchen ins kleine selbstgeflochtene Körbchen zu legen und mit gemütlicher Gelassenheit das Geschäft zu verlassen, um daheim die Kleinigkeiten ins Schränkelchen zu räumen.
(Gut, wie man so eine Familie ernähren will, das erschliesst sich mir nicht so richtig)

Die Stapelfrau macht das anders :
morgens fährt sie mal schnell zu IKEA, krallt sich den grossen Wagen, macht eine Tour durch alle drei Geschosse, genau wissend, was sie wo bestellen / mitnehmen / anschauen muss und verlässt nach höchts effizienten 60 Minuten die Kasse, um ein paar Fränkelchen leichter mit einem Abholschein.
Die Sachen holt sie ab, packt alles ins Auto und fährt nach Hause, weil Kind B zum Mittagessen heimkommt. Die Sachen werden irgendwo im Wohnzimmer abgestellt.
Nach dem Mittag packt sie das Kind B und das Auto und geht kampfeinkaufen :
sie stapelt mehrere Packungen Katzenfutter, einen Haufen Käse, einen Stapel Fleisch, garniert mit 18 Eiern, 6 Liter Milch, 6 Kilo Reis (war grad Aktion), 10 Rollen Müllsäcken (war auch grad Aktion), diversen Reinigungsmitteln, Kleidung für verschiedene Kinder, Katzensand, Würstchen und Pesto-Ravioli für den Tiefkühler (waren auch grad Aktion) und häuft noch ein paar (viele!) andere wichtige Dinge darauf. An der Kasse stapelt sie die Ware fast turmhoch auf, da die Kassierin nicht so schnell scannen kann, wie sie ausräumen und amüsiert sich wie immer, wenn die Kassierin den Tippfehler ob des Gesamtbetrags sucht (dabei ist da nie einer, das kostet immer so viel) Danach stapelt sie das alles wieder in den Einkaufswagen (zum Glück sind die so gross), um es dann in verschiedene Klappboxen einzuräumen, nach Hause zu fahren und dort die ganze Bescherung auszuräumen, was noch mal mindesten soviel Zeit braucht wie einzukaufen, schliesslich liegen die IKEA-Sachen auch noch mitten im Weg herum...

...und danach ist die Stapelfrau einfach nur noch platt - aber wenigstens für ein paar Tage hat sie es geschafft. Die logistische Herausforderung der Beschaffung des Alltagsbedarf ist immer wieder ein Kraftakt - und irgendwie wird die Stapelfrau den Verdacht nicht los, dass es immer schlimmer wird und es noch viele, viele Jahre dauern wird, bis sie zum Körbchen mit den Sächelchen zurückkehren kann....

 

Jac 05.01.2005, 17.08 | (5/5) Kommentare (RSS) | TB | PL