Stapelweise
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Mein Leben in 6 Worten:

Klein beigeben ist was für andere.

 

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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Stapeleien

Über mich fürs Archiv

 

Ich stapelweise :

 

Ich bin Jac, eigentlich Jacqueline, doch als Stapelfrau nenne ich mich Jac. 

Ich bin Mehrfach-Mutter, Hausfrau, Ehefrau, Putzfrau, Köchin, Innenarchitektin, Krankenschwester, Schuhabstreifer und Seelentröster in einem

Daneben bin ich auch noch ich - mit einem Kopf voller Ideen und Wissbegier, mit einem Herzen voller Gefühlen, mit dem unbändigen Drang, mir immer wieder neue Welten zu erschliessen, neue Erfahrungen zu machen, neues zu lernen. Vieles fange ich an, vieles will ich - doch mein Alltag lässt mir nicht mal ansatzweise genügend Zeit für all die Dinge, die ich gerne auch noch machen würde.

Und so ziert eine breite Spur von Haufen und Stapeln mein ganzes Leben - nicht, weil ich nichts fertigmache, sondern weil ich (zu)viel anfange... Der Inhalt von Schränken, Schubladen, Kommoden und auch meinem Rechner spricht eine deutliche Sprache und in meinem Kopf sind nochmal soviel Sachen da, die ich unbedingt auch mal machen möchte, wenn ich Zeit dazu finde.

Mein Tag müsste dreimal soviel Stunden haben und es wäre noch immer nicht genug Zeit. So betreibe ich den irrwitzigen Versuch, meine Zeit so einzuteilen, dass es für meine Familie, meine Pflichten und meine Interessen ausreicht - dass das nicht immer gut geht, versteht sich von selbst...

 

 


Ich leichterweise :

Ich bin Jacqueline, 
Mutter von 3 lebenden Kinder im Alter zwischen noch nicht in der Pubertät, aber längst übers *jöwieherzig* hinaus, welche meinen Alltag zu einem bewegten, lebhaften, lustigen und meist anstrengenden Dasein bringen.

Schon recht früh habe ich erkannt, dass Humor unabdingbar für eine Mutter ist, eine Portion Galgenhumor im rechten Moment kann schlimmes verhindern ;-)

Die Kombination von einem HB & ADS-Kind, einem Mädchen im feinsten Alter und einem 3-jährigen verhinderten Bauarbeiter mit einem grossen Haus und einem inneren Drang zur Ordnung erweist sich sehr oft als vollkommen inkompatibel, aber ich habe mich noch nie in meinem Leben leicht entmutigen lassen.
Schliesslich ist da noch mein Mann, der WBE, der mich zu Höchstform auflaufen lässt, damit er sich wohl fühlt mit mir, mit uns und bei uns.

Darum finden sich hier auch Geschichten aus meinem Mütterdasein und meinem Hausfrauenleben - und manchmal auch aus meinem Frauenleben, das gibt es noch immer, trotz aller Pflichten.


Die Webseite zu mir ist hier zu finden, auch die Erklärung, warum sie *Ohneha* heisst.....

 Ohneha - Töpfe und anderes

 


 

Ich schwererweise:

Ich bin Jacqueline, die Mutter von David Alexander, geboren am 11. Mai 1998, gestorben am 03.Mai 2000 an einem bösartigen Hirntumor.

Nichts hat mein Leben und mein Denken so sehr geprägt, wie die eineinhalb Jahre von Oktober 2000, wo mit 5 Monaten der Tumor gefunden wurde, bis zu Davids Tod an einem Rezidivs des Tumors.

Die Zeit dazwischen war eine Zeit der Angst, des Kummers, aber auch der Freude und der Lebenslust.
Manches, was einst wichtig erschien, bekam eine neue Perspektive und vieles wurde von Grund auf überdacht.

Im Jetzt leben, den Moment geniessen bekam eine ganz neue Dimension und auch wenn einiges davon wieder mit der Routine und dem Alltag wieder aus unserem Leben verschwunden ist, manches konnte ich mir bewahren.
Manchmal zumindest ;-)

Und auch wenn sich das alles schrecklich anhört - es war nicht schrecklich.
Es ist nur eine Erlebniswelt, die fernab vom Alltag stattfindet und wenn man draussen steht und hineinsieht, erkennt man nur grad soviel, um sich schreckliche Vorstellungen zu machen.
 

Davids Webseite, als Erinnerung, Hommage und Trauerarbeit gestaltet:

www.himmelskinder.net

 


Jac 02.06.2010, 11.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Sammelleidenschaft



Alles Kochbücher *lächel* :



In 26 Jahren kommt halt ein bisschen was zusammen ;-)

Jac 22.08.2009, 20.18 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Zwischenbilanz


Knapp 48 Stunden sind vergangen seit meinem letzten Eintrag, den ich gefühlt tausend Mal am liebsten wieder gelöscht hätte, was aber Feed-Reader- begründet eh nur Flickwerk gewesen wäre, und was auch gar nichts an der Lage an sich geändert hätte.
Ich habe es stehen gelassen, und das war auch gut so.

In diesen 48 Stunden habe ich viele Rückmeldungen auf verschiedenen Wegen bekommen, die mich alle berührt und weitergebracht haben, die mir Mut gemacht und Trost geboten haben. (auf die ich bestimmt noch reagieren werde, aber nicht mehr heute abend)
In diesen 48 Stunden habe ich mit meinem Alter ego, meinem Mann zu nachtschlafener Stunde statt ins Bett zu gehen über unser Leben geredet, wie es ist, wie wir es gern hätten und wie es uns damit geht. Ohne Vorwürfe, ohne Schuldzuweisungen, ohne verletzte Gefühle, einfach so, wie wir eigentlich miteinander reden können, wenn der emotionelle Topf nicht grad am Überkochen ist.
In diesen 48 Stunden ist mir klar geworden, dass ich aus falsch verstandenem Stolz oder vielleicht aus Hemmungen damit aufgehört habe, die Dinge zu bloggen, die mir unfertig, chaotisch, verwirrend, unsortiert im Kopf herum gehen. Ich habe sie stapelweise zur Seite gelegt und mich immer wieder gewundert, wenn sie dann plötzlich, aus scheinbar nichtigem Anlass ins Rutschen kamen und mit welcher Wucht sie mich dann überrollt haben.

Nun ist Schluss damit.
Aus.
Es ist an der Zeit, dass ich wieder ehrlicher mit mir selber werde, mir nicht mehr alles schönrede, alles mit mir selber ausmache - und da führt bei mir der Weg über diese Öffentlichkeit, die mir dieser Blog gibt - man kann so schlecht etwas negieren, dass man öffentlich eingestanden hat.

Darum jetzt eine Zwischenbilanz:
Ich bin seit über 13 Jahren Mutter und Hausfrau, und meistens mag ich diesen Job. Mein Mann ist selbständig, und mit mehr Arbeit eingedeckt, als er haben möchte und als er eigentlich schaffen kann, was bedeutet, dass unsere klare Arbeitsteilung - er Firma, ich daheim, immer öfter bedeutet, dass ich "den Laden alleine schmeissen muss" und auch wenig rauskomme, da ich hier 3 Kinder habe, die mich brauchen. Wir haben uns bei unserer Heirat, als sich das erste Kind angekündigt hat, fürs klassische Rollenmodell entschieden, nicht, weil man das so macht, sondern weil es einfach unterm Strich die beste Lösung war. Ich konnte mir aber damals so vieles nicht vorstellen, vor allem nicht, dass ich an einen Punkt kommen könnte, wo ich mich vor der Wahl sehe, entweder mich mies zu fühlen, weil ich den Ist-Zustand nicht aushalte oder zu resignieren und damit meine Ehe früher oder später in den Sand zu setzen, weil nichts mehr gemeinsames bleibt. Dass es gemeinsam mit meinem Mann vielleicht eben doch einen Ausweg geben MUSS, das konnte ich in meinem Loch nicht mehr sehen.

Ich weiss, es gibt viele andere Familien, in denen das auch so ist, dass der Mann soviel arbeitet und wo noch finanzielle Sorgen dazukommen, die wir nicht haben, was mich bisher immer davon abgehalten hat, es zu benennen, denn mir ist klar, es ist "Jammern auf hohem Niveau".

Das alles bringt es mit sich, dass ich zwar viel Zeit für mich selber habe, diese aber fast immer orts- und termingebunden stattfindet. Diese Zeit kann ich zwar nutzen, aber nur bedingt, denn so wirklich frei bin ich dabei nicht, es ist nicht Qualitätszeit (um mal ein sehr modernes Wort zu benutzen)
Dazu kommt, dass ich kein einfacher Mensch bin. Ich war es noch nie, und ich bin es noch heute nicht. Ich kann zwar behaupten, dass der Bruch in meiner Lebensgeschichte vor 10 Jahren das ausgelöst hat, aber das trifft es nur teilweise - vorher habe ich es einfach noch geleugnet, dass ich mehr will, mehr brauche.
Ich möchte Kontakte haben und pflegen, aber mir geht dazu manchmal die Zeit ab. Ich möchte Menschen nah bei mir haben - und erstarre manchmal, wenn sie mir dann zu nah kommen.
Ich weiss auch nicht, ob ich nicht einfach nur einer Illusion nachrenne, oder ob ich noch immer eine alte Baustelle meiner Kindheit ("Du bist nicht liebenswert") mal wieder in einer neuen Form beackere, oder ob ich einfach nur viel zu viel Zeit zum Grübeln habe.

Ich weiss es nicht, aber ich werde es herausfinden. Hier.
So offen, wie ich es mit mir vereinbaren kann, so offen, wie es das gläserne Medium Internet es zulässt, so offen, wie es geht, ohne Beiträge zu verpassworten oder nur offline zu schreiben.

Ja, das werde ich tun.
In mich hineingeschwiegen habe ich jetzt lang genug, um festzustellen, dass das nicht mein Weg ist.




Jac 16.11.2008, 21.13 | (6/4) Kommentare (RSS) | TB | PL

Endlich eine neue Optik

Wer hier nicht über einen Feedreader liest, der sieht vermutlich gleich, dass ich hier endlich auch umgebaut habe. Weg mit dem Türkis-Ton-in-Ton, an dem ich mich doch schon lange sattgesehen habe, weg mit dem schmalen Textteil und dafür mehr Platz für Text und frischere Farben.

Noch ist nicht alles fertig, die Buttons für die Feeds haben noch die alte Farbe, vermutlich habe ich auch sonst noch Altlasten übersehen, aber für heute ist es genug, von jetzt an steigt die Wahrscheinlichkeit rapide, dass ich unkonzentriert arbeite, und das führt in der Regel zu wilden Farbkombinationen, verschwundenen Grafiken (weil überspeichert) - und so viel Zeit will ich mir dann doch nicht nehmen, um all das rückgängig zu machen *g*


Eigentlich wollte ich all das ja im Frühling machen, in der Woche, wo mein Mann mit allen drei Kindern in die Ferien fährt, damit ich hier freie Bahn während dem Küchenumbau habe, und somit jeden Abend meine Ruhe. Aber irgendwann lerne ich es auch noch: solche Pläne sollte ich nicht schmieden, sondern Dinge, die ich machen will, einfach dann machen, wenn ich mir die Zeit nehmen kann, sonst wird das nix.

Ich habe genommen ;-)

Heute.


Jac 24.08.2008, 21.51 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Aller Anfang ist schwer

Es war wohl ungefähr im Frühjahr '01, als ich meine erste Digicam gekauft habe, denn so gern ich mit der analogen Spiegelreflex fotografiert habe, mein "neues Leben" mit dem Internet rief nach einer flexibleren Lösung.
Gegen 800 Franken hatte sie gekostet und für damalige Zeiten geniale 2.1 Megapixel und als Extra leistete ich mir einen 128MB-Stick.
Eine Superkamera.

Die Zeit verging, irgendwann zog eine digitale Spiegelreflex hier ein, noch viel später musste noch eine ganz kleine handliche Kamera für unterwegs her, und viele, viele Bilderordner wurden angelegt.

Früher gab ich den Film in die Entwicklung, bekam einen Umschlag mit Fotos und Negativen zurück und den stapelte ich dann zu all den anderen Umschlägen, bis ich so alle Jahre mal wieder den Koller bekam und Fotos sortierte und in Alben einklebte oder einordnete.
Doch mit den digitalen Bildern war das nicht mehr so - auf den Rechner ziehen, Ordnername anlegen und - vergessen. Auf einer Festplatte sieht man die Stapel nicht, denn da ist alles fein säuberlich sortiert und der Platz wird nicht so schnell knapp und Sicherheitskopien kann man machen und alles ist in bester Ordnung.
Wäre in bester Ordnung, wenn da nicht das Problem mit dem Anschauen wäre. Solange sie nur auf meinem Rechner sind, und ich sozusagen grundsätzlich niemanden hier dran lasse, ist es eher schwierig, sie anzuschauen, zumal auch Online-Bildergalerien ihre (Kapazitäts)Grenzen haben.

Und so habe ich mich nun endlich daran gemacht, aus diesen Datenmengen Bilder zum Angreifen zu machen.
Ein erstes Fotobuch ist fertig gespeichert, am zweiten bin ich dran - und ich gelobe feierlich, dass ich das nicht mehr so lange Anstehen lasse, bis ich mich durch die Bilder von 6(!!!) Jahren ackern muss.

Und ein kleines bisschen stolz bin ich auch, ich habe für diesen Anfang nur etwa einige Jahre gebraucht....




Jac 24.08.2007, 21.10 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Befreiungsschlag

Mein Kleiderschrank musste heute dran glauben - er wurde entrümpelt. Nicht etwa, weil die Sachen drin nicht grössenpassend waren, nein, von den Sachen in Grösse *da war ich noch jung und schlank* habe ich mich schon lange getrennt. Auch von den Dingen, die ich mir mal gekauft habe, weil ich geglaubt habe, abricot würde mir stehen oder Wallegewänder würden kaschieren.

Heute ging es den "Garten"-Kleidern an der Kragen. Das sind verwaschene, verzogene T-Shirts, Sweat-Shirts mit undefinierbarer Farbe, Jeans mit Flecken oder sonstige Hosen, deren Optik durch langes *ich bin eine Lieblingshose* deutlich gelitten haben, und die ich mir extra beiseite gelegt habe für die Gartenarbeit, weil da Flecken und Dreck keine Rolle spielen. Da Gartenarbeit bei mir nicht heisst, ich schneide mit der Seidenbluse Rosenblüten in einen Korb, um den von der Haushälterin gedeckten Tisch zu verschönern, sondern meist mit Schweiss und Dreck und Kratzern und Muskelkater verbunden sind, ist die Idee an sich eine sinnvolle.

Nur mit der Ausführung, da habe ich geschwächelt.
Erstens - auch wenn ich gern und viel im Garten werkle - SOO viel dann auch wieder nicht.
Und vor allem zweitens: fast immer überwältigen mich die Gartengelüste so spontan, dass ich eigentlich nur ein paar verblühte Blumen abnehmen will und damit ein Rundumschlag eingeleitet wird - in den normalen, schönen Sachen. Die sich fast ausnahmslos waschen und entflecken lassen. Und nachdem ich nun meine Gartensachen jahrelang gestapelt und angehäuft habe (man könnte sie ja noch mal brauchen ;-), habe ich mich heute mit Hochgenuss davon getrennt und festgestellt, dass mein Kleiderschrank wirklich riesig ist.
(Und jetzt wieder für ein paar Jahre Platz hat, um neue Sachen für "alt" aufzuhäufen  - es muss in meinen Genen liegen *g*)

Jac 20.08.2006, 20.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Erschöpfend



Kindererziehung ist kein Sonntagsspaziergang. Das ist eine altbekannte Weisheit, die man sich zu Gemüt führen darf, wenn es grad nicht so rund läuft und man leise vor sich hin schwächelt.

Doch heute habe ich für mich wieder einmal mehr festgestellt, dass die sonstige Erziehung schon fast ein Sonntagsspaziergang ist im Vergleich zu den Momenten, wo ich mit meinem hochbegabten ADHS-Kind an meine Grenzen komme. Wo es fast unmöglich ist, den Unterschied zu spüren zwischen Machtkampf des Cleverchens und Verzweiflungserweigerung des Zapplers. Wo ich kaum mehr differenzieren kann zwischen Hysterie und Herzschmerz. Wo jeder einzelne Satz wie ein Gang durch ein Minenfeld ist, und ich nie weiss, was als nächstes explodiert.

Das sind die Momente, wo all meine Erwachsenheit, Reife, Erfahrung und Geduld gefragt ist, wo ich all meine Altlasten wie eine Hülle abstreifen muss und mich mit allen Sinnen in die Gedankenwelt meines Sohnes begeben muss, um ihn aus seinem zerberstenden Schneckenhaus herauszuholen, wo ich mir vorkomme, als würde ich gerade eine Pädagogik-Sonder-Prüfung absolvieren und mir jeder Fehler und jede Schwäche zum Nachteil gereichen.

Dank der Therapie sind diese Momente nicht mehr mehrmals täglich, sondern nur noch sporadisch so extrem, doch jedesmal erschöpfen sie mich bis aufs Blut - und meinen Sohn ebenso. Wer mir dann nach solchen zwei Stunden erklären will, dass ADS nur ein Erziehungs-, Ernährungs- oder Gesellschaftsproblem ist, der hat schlechte Karten für nur ein Fitzelchen Geduld von mir, die ist nämlich leider grad restlos aufgebraucht....

Ich liebe ihn, meine unzugänglichen, unbequemen, unkonventionellen Sohn - auch und vielleicht  gerade weil er so anstrengend ist. (Oder weil er mein Spiegel ist?  -  Da denke ich ein anderes Mal drüber nach, jetzt bin ich einfach nur noch erschöpft....)


Jac 01.12.2005, 21.14 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Treffend



Grade eben sah ich dieses Zitat in meiner rechten Spalte:

Zufallsspruch:
Wenn Eltern begabte Kinder haben, sind sie unerschütterliche Anhänger der Vererbungslehre.


Oder - sie wissen, dass es vererbt ist ;-)

Und gerade in den letzten paar Wochen war ich ausgesprochen froh, dass ich die Denkweise meines hochbegabten Sohnes so gut nachvollziehen kann, weil ich gleich ticke, denn das hat mir bei ihm einen Sympathiebonus verschafft, der es zulässt, dass er von mir Dinge annimmt, die er sich sonst wohl von keinem so sagen lassen würde. Dass ich ganz anders an dieses introvertierte Wesen herankomme, weil er sich verstanden fühlt in seiner manchmal so ungewöhnlichen Denkweise. Dass ich sein unorthodoxen Gedankensprünge nachvollziehen kann.

Und all das bedeutet, dass ich mich öfters schützend vor ihn stellen kann, wenn er sich unverstanden fühlt, nur weil er anders reagiert und denkt, als der grössere Rest der Welt, was wiederum zu noch grösserem Vertrauen in mich führt.
Möge mich mein Gefühl immer so leiten, dass er dieses unerschütterliche Vertrauen in mich nie verliert....



Jac 12.11.2005, 23.21 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Wochenrückblick


Samstag abend, es ist schon spät - die Woche ist überstanden, auch der heutige Wahnsinn, mit drei Kindern einkaufen zu gehen, ich habe nun warmrote Acrylfarbe hier (so leicht gebe ich nicht auf), wir sind zurück von unserem Besuch bei Verwandten, wo es wie immer angenehm und gut war - und ich lasse hier die Woche in Gedanken noch einmal Revue passieren, denn es war eine der schwierigsten Wochen seit langem.

Wie so oft, wenn ich versuche, der Sache auf den Grund zu gehen, stelle ich fest, dass es nicht eine alleinige Ursache gibt, sondern dass verschiedene (Stress-)Faktoren dazu geführt haben, dass ich irgendwann meine innere Ruhe verloren habe und damit auch den Überblick und die Fähigkeit zur klaren Organisation. Statt zu agieren, habe ich irgendwann nur noch reagiert - und darauf reagieren die Kinder immer, sehr direkt, sehr aggressiv und das Ganze schaukelt sich systematisch hoch. Je gereizter und überlasteter ich bin, umso pampiger, frecher und aggressiver werden sie, umso mehr bin ich erschöpft und damit gereizt und so eskaliert das Ganze. Ich bin dann nicht mal mehr ansatzweise der organisierte, gelassene Typ Mutter und komme nicht mehr zurecht, sondern hetze mich den ganzen Tag ab und komme doch zu nichts, irgendwo ist immer Streit zu schlichten, Mist zu beseitigen, Probleme zu lösen - und abends bin ich zu ausgebrannt, um mich noch zu erholen, und auch eine oder zwei Extrastunden Schlaf ändern daran nichts mehr.

Nun mache ich mir hier nicht unbedingt Selbstvorwürfe, denn damit wird nichts besser oder rückgängig gemacht, doch ich versuche, herauszufinden, was ich anders machen muss, um mich nicht so bald wieder in eine solche Lage zu bringen, dass ich nur noch weglaufen möchte.

Manche der Ereignisse waren selbstbestimmt (dass ich vom Wochenende so kaputt war, das war eindeutig meine Schuld, dass ich die endlich gekommenen Vorhänge auch noch unbedingt aufhängen musste), manche waren fremdbestimmt (der Elternabend, der Termin zum Herdumbau ausgerechnet an dem Tag, als ich ausnahmsweise Besuch hatte, die Arbeitsplanung meines Mannes) - aber dennoch hätte ich gerade eine solche Woche aus Erfahrung von allem Überflüssigen befreien sollen. Hätte, müsste, täte....

Nun gut, ich hoffe, ich lerne daraus und grenze mich in Zukunft wieder besser ab gegen ein Zuviel - mir zuliebe, den Kindern zuliebe, denn das kann es nicht sein, dass zwar am Wochenende die Woche mit all ihren Aufgaben geschafft ist, aber nur ein schales Gefühl der Erschöpfung und des Versagens zurückbleibt.

Wie sagte doch der Zwirbel heute so gönnerhaft zu mir:
"Eigentlich bist Du ja eine ganz liebe"

Ich werde mich bemühen ;-)

Jac 01.10.2005, 22.33 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Verbissen



Ich werde wohl immer verbissen reagieren, wenn wohlmeinende Menschen behaupten, man könne ein wissbegieriges Kind am Lernen hindern oder man könne ein Kind zur Hochbegabten-Leistung drillen.

Ein Kind lernt genau so viel, wie es lernen möchte und kann. Natürlich ist eine liebevolle Motivation, gelegentlich auch mal ein bisschen Strenge, eine Unterstützung - aber nur soweit, wie es das Kind zulässt.
Ein wissbegieriges Kind zu bremsen, nur weil irgendjemand findet, dass erst Schulkinder lesen und schreiben lernen sollen, ist einfach nur vergebliche Liebesmühe. Einem bücherhungrigen Kind Bücher vorzuenthalten, weil man findet, es solle sich lieber sportlich oder musisch betätigen, bringt ausser einem unglücklichen, unterforderten Kind auch nicht viel.

Kinder lernen, täglich, vom Moment an, wo sie auf die Welt kommen. 3 Bauklötze aufeinanderzustapeln ist genauso lernen wie ein Oval malen, das die Erwachsenen als "O" bezeichnen - doch der Begriff "lernen", der stammt aus der Erwachsenenwelt. Kinder sehen beides als Spiel an, weil sie mit etwas Glück diese Trennung zwischen Spielen und Lernen noch nicht machen - und das ist auch gut so, denn eigentlich gibt es keine, die gibt es nur in den Köpfen der Erwachsenen.
Zahlen - die laden doch förmlich ein, um mit ihnen zu spielen, sie aufeinanderzustapeln, auseinanderzunehmen, nach verschiedenen Logiken zu sortieren - das nennt sich dann Mathematik...
Sprache - was kann man nicht alles für herrliche Dinge anstellen mit der Sprache - endlos ist die Liste der Wortspiele, mit denen Kinder Sprache "lernen" können.

Doch  die Menschen, die so fein säuberlich trennen zwischen "Lernen" und "Spiel" und die Schule als "Ernst des Lebens" bezeichnen, die haben dann auch nicht das geringste Verständnis dafür, dass es für manche Vierjährige nichts Schöneres gibt, als zu schreiben, zu lesen, zu rechnen - und die das halt dann eben schon können, wenn sie eingeschult werden. Und ich bin mir sicher, nur in einer verschwindend kleinen Minderheit sind die Eltern "schuld", dass das Kind halt gern mit Zahlen und Buchstaben gespielt hat...

Jac 15.09.2005, 22.07 | (5/4) Kommentare (RSS) | TB | PL