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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Nostalgisches

Aviatik pur - die Tante Ju

heute haben mein Mann und ich etwas ganz Besonderes erlebt:

wir haben einen stündigen Rundflug mit einer Tante Ju gemacht.

Die Ju ist eine von 8 noch flugfähigen Junkers Ju 52/3, von denen 3 in Dübendorf stationiert sind, nachdem sie von der Schweizer Armee ausgemustert wurden.
Ein Heer von Freiwilligen hat sie wiederhergestellt und betreibt nun einen Flugdienst.

Mein Mann bekam den Flug zum 50. geschenkt, der erste Termin musste abgesagt werden, denn dieses Flugzeug hat keinen neumodischen technischen Kram an Bord und kann nur bei Sichtflugbedingungen starten.


Aber heute hatte alles gepasst, wir sassen gespannt in dieser Blechkiste, die weniger Gewicht auf die Waage brachte als 4 VW-Busse....





...und dann erlebten wir eine Reise in die Vergangenheit und bekamen einen Eindruck, was Fliegen auch bedeuten kann. Es war laut, es war kalt, es war nicht so hoch wie sonst, man konnte nach wie vor Häuser und Autos erkennen, wenn denn welche da waren, denn unsere Route führte uns über Gebiete, die man sonst höchstens als Bergsteiger kennenlernt - und es war sensationell!



Mehr als einmal entstand der Eindruck, die Tragfläche würde jetzt gleich den Bergkamm touchieren oder man könne die Wolken angreifen, die Piloten hatte alle Hände voll zu tun, denn sie mussten die ganze Zeit regeln und schieben und hebeln - und ich weiss jetzt auch, ab welcher Flughöhe man keinen Empfang auf dem Handy mehr hat, denn die mussten nicht ausgeschaltet werden, es war ja sonst keine Elektronik an Bord (ausser eine gepflegte Versammlung von Kameras der besseren Klasse)
17 Personen hatten Platz, das Wort Beinfreiheit unbekannt, aber dafür durfte man aufstehen und ins Cockpit und an alle Fenster -



einfach gewaltig!

Wer also die Möglichkeit hat, das auch mal zu machen - es sei ihm wärmstens empfohlen, es ist ein sehr, sehr eindrückliches Erlebnis!

Jac 28.05.2011, 22.28 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ausgegraben


Zu den Sammlern und Hortern zu gehören, ist bisweilen eine platzintensive und chaotische Sache, und immer wieder packt es uns, Unnützes zu entsorgen, Unnötiges weiterzugeben, Ungebrauchtes wegzuräumen. Doch immer wieder sind da auch Dinge, die weder nötig noch im Gebrauch noch sinnvoll sind, aber von denen wir uns trotzdem nicht trennen wollen / können.

Vor vielen, vielen Jahren ging unsere alte Braun-Stereoanlage kaputt, die da wohl schon an die zwanzig Jahre auf dem Buckel hatte und wurde abgelöst durch CD-Player und Receiver, denn Plattenspieler und Tapedeck brauchte da ja schon keiner mehr. Die LPs wurden auf den Estrich verbannt, weil man doch dran hängt, was man sich da von seinem ersten selbstverdienten Geld gekauft atr, und bei verschiedenen Entrümpelungsaktionen auf dem Dachboden war mir diese Kiste immer noch nicht entsorgungswürdig - und der Plattenspieler wurde von der Anlage getrennt, im Keller eingelagert und der Rest entsorgt.


Und heute packte es mich - nichtwissend, ob die Platten nicht alle verzogen und verkratzt sind, ob der Plattenspieler überhaupt noch funktioniert und sich an unsere modernen Mediengeräte anschliessen lässt, wollte ich es doch versuchen - und es hat funktioniert.

Mit leisem Kratzen und Rauschen, weil die Nadel wohl nicht mehr so gut in Schuss ist, mit seltsamen Hüpfern, wenn man an den Plattenspieler gekommen ist, habe ich geschwelgt in alten musikalischen Erinnerungen, in Musik, die es teilweise wohl nie auf CD geschafft hat, Musik, die ich teilweise schon fast vergessen habe....
Mein Abend war angefüllt mit Mannfred Mann's EarthBand, Barcley James Harvest, Supertramp, Sheena Easton, Barbra Streisand auf Vinyl - und da sind noch so viele mehr in der Kiste, manche auch doppelt, weil sie Daniel ebenso gekauft hatte wie ich...

Zum Reinhören: Barcley James Harvest/ Hymn:
http://www.youtube.com/watch?v=-aPnFTFrg5k

Entweder wird das alles in einigen Tagen wieder eingemottet - oder  ein  (neuer)
Plattenspieler wird wieder Einzug halten in unserem Haus, und sei es nur, um die eine oder andere musikalische Rarität irgendwie in digitale Form zu bringen - so oder so, manchmal ist nicht wegschmeissen wirklich die beste Möglichkeit ;-)
(Über die eine oder andere Kiste, die mir bei der Suche nach den Platten in die Hände gefallen ist, breite ich jetzt lieber den Mantel des Vergessens aus *hüstel*)


Jac 20.02.2010, 21.28 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Vor 20 Jahren...

(das wollte ich gestern bloggen, aber technische Probleme haben mich daran gehindert, jetzt geht dank BLW-Sonntags-Nothilfe alles wieder ;-)

Vor 20 Jahren....

...war es dunkel, es war kalt, ich war müde vom langen Abenddienst,  es war verschneit und gefroren, und ich stand da mitten auf dieser Strasse bergauf, in einem kleinen Kaff, im warmen Auto - das keinen Wank mehr tat...
Batterie, Benzin, alles war in Ordnung, nur der Motor, der tat nicht mehr.


Und dann kam von hinten ein Auto, hat den Blinker gesetzt, mich vorsichtig umfahren (ich stand ja wie er wähnt mitten auf der Strasse!) - und ist an mir vorbeigefahren...

*oooooh*
Wie ein Rohrspatz habe ich geschimpft "Du würdest auch besser anhalten und mir helfen, Du *ç(%/("*=?, das nennt sich unterlassene Hilfeleistung, Du "*%()%?ç/"..."....und dann sah ich die Bremslichter, das Auto hielt an, setzte zurück, eine grosse, dunkle Gestalt stieg aus und kam auf mich zu - um mich dann ganz freundlich zu fragen, ob ich Hilfe brauche...

Ja, ich konnte, dringend, verzweifelt... Ein Landei, mit kaputtem Auto, nachts allein auf der Landstrasse, Handys gab's damals noch nicht und praktisch blank wie fast immer war ich auch...
Der nette junge Mann traute sich zu, mein Auto rückwärts die Strasse runterrollen zu lassen bis zum nächsten Restaurant, mit grossem Parkplatz, ich hätte mich nicht getraut - vorwärts war ich grossartig mit diesem alten Riesenschiff, das ich mein eigen nannte, aber rückwärts?

Der junge Mann, der zufälligerweise im gleichen Ort (10 km entfernt) wohnte wie ich und ebenfalls auf dem Heimweg von der Arbeit war, bot mir an, mich mitzunehmen.
Auf dem Weg dahin erzählten wir uns so dies und das (bzw. ich erzählte und er kam kaum zu Wort), er setzte mich zuhause ab, ich stieg aus, bedankte mich und auf dem Weg in meine Wohnung dachte ich "nett ist er ja, aber viel zu langweilig für mich" (ich war da grad tendenziell suchend ;-)

Wie sich dann herausstellte, hatte ich es mit unglaublichem Anfängertalent geschafft, den Zylinderkopf meines Autos zu ruinieren - ein Riss im Kühler, kein Kühlwasser und eine Bergstrecke gepaart mit der Vorstellung, eine verhinderte Autorennfahrerin zu sein.
Es hat mich fast einen ganzen Monatslohn gekostet, eine damals für mich fast unvorstellbar grosse Summe auf einen Schlag.


Und doch : es war das am besten investierte Geld meines Lebens, zum Glück habe ich den Zylinderkopf kaputtgemacht, denn dieser nette, aber langweilige junge Mann war eben nicht nett und langweilig, sondern nett und zuverlässig und für mich "DER Mann"...

20 Jahre kennen wir uns, fast 17 sind wir verheiratet, und eines habe ich aus der Sache ein für allemal gelernt:


Wenn das Leben nach Mist aussieht, nach Mist riecht, sich nach Mist anfühlt - wart's einfach ab, man weiss nie, was da auf dem Mist gedeiht.




Jac 23.11.2008, 11.23 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die Sonntags-Birne

Zu meiner Schulzeit hatte ich jeweils am Sonntag einen Sonder-Auftrag: ich musste zum Bahnhof laufen und dort den Sonntags-Blick kaufen, damals die einzige Zeitung, die überhaupt sonntags erschienen ist.
Der Weg war an sich nicht weit, aber meine Träumereien und Trödeleien unterwegs sind legendär, ich habe vermutlich jede Blume auf dem Weg mit dem Vornamen gekannt und jede Ritze im Trottoir blind zeichnen können.

Eigentlich hatte ich ja nie Lust, zum Bahnhof zu laufen, denn ein Fahrrad hatte ich damals noch nicht. Doch zu gewissen Zeiten war der Rückweg dafür schön, denn da gab es ein Haus mit einem Birnenspalier mit wunderbar saftigen Birnen (vermutlich waren es Williams), und ja, ich habe mir da meist eine gemopst, denn auch wenn mich mein Schulweg immer an diesen köstlichen saftigen Birnen vorbeiführte, unter der Woche war immer zuviel Betrieb, am Sonntag hingegen war keiner da.
Mit meinem schlechten Gewissen hätte man vermutlich den Weg von daheim bis zum Bahnhof pflastern können, aber ich musste einfach eine dieser Birnen haben...

Wenn ich heute manchmal Birnen kaufe, dann wünsche ich mir, sie würden so schmecken wie damals, aber ich vermute, das ist kaum möglich, denn etwa 80% des besonderen Geschmacks gingen wohl aufs Konto "Sonntags-Klau".

(und ein schlechtes Gewissen habe ich noch heute, gegenüber den eigentlichen Eigentümern der Birnen, damals schon betagt und heute bestimmt nicht mehr dort...)

Und jetzt hätte ich Lust auf eine Birne *g*




Jac 11.04.2007, 20.55 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Das waren noch Zeiten...

...als ich noch jung war, noch ein Kind war, noch keine Kinder hatte, noch keine ehrbare Ehefrau war, noch keinen Führerschein hatte.... usw. usf.

Manchmal tauchen bei mir aus den Tiefen des Gedächtnis alte Szenen auf oder ich erzähle den Kindern von "früher" - und ich fange jetzt damit an, das eine oder andere hier aufzuschreiben, damit es nicht vergessen geht und wer weiss, vielleicht findet ja auch der eine oder andere Leser so zu vergessenen Dingen wieder einen Zugang.

Ich wünsche mir viel Spass beim Graben in den alten Erinnerungen.
Euch auch *g*


Jac 11.04.2007, 20.46 | (0/0) Kommentare | TB | PL