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Mein Leben in 6 Worten:

Klein beigeben ist was für andere.

 

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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Sinniertes

Biederkeit in Person

In meiner Vorstellung bin ich mit Stil gekleidet, habe einen eigenen, unverwechselbaren Stil, trage nur, was mir steht und meine Vorzüge betont und meine Schwachstellen kaschiert und ich sehe so aus, wie ich mich fühle und ich fühle mich so, wie ich aussehe.
Das zumindest ist etwas, was ich vermutlich mit vielen Frauen teile, diese Vorstellung, wie man selber gerne auftreten würde.


In der Realität ist es hingegen anders. Meine Garderobe verdient meistens das Prädikat "praktisch, passend, bieder". Für spezielle Gelegenheiten gibt es Ausnahmen, da findet sich das eine oder andere Outfit, in dem ich mich wirklich gut fühle, elegant, pfiffig, doch spezielle Gelegenheiten sind nun mal die kleinsten Momente meines Lebens, meistens ist es nur normaler Alltag. Und wo es noch vor vielen Jahren Sinn machte, vorzugsweise robuste, gut waschbare Kleidung zu tragen, weil mir Kinder drauf gespuckt haben, weil ich auf den Knien herumrutschen musste, weil gewisse Stellen gut zugänglich bleiben mussten, so ist doch eigentlich diese Zeit schon lang vorbei. Aber wenn ich mit kritischem Blick über meinen Kleiderschrank gehe, wenn ich mich selber an einem x-beliebigen Tag mustere, dann hat sich eindeutig zu wenig geändert.
Früher, als ich noch "richtig" berufstätig sein musste, war das kein Thema, da fanden sich Kostüme, Blusen, Geschäftsoutfits, die richtig toll waren - und jeden Morgen, wenn ich das Haus verlassen habe, fand ich mich gut angezogen.

Doch dann kamen die Kinder, mit ihnen die veränderten Ansprüche an Kleidung - und schlussendlich ein paar viele Kilos, die sich strategisch höchst ungünstig verteilten.

Irgendwann habe ich den Faden verloren, mich schick zu kleiden, und nun stehe ich vor der (meiner) Anforderung : finde Deinen Stil....

Klar, ab und zu finde ich etwas, das mir richtig gut steht und das nicht bieder aussieht, aber viele Dinge scheitern ganz einfach daran, dass sie a) in meiner Grösse nicht zu haben sind und/oder b) in meiner Grösse einfach nur peinlich aussehen. (Wenn der Bauch aussieht wie im 5. Monat ohne schwanger zu sein, dann wirkt bauchfrei nicht wirklich erotisch...)

Wie machen das nur die Frauen, denen ich so begegne, wo man sich denkt *wow - die hat ja Klasse*, auch wenn sie vielleicht sogar auch zu den strategisch ungünstig geformten gehören?
Wie findet man seinen eigenen Stil und dann auch noch die Kleidung dazu?
Wie denkt man um, dass im Kleidergeschäft der Griff nicht automatisch zu "auf Nummer sicher" und damit wieder bieder geht?
Muss man sich das mit x Fehlkäufen verdienen oder geht es auch anders?

In Frauenzeitschriften gibt es manchmal ja so eine Rubrik, wo Frauen neu gestylt werden - sieht immer toll aus, aber ob das dann auch von Dauer ist?

Ich möchte wieder mehr nach dem aussehen, wie ich mich fühle, und Biederkeit gehört da nicht dazu... Nun habe ich die Haare kürzer, ich habe mir eine neue, pfiffige Brille ausgesucht - aber damit ist es nicht getan, denn auch morgen wird der Griff wieder zu Jeans und Pulli gehen...

Ganz schön schwierig, und bestimmt für manche ein Problem aus der Kategorie "wer keine Probleme hat, macht sich welche", doch für mich ist es eines, und der Rückschluss auf andere meiner Probleme könnte trügerisch sein.


Jac 06.10.2008, 21.16 | (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL

Kopfschubladen, durcheinandergepurzelt

Die letzten Tage haben mich aufgewühlt, nicht wegen Dingen, die mich betreffen, sondern die mich betroffen machen.
Sie tragen eine Überschrift, die "Krebs" heisst - und das ist nun mal ein Thema, das mich betrifft, denn ein wichtiges Stück meiner Lebensgeschichte trägt diese Überschrift.

Auch wenn dieses Wegstück schon einige Jahre her ist, ist in meiner Seele, meinem Kopf noch immer alles voll davon. Meist nicht präsent, sondern fein säuberlich verstaut in Kopfschubladen, chronologisch geordnet und sortiert wie sonst gar nichts in meinem Leben und gut weggepackt, nur die Erkenntnisse offen zugänglich.

Doch dann berührt jemand diesen Raum da oben, und manchmal purzelt dann alles wild durcheinander aus den Schubladen, fällt zu Boden, wirbelt Staub auf, bringt Vergessenes zutage und meine ganze, feine, säuberliche Ordnung ist zunichte und das Chaos in diesem Gedankenraum strahlt aus in alle anderen Gedankenräume.

Das Leben geht seinen  gewohnten Gang, alles ist wie immer, doch ich tappse im Blindflug durch, irgendwie äusserlich organisiert und innerlich neben den Schuhen. Wenn sich der Staub gelegt hat, fange ich an, wieder alles einzuräumen, wieder wegzupacken, wieder einzuordnen, lege das neu aufgetauchte Vergessene säuberlich dazu und schliesse leise und sanft die Türe hinter mir zu - mit einem Lächeln im Gesicht.

Denn solange, wie sich dieser Gedankenraum noch durcheinanderbringen lässt, so lange, wie sich da noch Vergessenes wiederfindet, so lange, wie es zwar Traurigkeit, aber auch Schönheit zu Tage bringt, was ich da finde - so lange weiss ich, dass ich noch fühle, atme, lebe und nicht vergesse.



Jac 18.09.2008, 20.43 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ohne Worte




http://www.rosensophie.de/blog/?p=153


Jac 12.09.2008, 22.31 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Unzufrieden...

...bin ich mit mir selber, denn heute war irgendwie das so ganz generelle Fass irgendwie voll, und Vorfälle, die ich sonst mit Gelassenheit und Konsequenz quittiere, die mich nicht so wirklich tief drin tangieren, die haben mich heute dazu gebracht, dass ich zurückgebrüllt habe, als mich der Grosse angepampt hat, weil er seine Aufgaben nicht erledigt hat. Dass ich von null auf 180 geraten bin, als lieb Töchterlein gleich 4 Paar Hosen auf einmal in die Wäsche geschmissen hat (die ich heute eigentlich alle weggewaschen habe), weil sie ihre Schmutzwäsche wieder mal tagelang nicht weggeräumt hat. Dass ich den Jüngsten angefahren habe, als er zum gefühlt millionsten Mal losgebrüllt hat, weil's nicht nach seinem Kopf ging...


Mir ist klar, auch Mütternerven sind endlich und die Zeiten, wo ich von mir erwartet habe, immer ruhig und geduldig zu bleiben, sind vorbei. Doch normalerweise gerate ich dann schon mal in Rage - und danach ist aber wieder gut. Momentan hingegen ist mein Reiz-Level einfach hoch und ich kriege ihn einfach nicht runter, und mir geht alles gegen den Strich statt leicht von der Hand.

Tief in mir drin, da finde ich schon eine Ursache - mir fehlt der Abstand zu dieser Tretmühle hier. Aber mein Kopf sagt, nicht zu Unrecht, dass das halt nicht immer so geht, wie man will, und dass ich nehmen soll, was geht, dass ich mir halt die kleinen Zeiten nehme. Aber meine Akkus sind leer, und davon werden sie auch nicht voller.

Ich bin genervt. Von den Kindern bzw. ihren "Phasen".
Aber vor allem von mir, weil mir gerade so alle Leichtigkeit abgeht, alle Lockerheit und ich mag mich selber nicht besonders, wenn ich mich so durch meinen Alltag quäle und mich am liebsten mit Arbeit überhäufe, um ja nicht darüber nachzudenken, wie wenig es für mich ausserhalb dieser 4 Wände gibt.....


......



Jac 11.09.2008, 20.28 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Härtefall

Seit über 13 Jahren heisst mein Job "Mutter und Hausfrau". Ein recht anspruchsvoller Job mit immer wieder neuen Aufgabenstellungen, mit "heissen Zeiten", Routinearbeiten und dem schwierigsten Arbeitsmaterial, das es gibt : Menschen, insbesondere Kinder.

Dieser Job macht mir genug Spass und bietet mir genügend Herausforderung, dass ich mich nicht ausserhäuslich kommerziell betätigen muss, zumal so ein Engagement für uns alle nur mit sehr viel Abstrichen in der Lebensqualität zu machen wäre. Es ist wohl auch schlichte pure Vernunft, die mich das nicht wünschen lässt.

Aber manchmal, da gibt es, wie in jedem Job Zeiten, da habe ich genug davon. Früher, da habe ich einfach die Stelle gewechselt, mir ein neues Arbeitsgebiet, ein neues Team, eine neue Sparte gesucht und war gefordert, mich möglichst schnell einzuarbeiten. Etwas, was mir immer grossen Spass gemacht hat. Und wenn die Routine kam (oder mir der Zicken-Hierarchie-Krieg zu blöd wurde), dann habe ich mich auf dem Stellenmarkt umgesehen, um was anderes, neues, besseres zu machen.

Nun bin ich aber in diesem Job, der mir nicht immer so viel anderes,neues, besseres bietet, der mich manchmal auslaugt, weil es die ewiggleichen Diskussionen über den ewiggleichen Kleinkram gibt (nennt sich im Fachjargon "Erziehung") und die grösste Herausforderung, die grösste Härte für mich ist es, mich immer wieder neu zu motivieren, durchzuhalten, nicht "die Stelle zu wechseln".

Früher bin ich den Weg des geringsten Widerstandes gegangen und habe mich einfach anderweitig engagiert, wenn die Motivation aus was für Gründen auch immer weg war - heute kann ich nicht ausweichen und muss mir meine Motivation jeden Tag neu erarbeiten und mich mit dem Alltag, der Routine arrangieren.

Erziehung, Haushalt, "Seelsorge", das sind alles Dinge, die mir leichter fallen, sind sie doch mit genügend Fachkenntnissen, einer gesunden Portion Menschenverstand und einem Hang für "try und error" ganz gut zu schaffen. Meine Persönlichkeit, tendenziell flatterhaft und immer auf der Suche nach dem Neuen, die muss sich da ganz schön durchbeissen.

Wenn die Kinder irgendwann erwachsen sind, dann werde ich sicher auch auf sie stolz sein. Aber am meisten werde ich wohl auf mich stolz sein, wenn ich sagen kann : "ich habe nicht gekniffen".


Jac 31.08.2008, 19.57 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Schneckenhaus

***

Es war einmal....


... eine kleine Schnecke, die gross und stark werden wollte. Mutig kroch sie hinaus in die Welt und auch wenn Gefahr drohte, lugte sie ganz schnell wieder aus ihrem Häuschen heraus, denn die Welt schien ihr so faszinierend und schön, dass sie ihre Angst beiseite schob und hier an einem Blättchen und dort an einem Salätchen knabberte und auch das Auftauchen von gelegentlichen Amseln änderte daran nicht viel.

Von soviel schönem Leben leichtsinnig geworden, verzog sie sich immer seltener in ihr Häuschen und freute sich ob der Sonne, des üppigen Speiseplans und daran, dass sie unterdessen gross und stark geworden war.

Doch eines Tages, sie mümmelte gerade so an einer Hyazinthen-Blüte, die sie so besonders gern mochte, dachte sich nichts böses, sinnierte über ihr Leben und hielt den Schatten über ihr für ein kleines Wölkchen vor der Sonne. Doch oh weh, es war eine Amsel, die sich direkt von vorne angeschlichen hatte und vor lauter Schreck versuchte die kleine Schnecke nicht gleich, sich in ihr Häuschen zurückzuziehen, sondern wollte arglos und naiv mit der Amsel reden, um sie davon zu überzeugen, dass sie keine Feinde sein müssten. Doch die Amsel sah nur ihre Mittagsmahlzeit und wollte nicht reden und hackte auf die Schnecke ein, die sich mit letzter Kraft in ihr Häuschen zurückzog, von wo sie spürte, wie zornig die Amsel auf ihrem Häuschen herumhackte.

Die kleine Schnecke war verletzt und blieb sieben Tage und sieben Nächte in ihrem Häuschen und wusste nun, Amseln sind keine Freunde.

***

Ich werde es nie lernen, mich nicht zu weit hinauszuwagen, Menschen nicht zu nah an mich heranzulassen. Aber ich will es auch gar nicht, auch wenn mir der Preis jedesmal zu hoch scheint.



Jac 12.02.2008, 12.27 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Stümperhaftes Liebesgedicht

~~~~~~~~~~~~~~

Wir sahen aus wie Nonne und Pater,
meinte amüsiert mein Vater.
Schwarzer Mantel über weissem Kleid,
der Weg zum Standesamt war gar nicht weit,
doch wegen Winter haben wir gefroren,
kamen an mit roter Nase und kalten Ohren.

Die wichtigste Unterschrift haben wir gegeben,
für damals und doch fürs ganze Leben.
Versprochen haben wir uns schöne Dinge,
gewechselt danach die goldenen Ringe.
Es freuten sich darauf alle sehr,
mit Kindern, Krücken und vielem mehr.

Ein Anfang war es voller Pannen,
die Jahre zogen doch von dannen,
erfreuten uns mit schönen Sachen,
und mussten auch leide Erfahrungen machen.
Es wird hier gern und viel gelacht,
am Morgen, Abend und auch mal in der Nacht.

Du hast mich genommen, wie ich bin,
hattest nie meine Unterwerfung im Sinn,
hast mich ermutigt und nur mein Bestes gewollt,
mir auch immer wieder Bewunderung gezollt.
Mich angetrieben und aufgebaut,
mit mir gemeinsam nach vorne geschaut.

Seit damals sind es heut' 16 Jahr,
ich hab' nun Falten und graue Haar,
ein paar Kilo dazu, ein paar Macken mehr,
doch immernoch liebe ich Dich sehr.
Keinen einzigen Tag davon möcht' ich missen,
und darum werde ich Dich heute abend ganz heftig küssen.

~~~~~~~~~~~~~~




Alles Liebe zum Hochzeitstag, mein Daniel, mein Ein und Alles!


Jac 12.12.2007, 12.12 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Kleine Kinder, kleine Sorgen...

...grosse Kinder, grosse Sorgen...

Wer kennt ihn nicht, diesen Spruch...
Ich dachte immer, dass mit zunehmendem Kinderalter eine Verlagerung stattfindet, weg von den "pflegerischen" Aufgaben hin zu den "freundschaftlichen", beratenden Aufgaben und dass das dann viel leichter ist.

Doch nun merke ich, dass das eher ein Wunschdenken war.

Klar, alle meine Kinder sind in der Regel einige Stunden täglich ausser Haus, Körperpflege könn(t)en sie selber, wegen Hunger oder Durst muss ich auch nichts mehr fallen lassen und zu Hilfe eilen.
Und doch, in den Stunden, wo sie dann hier sind, da brauchen sie mich mehr, intensiver als früher. Es reicht nicht, dreiundzwanzig Mal die gleichen Lego-Teile zusammenzustecken, weil sie es selber noch nicht können, sondern da sind intensive Sachen gefragt wie Hausaufgabenkontrolle, ein Thema, das beim Grossen früher keines war, weil's nicht so drauf an kam, doch jetzt kann er sich eben nicht mehr durchmogeln und so bin ich in der Pflicht - nicht sein Aufgaben zu machen oder für ihn zu entscheiden, wann er sie macht, sondern ein Auge drauf zu haben, weil er ganz gern mal den Überblick verliert und sie dann vergisst. Plötzlich muss dieses Kind lernen, weil's ohne Lernen nicht mehr reicht - und das muss zuerst mal in seinem Kopf ankommen, denn 5 Jahre lang hat er alles im Vorbeigehen mitgenommen und musste sich kein bisschen anstrengen...
Können tut er es, nur das mit der Selbstorganisation, daran arbeiten wir noch - manchmal effizient und manchmal nur einfach laut, weil sich seine Vorstellungen nicht wirklich mit den unseren decken..
Töchterlein befindet sich in der entscheidenden Phase, welchen Typ Oberstufe sie ab nächsten Sommer besuchen wird. Und so gern sie in die Bezirksschule möchte, im Alltag ist die Motivation sich dafür einzusetzen eine oft sehr brüchige Sache - und so erinnere, motiviere ich, spiele den Antreiber - und das möglichst zeitgleich mit dem Antreiben des Grossen - und parallel zum Kleinsten, der nun auch Aufgaben machen muss und erst lernen muss, dass Schule nicht aufhört, wenn die Schule aus ist.

Daneben mache ich mir (zu?) viele Gedanken über ihre Persönlichkeitsentwicklung, über pubertäre Machtkämpfe, über hormongeschwängerte Streitigkeiten und ich finde das alles momentan doch ziemlich anstrengend.

Bei der Vorstellung, neben diesen Aufgaben noch einen Job oder eine erneute Ausbildung schmeissen zu müssen, wird mir ganz anders.
Ich weiss, es gibt viele da draussen, die genau das tun - aber ich kann es mir für uns nicht vorstellen, denn die Abstriche wären zu gross und langfristig würden die Kinder darunter leiden.

So beisse ich eben die Zähne zusammen, halte mir vor Augen, wie wichtig das ist, was ich hier tue und lasse mich gelegentlich belächeln "weil meine Kinder sind ja schon so gross, da ist es ja schon so viel einfacher...".
Jaja.

Aber so ganz unter uns:
auch wenn ich gelegentlich da Bedürfnis habe, hier auszureissen - ich weiss, dass ich die Herausforderung brauche. Für die einen ist das ein Job, für andere eine Ausbildung - für mich eben die Bedürfnisse der Kinder. Und das wissen sie anscheinend ;-)



Jac 30.10.2007, 20.23 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

...


Manchmal ist die Sehnsucht einfach nur unerträglich.
Und egal, wohin ich davonlaufe, sie kommt mit und treibt mir die Tränen in die Augen. Doch weinen, das kann ich nicht, doch lachen, das kann ich auch nicht und nichts spüren, das kann ich auch nicht.

Manchmal muss ich es einfach aushalten, und auch wenn ich jedesmal denke, es wird immer leichter - ganz so ist es nicht, Sehnsucht wird nicht schwächer mit der Zeit, auch der Schmerz nicht. Man wird wohl nur geübter, weiterzumachen.

Tröstlich, dass auch diese manchmal vorübergehen und morgen ein neuer Tag ist.


Jac 25.10.2007, 21.48 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Weltstar hautnah

Liederabend mit Montserrat Caballé, begleitet von Manuel Burgueras, Tonhalle Zürich


Als sie die Bühne betrat, wirkte sie wie eine alte Frau, mit schwerem Gang und ernstem Gesicht.

Doch dann erklangen die ersten Töne auf dem Klavier, ihr Gesicht verwandelte sich und als sie zu singen begann, fielen all die Jahre von ihr ab wie ein Mantel, den man abzieht und es zählte nur noch diese umwerfende Stimme, die raumfüllende Ausstrahlung und das Lächeln im Gesicht, das so ansteckend ist.
Nicht alle der Lieder waren meine Favoriten, doch WIE sie diese Lieder gesungen hat, machte jedes einzelne zu einem Erlebnis, umsomehr als wir in der ersten Reihe sassen und nichts und niemand uns die Sicht versperrte.


Als sie versuchte zu erzählen, warum sie die kleinen Pausen aus dem Programm ausfallen lassen, musste sie so lachen, dass man die Geschichte nicht wirklich verstand (der Pianist und der Tisch und eine Beinverletzung), aber das war nicht weiter schlimm, denn bei so einem ansteckenden Lachen ist es nicht mehr wichtig, weil man eben lachen muss.
Und als sie als Zugabe dann ein schweizerdeutsches Volkslied intonierte, war die Begeisterung, die Freude an der Musik und die tiefe Ehrfurcht vor dieser Künstlerin förmlich im Raum greifbar.

Es hat sich gelohnt, oh ja!






Jac 10.10.2007, 00.50 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL