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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Kindereien

Aushebelung

Wenn man sich intensiv genug dagegen wehrt, dann verliert auch Lachgas seine Wirkung und Betäubungsspritzen wirken nur begrenzt.
Hysterische Fast-Sechsjährige namens Benjamin beherrschen das offenbar in Perfektion, er hat gebrüllt wie am Spiess, obwohl grad gar nichts gemacht wurde, nur, weil er dachte, es könnte was passieren....

Es ist nicht leicht für mich gewesen, dieses hysterische Bündel vor mir zu haben und nicht, aber auch gar nichts tun zu können, um ihn zu beruhigen, um ihm Gelassenheit zu geben. All meine sonstigen Tricks waren nutzlos, er wollte sich aufregen, und ich kam mir ziemlich hilflos vor.
Die Alternative wäre nur gewesen, entweder den Zahn mehr oder weniger zu lassen, wie er ist ( im festen Wissen, dass damit die Probleme erst recht weitergehen) oder die Übung abzubrechen und es mit Vollnarkose zu machen (da fielen mir komischerweise Kanonen und Spatzen ein dazu)-

Im festen Wissen, dass die Stelle betäubt ist, dass es keine wirklich sinnvolle Alternative gibt, habe ich der Zahnärztin signalisiert, dass wir jetzt einfach machen, habe meinen Sohn festgehalten und sie hat gezogen. Schluss, Ende.
Es war schrecklich, ihn derart zu zwingen, aber es war doch irgendwie richtig vernünftig.
Manchmal muss man als Mutter wohl all seine einige seiner Beschützerinstinkte ausschalten, dem Kind auch was zumuten, um es langfristig vor etwas zu bewahren. Soweit der Verstand. Das Gefühl hätte am liebsten mitgeheult.

Und ich vermute, dass es Benjamin schneller vergessen hat als ich - und das ist ganz gut so - jetzt kichert er zumindest grad mit seiner Schwester....

Lasst die Woche kommen, es kann wohl nur noch besser werden. Schliesslich sind die Schulferien vorbei und die Kinder starten heute - mit einem freien Tag ;-)


Jac 16.10.2006, 09.38 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Anspruchsvoll

Austicker meines grossen Sohns abzufedern und ihn wieder auf den Boden zu holen, das bin ich mich gewohnt. Da wird seinerseits geheult, geschrieen, getobt, geweint, gestampft und alles ist überhaupt ungerecht und sowieso und ich rede beruhigend auf ihn ein, bis ich irgendwann zu ihm durchdringe, er sich mir öffnet und wir das auslösende Problem aus der Welt schaffen können. (Unter Wahrung aller abgemachten Regeln natürlich, nur Nachgeben hilft nicht dauerhaft). Dass das anstrengend ist, versteht sich von selber, aber über den Körperkontakt lässt sich vieles regeln und die anschliessende Versöhnung hilft uns beiden, damit klarzukommen.

Gestern musste ich aber das erste Mal so einen Anfall telefonisch "behandeln", da ich kinderfrei unterwegs war und unsere "Kindersitterin" hier war. Auslöser war sein wie immer nicht vorhandenes Zeitmanagement, welches ihm ein Bein gestellt hat, weil er schlicht so spät vom Schwimmen zurück gekommen ist, dass es für seine Stunde Gameboy-Spielen nicht mehr gereicht hat, zumal die Hausaufgaben auch noch warteten.
Also habe ich das gleiche wie immer am Telefon versucht, denn die Alternative wäre nur gewesen, heimzufahren und den freien Abend mit dem WBE in den Wind zu schiessen, und das wäre nicht wirklich eine Alternative gewesen, denn solche Abende sind rar.
Ich habe also geredet, getröstet, verwarnt, immer mit der Option, dass er das Telefon hinschmeisst und ich mit mir selber rede. Es hat länger gedauert als sonst, aber es ist mir gelungen, ihn auf die Erde zurückzuholen, auch in "Ferntherapie" - und ich war ziemlich erleichtert. Natürlich auch meinetwegen, aber vor allem seinetwegen.

Und als dann bei unserer Heimkehr unsere Kindersitterin meinte, dass sie so etwas noch nie erlebt habe, obwohl sie unsere Kinder schon viele Jahre betreut und obwohl sie mit schwererziehbaren Kinder arbeitet, wurde mir mal wieder mehr bewusst, warum wir mit Olivers ADS genau den Weg gehen, den wir gehen - weil solche Anfälle sonst wie früher mehrmals täglich bis zu unser allen totalen Erschöpfung stattfinden würden....



Jac 28.09.2006, 09.10 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Es kann nur besser werden

Es lebe das Chaos - aber nicht mehr lange,
komplett ausgeräumt ist es schon,
morgen wird Farbe aufgetragen:



Wohlverstanden, hier habe ich schon teilweise aufgeräumt....


Jac 19.09.2006, 17.54 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Das Land der Honigmilch

Da ist ein Land, wo es es Honigmilch regnet statt Wasser, denn das Wasser ist schwarz, die Bäume wachsen kopfüber, die Menschen sind rund (von der vielen Honigmilch) und haben Räder (weil Kugeln so schlecht laufen können), die Tiere sind viereckig und haben Flügel, Katzen fressen Hunde, der Himmel ist gelb und die Fenster grün, dafür sind die Wände und die Möbel durchsichtig und die Maurer müssen die durchsichtigen Backsteine mit durchsichtigem Mörtel zusammenmörteln, und weil sie nicht treffen, gibt es keine Gärten, nur Mörtelfelder um die Häuser. Duschen ist ein Abenteuer für sich wegen der durchsichtigen Wände, zum Schlafen hängen sich die Bewohner an die Decke, die Uhr läuft rückwärts, die Vögel fliegen auch rückwärts.
Schon mal versucht, einen unsichtbaren Nagel in eine unsichtbare Wand einzuschlagen? Schon mal versucht, einen Teller auf einem unsichtbaren Tisch abzustellen? Schon mal versucht mit durchsichtigen Wänden unbemerkt in der Nase zu bohren?



....und wer nun meint, uns sei die Hitze zu Kopf gestiegen, liegt falsch. Wir haben nur das Spiel gespielt "unendliche Geschichte" und die Fantasie ist mit uns durchgegangen. Und spätestens als ich in die Rolle des unglücklichen Maurers geschlüpft bin und mit Gestik und Mimik den Mauerbau mit unsichtbaren Steinen vorgeführt habe, hat man die Kinder vermutlich im ganzen Quartier lachen gehört. Ich glaube, in meinem nächsten Leben werde ich Komikerin.
Kostproben für Erwachsene finden in der Regel nur nach überhöhtem Alokoholkonsum statt - für Kinder ist der Unfug in der Erziehung und Betreuung inbegriffen.


Jac 04.07.2006, 20.18 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Problemerkennung

Nicht jeder Mensch geht gleich damit um, wenn ihn etwas stört oder belastet. Das ist bei Kindern ebenso - und hier sind dann wohl  drei verschiedene Typen vertreten.

Typ eins ist der Extrovertierte, der brüllt/tobt/schreit/heult sofort und unverzüglich los, wenn irgendwas nicht seine Zustimmung findet und gibt nicht eher Ruhe, bis alles wieder so ist, wie er es gern hätte. Dieser Typ wird hier bestens vertreten durch den Jüngsten, dessen Brüllorgien, wenn beispielsweise das Menu des Tages nicht " Teigwaren ohne Sosse" heisst, sind legendär...

Typ zwei ist der gequälte Typ, der mit einem Gesicht wie sieben Tage Regenwetter herumläuft und/oder im Zimmer vor sich hinheult und auf jede liebgemeinte Nachfrage, was los ist, meint "nichts ist" - alternativ "niiihihihichts-heul". Weiterfragen ist da falsch, nicht weiterfragen ebenso - nach etwa einer halben bis drei Stunden wird dann aus "nihihihiiiichts" mit etwas Glück die Tatsache, dass die Sonne im Zimmer blendet. Würdig vertreten durchs Töchterlein.

Und dann gibt es noch Typ drei, den Introvertierten, der tagelang neben der Spur läuft, sich verhält wie kurz vor Vollmond, bei Kleinigkeiten auch mal unerwartet in Tränen ausbricht oder alternativ komplett austickt, sodass man sich fragt, was denn das nun wieder für eine Phase ist. Um dann plötzlich zufällig herauszufinden, dass das Kind wirklich etwas bedrückt, dass es seinen Kummer aber weder zugeben noch in Worte fassen kann - und dem man dann mit ganz wenigen Worten die Angst vor einem Donnerwetter nehmen kann, weil hier ganz bestimmt keiner wegen einer schlechten Note ausgeschimpft wird, besonders dann nicht, wenn dieses Kind sonst Bestnoten liefert. Und dieser Typus nennt sich hier Oliver und hat sich nun tagelang damit geplagt, dass es da einen Abschiffer gab, weil etwas getestet wurde, das er schlicht nicht beachtet hat - nämlich die Sachinformationen, die VOR dem Schulzimmer aufgehängt waren und an denen er täglich x-mal vorbeigekommen ist. Und sie vermutlich genau darum nicht gesehen hat...
Aber ich glaube, jetzt ist seine Welt wieder in Ordnung.

Und ich bin immer froh, wenn ich für jedes meiner Kinder den richtigen Weg finde, die Welt wieder in Ordnung zu bringen. Denn was uns Grossen oft als Nichtigkeit erscheint, kann für ein Kind ein Berg in der Höhe des Mount Everest sein - unbezwingbar und und unüberschaubar...

Jac 29.06.2006, 20.50 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Benachteiligtes Einzelkind

Best of Oliver:

"Einzelkinder sind arm dran - die können nie die Schuld auf jemand anderen schieben"
;-)

Jac 29.05.2006, 09.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Schüleretuis

Wenn die Kinder kurz vor der Einschulung stehen, ist die Anschaffung eines Etuis fällig - mit Lieblingsmotiv, angefüllt mit Buntstiften, Filzstiften, Radiergummis, Bleistiften - und einem neckischen Papierstreifen in Füllerform, denn der wird ja von der Schule gestellt. Fast-Schon-Schulkinder nehmen dieses Etui dann am liebsten noch mit ins Bett und verehren es zutiefst, hätscheln und tätscheln es und wehe, jemand Unbefugter schaut es auch nur schon an.

Szenenwechsel, wenige Schuljahre später:
Das Etui hat Federn gelassen, ist innen und aussen bemalt, sodass man das einstige Lieblingsmotiv nur noch mit detektivischen Fähigkeiten erkennen kann, der Reissverschluss löst sich stellenweise schon auf - und der Inhalt, der reicht von Kaugummipapier über Fresszettelchen mit "das ist doof hier" bis zu Sammelbildern und Stickern. Die Gummibänder für Stifte weisen nur noch eines vor - gähnende Leere. Und so alle paar Monate füllt dann die Mutter in einer Hauruckaktion das Etui wieder auf, kauft neue Stifte, entsorgt alten Krempel Überflüssiges - und fragt sich leise, ob sie wohl das halbe Schulhaus mit Stiften versorgt, denn da sich ebendiese nicht in Luft auflösen, stellt sich die Frage, wohin sie denn gegangen sind. Vielleicht hilft die Drohung, die nächste Füllung vom eigenen Taschengeld zu bezahlen, bei der Beantwortung dieser Frage ;-)


Jac 23.05.2006, 21.35 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Seine Frau


Andere Kinder haben imaginäre Freunde, die dann meist verantwortlich sind für jeden Unsinn und alles, was so schief läuft. Das blieb mir beim Zwirbel bisher erspart, aber seit einigen Wochen haben wir dennoch einen Bewohner mehr : seine Frau.


Seine Frau hat fünf Katzen, sie haben zwei schnelle Autos und einen Bauernhof, seine Frau hat alle Blumen bei uns im Garten gepflanzt und wäscht ihm täglich seine Wäsche, räumt für ihn auf, ist die allerbeste Köchin der Welt und fleissig für zehn. Wann immer sich Gelegenheit bietet, erzählt er von seiner Frau, die auch in den Kindergarten mitgeht, weil sie dort ab und zu arbeitet, Kinder haben sie noch keine.
Sobald die zwei Grossen irgendetwas von der Schule erzählen, dann erzählt er uns, was seine Frau grad so gemacht und erlebt hat.

Ich finde es immer wieder spannend, wie er mit Hilfe seiner Fantasie die Dinge, die er erlebt hat, aufarbeitet und weiterspinnt und so wahre Abenteuerwelten erschaffen kann. Nur der grosse Bruder, der verdreht immer die Augen, weil das ja "nur Fantasie" ist - wie wenn seine Erzählungen in dem Alter immer der Realität entsprochen hätten *g*

Was brauchen also Jungs? Eine Frau.
*ggg*






Jac 02.05.2006, 21.16 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Wunschkonzert


Wenn ich an Kindergeburtstagsparty denke, dann schweben mir Kuchen, altbekannte Spiele, Luftballons und Würstchen vor. Da es aber nicht meine Party war, sondern die vom Töchterlein, fand sie in einem riesengrossen Indoor-Spielplatz statt.

Ausser für Essen und Trinken zu sorgen, Kinder durchzählen, kleinere Beulen bepusten und gelegentliche Extra-Schleckereien zu bezahlen war unsererseits wenig zu tun, wobei einen auch das mit zehn Kinder durchaus ausreichend beschäftigen kann. Doch die Kinder amüsierten sich blendend ohne uns, fanden es "den tollsten Geburtstag" und waren abends wahrscheinlich komplett erledigt, denn stundenlanges Hüpfen, Klettern und Jumpen schafft auch die aktivsten Kinder.

Fazit?
Es war Victorias Wunsch und es hat allen Gästen Spass gemacht - das reicht eigentlich schon aus. Dass dabei auch noch unsere Wohnung und unsere Nerven geschont wurden, war ein netter Nebeneffekt. Und besonders gefreut hat es mich, dass die Kinder alle noch nie dort waren - offenbar gibt es doch auch noch mehr Kinder wie unsere, die nicht alles schon hatten und alles schon kennen.


Jac 30.04.2006, 14.17 | (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Eigentlich klar, oder?


Schuhe gehören in den Schuhschrank und nicht davor.
Jacken passen besser an die Garderobe als auf den Boden.
Klobürsten dürfen nicht nur von Erwachsenen benützt werden.
Leimstifte müssen nach Benutzung wieder verschlossen werden, weil sie sonst austrocknen.
Es ist nicht nötig, Scheren in der Schublade zu hamstern, auch wenn sich sonst keine mehr findet im Haus.
Gemalt wird auf dem Papier. Tapeten sind zwar auch Papier, aber nicht freigegeben dafür.
Gläser sind dazu da, dass man nicht direkt aus der Flasche trinken muss.
Ein Lichtschalter kann eine Lampe auch ausschalten.
Die Kühlschranktür schliesst sich nicht selbständig.
Der Mülleimer befindet sich unter dem Spülbecken in der Küche.
Der Dreckwäschekorb befindet sich im Badezimmerschrank.
Nasse Badetücher trocknen im zusammengeknüllten Zustand nicht, auch nicht in Zimmerecken.
Schokolade ist keine Hauptmahlzeit. Guetsli auch nicht.
Ein voller Papierkorb ist voll, kann aber geleert werden, auch von Minderjährigen.
Schreien ist unnötig, wenn nicht alle gleichzeitig reden wollen.
Bücher haben keine Beine und laufen nicht selber zurück.


Vielleicht würden sie all das von selber auch irgendwann lernen - aber da ich es nicht bis dahin so aushalten würde, ist meine Woche irgendwie immer gut gefüllt damit, solchen Kleinkram zu vermitteln.
Erziehung ist eine erhebende Aufgabe?
Quatsch, Erziehung ist Erbsenzählerei ;-)







Jac 28.04.2006, 22.15 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL