Stapelweise
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3


Mein Leben in 6 Worten:

Klein beigeben ist was für andere.

 

freihalterin bei twitter




Statistik
Einträge ges.: 1899
ø pro Tag: 0,3
Kommentare: 3871
ø pro Eintrag: 2
Online seit dem: 07.12.2003
in Tagen: 5648

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Sinniertes

Wehmut


Das MT ist nun vorbei, die ersten Bilder und Berichte tauchen auf, ich war nicht dabei - aber ich gebe zu, ein bisschen Wehmut packt mich schon.
Da sind so viele Menschen zu sehen, die ich so gerne wieder einmal gesehen hätte, die ich so wenigstens einmal im Jahr am MT getroffen habe...


Nun ja, ich habe mich so entschieden, und es war richtig - aber ein bisschen Selbstmitleid darf jetzt schon mal sein ;-)



Jac 23.09.2007, 21.52 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Befreit

Wie ein Stein lag es die letzten Wochen auf mir.

Ein unüberwindbarer Berg aus Fahrplänen, Distanz, Flugrouten, Reisezeit, Mietautos und Zugstreiks. Und so sehr ich mich abstrampelte, da hoch zu kommen, der Berg wurde immer höher und schwieriger, sodass ich mir vorkam, als müsste ich den Mount Everest erklimmen, doch dabei wollte ich doch nur ans MT. Plötzlich erwischte ich mich dabei, wie ich im Kopf das Verhältnis Reisezeit zu "dort-Zeit" berechnete, wie ich mir über Kosten Gedanken machte, was die letzten sechs Mal nicht eine Sekunde getan habe. Und das war mir dann doch Warnzeichen genug.

Doch nun habe ich es geschafft:
ich habe mich entschieden, auf gar keine Berge zu klettern, eine allfällige Auszeit sonstwie einzuziehen und das MT ohne mich stattfinden zu lassen. Und ich fühle mich sehr befreit. Natürlich wird mich eine gewisse Wehmut packen, wenn es dann soweit ist, aber das tut es bei jedem Treffen, wo ich gern dabei gewesen wäre und nicht konnte.

Vielleicht liegt das "Befreit-Gefühl" aber auch einfach an den 2 dl MoëtChandon, die ich intus habe ;-)

*hicks*

Jac 05.08.2007, 20.17 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

In einem anderen Leben

In einem anderen Leben,

...da habe ich Tage, Wochen, Monate mit meinem Sohn im Spital verbracht, immer voller Mut, dass vielleicht alles wieder gut wird, immer darauf ausgerichtet, das alles irgendwie zu überstehen und zu funktionieren, immer das Ziel "Chemo-Ende" vor Augen, mit dem Wunsch im Herzen nach Heilung.

... da habe ich irgendwann packen müssen, dass es nicht nur keine Heilung, sondern keine Hoffnung mehr gibt, denn die Befunde des Rezidivs waren mehr als eindeutig.

... da musst ich lernen, loszulassen, was ich doch festhalten wollte, was ich nicht hergeben wollte, musste es aushalten, dass es irgendwann kein Morgen mehr gibt für meinen Sohn.

In diesem anderen Leben habe ich an einem Dienstagabend zusammen mit meinem lieben Mann unseren Sohn hier zuhause in den Tod begleitet, seine letzten Atemzüge gehört, seine letzten Herzschläge gespürt - und die grosse Stille in mir, als es vorbei war, kurz nach Mitternacht.
Stille und Erleichterung.
Traurigkeit und Hoffnung.
Alles gleichzeitig.


Es war in einem anderen Leben, so kommt es mir nun vor. Sieben Jahre ist es her, ein mehrfaches länger, als David überhaupt bei uns war, und alles, was mir geblieben ist, das ist das Gefühl, als sei es in einem anderen Leben, in einem Film, bei jemand anderem gewesen.

Doch heute wird mir schmerzhaft klar : es kann sich tausendmal anfühlen wie in einem anderen Leben:
es ist kein anderes Leben, es ist mein Leben.

Und so fern und fremd es mir manchmal ist, tief in mir drin ist sie immer da, die leise Sehnsucht nach ihm, der stille Schmerz, dass David nicht bleiben durfte.
Und auch wenn ich weiss, dass es unmöglich ist - ich wollte, ich könnte ihn wiederhaben.

Lasst ihn unvergessen bleiben, denn das ist alles, was wir noch haben.




Ob es wohl auch irgendwann mal aufhört, weh zu tun an Tagen wie diesen?



Jac 02.05.2007, 21.17 | (13/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Für den WBE


Du bisch mis Güüfeli.



(Du bist meine Stecknadel, Anm. der Red.)

Ja, das passt. Der gestrige Tag mit Dir war einfach wunderbar, nur wir beide, keiner, der dreinredet und schon wieder gehen will, bevor wir angekommen sind. Und der anderen, der haben wir es gezeigt, jawoll.
Und ich freu mich über jede Minute, die wir ungestört verbringen dürfen, denn Du bist für mich noch immer der spannendste Mensch auf dieser Welt, auch nach all den Jahren. Es macht mich froh für die Zukunft, denn Du weisst ja: es gibt ein Leben nach den Kindern ;-)


Jac 22.04.2007, 21.22 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

An meine schärfste Kritikerin

Ich mag Dich nicht.

Was auch immer ich tue oder denke, fühle oder sage, immer, wirklich immer, weisst DU es besser. An allem hast Du etwas auszusetzen, Du findest noch das letzte Haar in der Suppe.

Lange Zeit habe ich geglaubt, Du meinst es gut mit mir, und Deine Anwesenheit treibt mich an, stets das Beste, was ich zu geben habe, noch etwas besser zu machen. Ich dachte, Du möchtest, dass ich noch besser, noch gütiger, noch perfekter werde. Wenn Du mich ständig kritisiert hast, sobald ich mich an meiner Leistung gefreut habe, dann habe ich das als ganz normal empfunden, als hätte ich nicht mein Bestes gegeben und mir fest vorgenommen, alles noch besser zu machen, damit Du irgendwann einmal nichts mehr zu meckern findest.

Aber das war ein Denkfehler : Du findest immer etwas. Du treibst mich nicht an, sondern Du zerstörst mir die Freude daran, was ich tagtäglich leiste, nimmst mir den Mut, die Dinge nur gut, aber nicht perfekt zu machen, auch den Mut, mich an neue Dinge zu wagen und impfst mir ein schlechtes Gewissen ein, wenn ich in Deinen Augen versagt habe.
Deinetwegen kann ich mich an manchen Sachen nicht mehr einfach erfreuen, sondern richte den Blick auf meine Unzulänglichkeiten, denn nur noch perfekter ist gut genug.

Ich habe genug von Dir, ich will Dir keine Macht mehr über mich geben.
Du hast Dich jetzt lange genug in meinem Wesen eingenistet, geh weg und lass mich in Ruhe.
Ich möchte mich freuen können, weil ich etwas einfach gemacht habe, und zwar nicht nur, wenn es absolut über jeden Zweifel erhaben ist. Ich möchte auch mal schlecht gelaunt, ungenau, unperfekt, chaotisch, schlampig sein können, ohne Dein Dauergemeckere zu hören. Ich möchte frei sein, mich in meiner Ganzheit anzunehmen, und so leid es mir für Dich tut (nein, eigentlich tut es mir gar nicht leid), da gehören auch meine Schwächen dazu, die mich bestimmt zu einem nicht perfekten, aber vielleicht zu einem liebenswerten Menschen machen. Ich möchte mich nicht Deinetwegen immer an anderen messen müssen, sondern meine eigenen Wertmassstäbe finden, aus mir heraus.
Ich will nicht mein ganzes Leben an Deinem Leistungsdruck ausrichten, sondern den Moment spüren, nicht eine leistungsfähige Maschine sein, sondern ein warmer, fühlender Mensch.

Verschwinde, Du innere Stimme, die mich so hart dran nimmt wie sonst keiner. Verschwinde und lass mich Mensch sein.


Jac 11.02.2007, 14.03 | (6/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Einfach unglaublich


Wenn mir jemand das erzählen würde, was hier gerade so läuft, als unbeteiligtem Dritten,  dann würde ich mir wohl im Stillen an den Kopf fassen und mir denken "klar, wenn man dran glaubt, hilft eh alles" und "reines Wunschdenken", würde zwar Verständnis haben, dass man manche Dinge halt ausprobieren will, aber mich selber dennoch weiterhin in der Skepsis bestärken.

Doch das Verrückte daran :
es passiert hier, es geht eindeutig übers Wunschdenken hinaus, ich erwische mich täglich mehrmals, wie ich mit dem Kopf schüttle, weil ich es selber eigentlich gar nicht glauben kann, ich komme mir vor, wie in einem Film und studiere daran herum, wie es wirken kann, belese mich, ertappe mich dabei, dass ich dennoch skeptisch bin - und dann lege ich den Blick auf die Realität, und stelle fest - da ist was.

Einfach unglaublich.
Einfach wunderbar unglaublich.
Einfach unfassbar.

Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als man sehen und verstehen kann. Das wusste ich schon immer, und da gibt es einiges, was mir so als Beispiel einfällt, das "Alltag" ist.
Und auch schon immer habe ich die These unterstützt "wer heilt, hat recht".

Aber das hier, das geht doch einfach nicht mit rechten Dingen zu....


Und wer sich nun fragt, wovon zum Kuckuck ich rede - nein, soweit bin ich noch nicht, dass ich das unverschlüsselt von mir gebe. Vielleicht komme ich nie soweit, vielleicht ist es ein neuer Weg - man wird sehen....

Unglaublich.


Jac 29.01.2007, 20.53 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Was ist Glück?

Glück war heute für mich:

die Stereoanlage aufzudrehen und mit den Kindern eine Show zu "we will rock you" und "we are the champions" abzuziehen, zu singen, zu tanzen, zu klatschen und zu lachen. Völlig unbeschwert und frei, völlig unwichtig, ob die Frisur noch sitzt, der Hintern zu dick und der Takt auch mal daneben ist, in strahlende Gesichter zu blicken, die mich mit liebenden Augen angeschaut haben.


Ein paar Minuten nur, und doch eine kleine Ewigkeit des Glücks....



... und solche Momente wünsche ich mir und Euch allen da draussen im kommenden Jahr reichlich, Momente, in denen Euch tiefe Liebe und Wärme erfüllt und der Verstand und die Vernunft einfach nicht wichtig sind.
Momente, die durch ein Jahr tragen können.


Ich hatte ein gutes Jahr, denn solcher Momente gab es so viele, auch wenn kaum welche hier Eingang gefunden haben, denn manches kann und will man nicht teilen oder es lässt sich nicht so einfach in Worte fassen wie der Moment heute.
Ich hatte ein gutes Jahr, weil es weniger Zweifel und mehr Freude an mir und mit mir brachte. Ich hatte vor allem auch ein gutes Jahr, weil es meine Familie gibt, meinen Mann, meine Kinder und all die anderen Menschen, die mir am Herzen liegen.




Jac 31.12.2006, 20.40 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Schwermütig


Es ist ja eigentlich längst zu einem Ritual geworden, zu einem festen Bestandteil von Weihnachten, und doch, manchmal da schnürt es mir die Kehle zu, wenn wir uns aufmachen, um Blumen aufs Grab zu bringen...
Dann wird mir so richtig bewusst, dass hier einer fehlt, dass unter der Tünche des Alltags immer auch die Traurigkeit steckt, die mich wohl mein Leben lang in solchen Momenten überfallen wird. Immer öfter antworte ich auf die Frage, wieviel Kinder ich habe, mit "drei", weil ich einfach nicht immer die ganze Geschichte aufrollen mag. Doch, nein, ich habe vier Kinder, auch wenn nur drei morgen abend hier Geschenke auspacken werden. Das vierte, das trage ich in meinem Herzen, aber ich würde es lieber an der Hand halten....


Manchmal wünsche ich mir dann so leise, dass es irgendwann vorbei sein möge. Dass es alles einfach völlig unbelastet sein kann. Dass alles wieder gut ist.
Aber eigentlich weiss ich nur zu gut, dass mir dann etwas fehlen würde, selbst wenn es "nur" die Traurigkeit ist. Es ist nun mal mein Leben, und das kann ich nicht eintauschen.

Wir werden die schönsten Blumen kaufen, die wir finden und ein Lichtermeer anzünden auf dem Friedhof und jede einzelne Kerze wird es laut in die Welt schreien : David, wir lieben Dich und wir wünschten, Du wärst hier.


Jac 23.12.2006, 11.16 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Du



Du - stehst vor mich, ohne mir die Sicht zu versperren.
Du - stehst hinter mir, ohne mich einzuengen.
Du - lässt mich zu Dir aufschauen, ohne auf mich herabzusehen.
Du - lässt Dich von mir auffangen, ohne dass ich Dich tragen muss.
Du - bringst mich zum Klingen, ohne etwas zu sagen.
Du - bist der Mensch, den ich liebe und für den ich durchs Feuer gehen würde...


Auf die nächsten 15 Jahre Ehe, mein lieber Mann!




Jac 12.12.2006, 09.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Adventsstimmung

Es war vorgestern, da konnte ich mir zwischen Zahnarztterminen und Elternabend, zwischen Wäschebergen und Gartendreck nicht im geringsten vorstellen, dieses Jahr noch irgendwann in Weihnachtsstimmung zu kommen, schon gar nicht bei fast 20 Grad plus.

Es war gestern, als ich dann nachmittags losgefahren bin in "unseren" Blumenladen, um uns ein Advents-Gesteck zu besorgen und beim Anblick der wunderschönen Glitzerdinge, der Kerzen und Engel und Kugeln so ein seltsames Gefühl ums Herz herum bekam, und das lag nicht nur an der gesunkenen Temperatur.

Es war heute, als ich aufgeräumt, ausgeräumt, weggeräumt und dann hingeräumt habe, sodass unser Haus nun mit Funkel, Glitzer und Leuchten ausgestattet ist, als ich entschieden habe, dass wir dieses Jahr unbedingt wieder ein Adventsbäumchen brauchen, Lichterketten an Fenster gefriemelt habe, mich über den Inhalt der drei grossen Kisten aus dem Estrich gefreut habe, die Adventskalender der Kinder verteilt habe (nicht selber gefüllt *g*).


... und es ist jetzt, wo ich spüre, wie dieses stille, harmonische Gefühl der Vorweihnachtszeit in meinem Herzen einzieht, wo ich über Geschenke und Menschen nachdenke, wo ich mir den ersten Schnee wünsche...

...und wie jedes Jahr bin ich verblüfft, wie schnell diese spezielle Stimmung einziehen kann, wenn man sie lässt!

Schöne Adventszeit wünsche ich allen, die hier lesen, möge Euch dieses spezielle Gefühl auch befallen :-)




Jac 30.11.2006, 21.32 | (0/0) Kommentare | TB | PL