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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Kindereien

Harte Nuss


Viele Jahre standen des grossen schulische Probleme im Mittelpunkt. Versehen mit einer aussergewöhnlichen Denkfähigkeit, einem massiven Konzentrationsproblem, hohem Anspruch an sich selber und dem absoluten Mangel an Ehrgeiz, waren alle Fächer ausser Mathe und Musik ein steter Krampf, Aufgaben wurden nicht oder unzuverlässig erledigt, auf Prüfungen lernen war was für andere, und je nach Fach und Lehrer schwankte er zwischen Brillanz und totaler Verweigerung...
...doch langsam sind wir über den Berg. War das letzte Zeugnis noch garniert mit ungenügenden Noten in zwei Hauptfächern, hat er nun entdeckt, dass Lernen etwas bringt, dass er vor allem mit relativ wenig Lernzeit relativ viel erreichen kann, und seit er in dem vor den Skiferien noch ungenügendem Fach eine klassenbeste Prüfung hingelegt hat, klappt das auch mit Lernen, Aufgaben und einteilen - ein Knoten ist geplatzt.


Doch in der Zeit, wie es mit dem Grossen bergauf ging, so zeigten sich des Töchterleins schulische Schwierigkeiten immer deutlicher. Markante Notenschwankungen von gut bis sehr ungenügend sind die Regel, Tränen vor Prüfungen normal - und eine Einladung zum Gespräch mit dem Klassenlehrer macht mir klar, ich weiss nicht, was sie braucht, um gut zu sein. An der Fähigkeit liegt es nicht, sie ist ein kluges Kind, aber entweder ist sie mit dem Fachlehrersystem hoffnungslos überfordert (eher nicht) oder die Pubertät macht ihr zu schaffen (eher schon) oder sie ist schlicht zu faul, um vernünftig zu lernen (am ehesten). Doch wie ich sie da aus diesem Teufelskreis von nicht lernen, schlechten Noten und darauffolgender Prüfungsangst herausholen kann, ist mir nicht mehr so klar. Motivieren, unterstützen, reden, das haben wir durch, sie täglich eine Zeit X zum Lernen anhalten auch - doch wenn sie dann zum Fenster raus träumt statt zu lernen, kann ich das nicht mehr beeinflussen, wenn sie trotz Französisch-Nachhilfe noch nicht mal den aktuellen Wortschatz drauf hat, weiss ich nicht mehr weiter...

Da ist des Jüngsten "Weigerung", das Einmaleins zu lernen, weil das "zu schwer" ist, direkt Kleinkram dagegen...

Manchmal wünsche ich mir, wir hätten das ganze Jahr Schulferien. Mutter zu sein, ist eine Aufgabe, die mich zwar oft fordert, aber auch befriedigt, Schulkind-Mutter zu sein hingegen hängt mir manchmal einfach nur noch zum Hals heraus...


Jac 08.05.2009, 17.14 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

03.05.2000, 00.10h




Für immer ein Teil von uns,
für immer geliebt,
für immer unvergessen:



David Alexander, 11.05.1998 - 03.05.2000





Jac 03.05.2009, 14.32 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die Geschichte mit dem Herz


Nachdem ich gestern für mich ganz untypisch nur so kurz und kryptisch geschrieben habe, mag ich heute für einmal die ganze Geschichte mit Olivers Herz hier aufschreiben - für die Nachwelt für interessierte Leser für mich - und wen immer es interessiert.

Als Oliver zur Welt kam, haben wir bereits nach 36 Stunden das Spital wieder verlassen, mit der Auflage, beim Fersenpieks am 4.Lebenstag das bestehende Herzgeräusch kontrollieren zu lassen. Dieses Geräusch kommt bei Neugeborenen manchmal vor und verliert sich innerhalb weniger Tage. Doch bei Oliver hatte es sich nicht verloren, sondern verstärkt, sodass wir beim Kinderkardiologen vorstellig wurden, und der bei Oliver einen Ventrikelseptumdefekt feststellte, kurz VSD, ein Loch zwischen den beiden Herzkammern. Dies führte dazu, dass bereits schon sauerstoffangereichertes Blut zurück in die Lunge floss und erneut durchgepumpt werden musste, sodass sein Herz sich viel stärker anstrengen musste. Bei Oliver war dieses Loch zu gross, als dass man es einfach sein lassen konnte, aber noch nicht so gross, dass er sofort operiert werden musste, und so wurde er einerseits engmaschig kontrolliert, ob er gedeiht und wie sich die Druckverhältnisse im Herz entwickeln und andererseits bekam er Digitalis, um die Pumpkraft des Herzens zu stärken.
Manchmal wächst dieses Loch in den ersten 12-18 Monaten zu, und darauf hofften wir natürlich.

Nach eineinhalb Jahren zeigte sich, dass es nicht von allein zuwachsen wird, sein Allgemein- und sein Herzzustand liessen es aber zu, dass wir das Digitalis absetzten, und einfach weiterhin regelmässige Herzkontrollen hatten, jedoch mit der Perspektive, dass eine OP zwar momentan nicht lebensnotwendig, aber auf lange Sicht unumgänglich sein wird.

Am 3.April 2001, als er knapp sechs war, wurde dann sein Defekt mit einer Operation am offenen Herzen beseitigt. Sein Brustkorb wurde geöffnet, sein Kreislauf wurde an die Herz-Lungenmaschine gehängt, sein Körper unterkühlt, sein Herz stillgelegt und ein Stückchen Goretex ins Loch genäht, und danach alles wieder richtig zugemacht. Im Zug dieser OP wurde vorher und ein halbes Jahr später ein kompletter Entwicklungszustand aufgenommen, in dessen Verlauf sich als zufälliger Nebenbefund seine Hochbegabung zeigte - aber das ist eine andere, mindestens eben so lange Geschichte ;-)
Bereits nach 10 Tagen war er vom Spital wieder daheim.
Es lief alles wunderbar, er erholte sich bestens, und auf einen Schlag brauchte er deutlich weniger Schlaf und ermüdete auch viel weniger bei Anstrengung. Die weiteren Kontrollen zeigten schnell, dass alles absolut perfekt verwachsen war, und selbst eine Karriere als Hochleistungssportler wäre ihm mit diesem Herz möglich gewesen.

Weitere Kontrollen sollten einfach noch so lange statt finden, bis sein Körper ausgewachsen wäre, Endokarditisprophylaxe und regelmässige Kontrollen brauchte es nicht mehr.

Nun war dann gestern nach 4 Jahren Pause wieder so eine Kontrolle fällig. Oliver hatte in den letzten zwei Jahren einen Wachstumsschub, sodass er das erste Mal in seinem Leben überhaupt nicht im untersten Bereich der Perzentilenkurve herumkrebste, sondern gar über der Mitte war, er wurde gross, kräftig, muskulös und hatte wenig mehr mit dem schmächtigen Knaben von einst gemeinsam.
So gingen wir also dahin in Erwartung, dass sich nach wie vor an seinem guten Zustand nichts verändert hatte, was auch der Kardiologe nach dem Blick auf Oliver und die bisherigen Befunde so formulierte, dass wir vielleicht noch eine Kontrolle brauchen und danach keine mehr.

Doch auf dem Herzultraschall war dann plötzlich ersichtlich, dass eine der Herzklappen nicht (mehr) richtig schliesst, weil das eine Klappensegel in der Nähe des Stückchen Goretex verwachsen und damit in seiner Beweglichkeit eingeschränkt war und somit ein Teil des Blutes zurückfloss. Das nennt sich Klappeninsuffizienz, in seinem Fall Trikuspidalinsuffizienz.
Der Rückfluss ist nicht gravierend, aber er ist da, was bedeutet, dass wir zur Endokarditisprophylaxe zurückkehren und es noch viele Kontrollen auch im Erwachsenenalter geben wird. Ein gleichbleibender Verlauf würde es dabei belassen, eine Verschlechterung würde wohl über kurz oder lang eine erneute Operation bedeuten, eine Verbesserung ist grundsätzlich auch möglich, aber das wird sich weisen. (Wobei ich ehrlich zugebe, dass ich daran nicht glauben kann, aber ich würde mich gern eines besseren belehren lassen.)


Eigentlich dachte ich, nach der Herzoperation, wir könnten Oliver irgendwann in sein Leben entlassen, mit einem Gepäck voller Liebe und Erinnerungen und einem unversehrten Herzen. Doch nun hat sich gezeigt, dass das zweite eben nicht so sein wird, und damit musste ich mich zuerst auseinandersetzen, dass dieses Kapitel nicht abgeschlossen werde kann, dass wir nicht irgendwann damit durch sind wie mit einem Armbruch oder einer Erkältung, sondern dass Oliver diesen Rucksack mit in sein Erwachsenenleben nehmen wird.
Es ist halt schade, für ihn, für uns, aber - es hätte wie so oft alles viel schlimmer sein können.

Wer mich dazu etwas fragen möchte - nur keine Hemmungen, ich werde sie gerne beantworten, soweit ich das kann.



Jac 04.04.2009, 21.05 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

In der Kürze liegt die Würze...


Kardiologische Kontrolle beim Ältesten,
Herzklappeninsuffizienz,
Endokarditisprophylaxe,



Mist.


Jac 03.04.2009, 10.40 | (5/5) Kommentare (RSS) | TB | PL

*holterdipolter*


Die Tochter hat die Probezeit an der Oberstufe geschafft, nachdem sie zwischenzeitlich mal nur noch ziemlich wenig Reserve hatte, weil die Kombination aus lauter Klasse, Prüfungsängsten und pubertären Synapsenausfällen zu teilweise unerwartet tiefen Zensuren geführt haben.

Die Erleichterung bei allen ist schon fast greifbar gross.
Die Tochter ist wieder mehr sie selber - und ich kann endlich auch wieder weiter als bis zu dieser Woche denken und planen.

Zwei von drei - fehlt nur noch einer ;-)


Jac 23.01.2009, 20.45 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Erziehungsratgeber


Das grösste Problem bei allen Erziehungsratgebern ist, dass die Kinder sie nicht lesen und so gar nicht wissen, warum sie nicht tun sollen, was sie tun, warum sie tun sollen, was sie nicht tun und warum Mami "immer gleich so" ist....












Jac 10.10.2008, 20.31 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Nasenbohrer



Gewöhnlich wird der Finger zum Nasenbohren benutzt, für einmal wurde diese Aufgabe an einen Schmetterling delegiert ;-)


Jac 07.10.2008, 20.09 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Mit gemischten Gefühlen...

...schaue ich den nächsten beiden Wochen entgegen, in denen es heisst : Schulferien.


Auf der einen Seite stehen da : keine Termine, kein Frühaufstehen, kein Hausaufgaben-Ärger, keine Anrufe, sondern einfach in den Tag leben, es uns gut gehen lassen, den Kinder ihre Freiheit lassen ohne Verpflichtungen, selber auch mal fünfe grad sein lassen.


Aber auf der anderen Seite steht da: keine ruhige Minute für mich, der obligate Ferien-Schlachtruf (*miristlangweilig*), die daraus resultierende Beschäftigungstherapie (streiten hilft gegen Langeweile) sowie auch das Ausdehnen von Regeln, besonders was Medienkonsum u.ä. betrifft.


Wenigstens hatten wir als Auftakt ein sehr bewegtes Wochenende, schön bunt durchgemischt mit übermüdeten Kindern, einem nun aufgeräumtem Kleiderschrank, einem Flashback in meine Vergangenheit als Ausgangslage für eine eheliche Missstimmung, verschwundenen elementaren Lego-Kleinstteilchen - aber all das wenigstens jetzt mit vernünftiger Frisur. Hauptsache, man hat die Haare schön ;-)


Jac 29.09.2008, 11.48 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Krisensitzung

Ein Familienrat (nach Vorbild der Familienkonferenz von Thomas Gordon) hat hier im Hause einiges geklärt. Dass 95% der Meinungsverschiedenheiten damit zu tun haben, dass Selbstverständliches nicht selbstverständlich ist. Dass ich weder mit 11- noch 13- noch 8-jährigen über Zähneputzen, Duschen, Dreckwäsche wegräumen diskutieren mag, weil's da gar nicht zu diskutieren gibt. Dass es endlos schlaucht, die von ihnen eingeforderte Verantwortung abzugeben, um dann eine heillose (und lernresistente) Bauchlandung zu beobachten. Dass es mich deprimiert, wenn meine Bemühungen um Verständnis und Geduld mit Gepampe und Gemotze quittiert werden.

Ich glaube fest daran, dass wir damit wieder ein Stück weitergekommen sind, dass die neuen, von ihnen mitbestimmten Regeln uns allen dazu verhelfen, dass wir nicht mehr den Hauptteil unserer Kommunikation in Schieflage verbringen müssen, sondern wieder mehr Raum für Freude und Lachen und Spass haben - und dann, da bin ich fest überzeugt, steigt auch mein Motivationspegel wieder an, denn eigentlich mag ich diesen Job ja wirklich, auch wenn ich kurz vor dem Hinschmeissen war.

Ich glaube, Mütter brauchen das von Zeit zu Zeit - und hauptamtliche Hinterherräumer dürfen das doch auch einfach mal.

Ich habe es mir mal wieder gegönnt- und es beruhigt mich zu lesen, dass auch andere Mütter, die ich als so befreit und leicht eingeschätzt habe, auch in solche Löcher tappen. Nicht, dass ich es ihnen wünsche, um Himmelswillen, nein, aber dass ich damit nicht allein stehe, dass einfach alles nur noch zuviel ist.

Jac 12.09.2008, 22.00 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die haben mein Kind ausgetauscht....

Der Grosse kam heute vom Lager heim, ich habe ihn am Bahnhof abgeholt - und so in der Klassengruppe ist mir wieder mal aufgefallen, wie gross er ist - grösser als ich...

Bisher war es nach solchen Aktivitäten so, dass man mit ganz viel Glück auf die Frage "hat's Dir gefallen?" ein gegrunztes *hmmm* bekommen hat, was etwa soviel bedeutete wie "ja" oder "nein" oder "lass mich in Ruhe" - und das waren dann so in etwa alle Auskünfte, die man bekam, weiteres Nachfragen wurde mit genervtem "Du musst nicht alles wissen" quittiert....

Aber heute, da hat er losgeschwafelt und erzählt, und von vorne nach hinten und wieder zurück berichtet, was die Woche los war, und wie steil die Wanderung nun wirklich war und wie lange sie genau gedauert hat und wer alles nicht viel gemacht hat beim Küche aufräumen, und wie das war, um sechs geweckt zu werden und um viertel nach sechs beim Frühstück zu sitzen undsoweiterunsofort. Das allein war aber noch nicht kritisch, denn Anfälle von Sprechdurchfall sind bei ihm je nach Tageszeit und Anlass durchaus üblich - typisch ADSler halt. Zuhause angekommen meinte er "ich bin verschwitzt, ich gehe jetzt duschen!".

??????
Freiwillig? Gern? Duschen? Pubertäter?
Häääääää?

"Weisst Du, hier kann ich wenigstens länger als nur genau zwei Minuten duschen."
"Und das Wasser ist auch bis zum Schluss warm".
"Ein eigenes Zimmer ist schon gut, auch wenn's klein ist"
"Aaaah, hier riecht das so gut - mmmmmh, Du kochst extra was Gutes"
"Warte, ich hol Dir das XY aus dem Keller"



Was auch immer die im Lager mit meinem Sohn gemacht haben - es gefällt mir ;-)




Jac 05.09.2008, 20.37 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL