

Mein Leben in 6 Worten:
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Scherereien
Welche Mutter kennt sie nicht, all die Geschichten um Kinder, die ihren Puppen, Geschwistern oder sich selber mit der erstbesten Schere die Haare geschnitten haben?
Ich kenne sie natürlich. Wir hatten auch schon knabenhafte Kurzhaarschnitte bei Mädchen und die eine oder andere Puppe kommt im modischen Ausgefranst-Look daher. Eigentlich sollte man also meinen, ich wäre auf der Hut vor solchen Anflügen beim Zwirbel. Das bin ich ja auch - und er hat wirklich und ehrlich noch nie weder seinen Geschwistern noch sich noch irgendwelchen Puppen oder Stofftieren die Haare geschnitten. Das hatten wir schliesslich schon - bäh, wie langweilig.
Nein, der Zwirbel ging mal wieder einen neuen Weg, an den ich im Leben nicht gedacht hätte. Ich dachte mir nichts Böses, als er während des Kochens in die Küche kam und mir mit strahlendem Blick eine Schere brachte, solche liegen immer mal wieder herum, weil seine Geschwister noch immer an die Auto-Wegräum-Funktion glauben. Der Badezimmerbesuch mit zahnputzunlustigen Kindern offenbarte mir dann die ganze Pracht -sein Haar-Schneid-Objekt war ein Drachenbaum, der nun im modischen Stoppelschnitt daherkommt....
Ich bin sicher, ich werde auch mal drüber lachen können ;-)
Jac 09.09.2004, 20.23 | (4/4) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Kindereien
Gelassenheit
Der ultimative Gelassenheits-Test :
mit Kindern das Kinderzimmer aufräumen...
Wer die Gelassenheit nicht verliert und unter zwei Stunden bleibt, hat gewonnen und erhält einen Tapferkeitsorden.
(Selber aufräumen gilt nicht)
Jac 09.09.2004, 16.06 | (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches
Morgenspiel
Frühmorgens die Türe zum Kinderzimmer der Grossen zu öffnen, hat etwas von einer Lotterie - man weiss nie, ob man vielleicht grad die Niete zieht... Heute morgen war mal wieder einer dieser Tage. Das eine Kind bekam einen hysterischen Anfall, weil "immer Olivers CD gespielt wird und nie ihre Lieblings-CD" (im CD-Wecker) und konnte das nur mit Toben, Meckern und Tränen kundtun und überhaupt sind ja alle so böse und alles ist so ungerecht und überhaupt, das andere Kind bekam einen Tobsuchtsanfall, als ich es im neutralen Tonfall darauf hingewiesen habe, dass es seine Unterhose verkehrt herum trägt, es dies verneinte und dann feststellen musste, dass ich recht habe "immer meckerst Du an mir herum und nie mache ich etwas richtig". Das dritte Kind fand das alles so lustig, dass es gleich mitmachte und auch seine schlechteste Laune auspackte, der WBE liess sich anstecken vom allgemeinen Geschrei und ich wünschte mich wieder ins Bett zurück, mit der Decke über den Ohren...
...doch wer sich mit der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern befasst, ist sich bewusst, dass Kinder daheim im vertrauten Rahmen ihre dunklen Seiten ausleben, weil sie sich da sicher sein können, dennoch geliebt und akzeptiert zu werden. So ist die morgendliche Toberei also als Vertrauensbeweis aufzufassen.
Aber ehrlich : so auf nüchternen Magen brauche ich nicht so viel Vertrauensbeweise ;-)
Jac 09.09.2004, 10.32 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Kindereien
Computersucht
Zuviel mit dem Computer gearbeitet ?
Dann führen Sie nun bitte sorgfältig folgende Schritte durch:
1. Schliessen Sie alle offenen Seiten und beenden Sie Ihr Internetprogramm.
2. Fahren Sie das Betriebssystem Ihres Rechners ordnungsgemäss herunter!
3. Schalten Sie Ihren Computer, Monitor, Drucker und Ihr Modem aus!
4. Nehmen Sie in mehreren Stufen Kontakt mit Ihrer Aussenwelt auf:
Stufe 1:
Öffnen Sie ein Fenster und atmen Sie die frische Luft. Achtung, der Kontrast und die Helligkeit lassen sich nicht einstellen, auch auf die Lautstärke können Sie keinen Einfluss nehmen. Nehmen Sie alles so, wie es ist. Die Geräusche sind keine Simulation, alles ist live!
Stufe 2:
Gehen Sie einige Schritte durch das Zimmer. Was sich unter Ihnen bewegt, sind nur Ihre Beine, keine Angst, bisher läuft alles normal!
Stufe 3:
Schauen Sie sich um, ob noch jemand in Ihrer Nähe ist, der sich bewegt. Gehen Sie auf ihn zu und sprechen Sie ihn einfach an, eine Tastatur ist hierfür nicht erforderlich! Antwortet Ihr Gesprächspartner? Wenn ja, dann seien Sie jetzt bitte äusserst vorsichtig, das ist kein Forum und auch kein Chatroom. Überlegen Sie vorher genau, was Sie sagen. Beleidigungen können jetzt für Sie zu körperlichen Schäden führen!
Stufe 4
Versuchen Sie, Nahrung zu sich zu nehmen. Dazu öffnen Sie bitte alle Schranktüren. Sollte in einem Schrank ein Licht angehen, dann haben Sie den Kühlschrank gefunden. Schauen Sie hinein. Ist etwas Essbares vorhanden? Bevor Sie etwas verzehren, achten Sie bitte auf das Verfallsdatum des Produktes.
Stufe 5
Verlassen Sie das Haus, um den Schrank mit dem Licht mit neuen Lebensmitteln zu füllen.
Achtung, wenn Ihnen alles fremd vorkommt, bitten Sie jemanden, Sie zum Lebensmittelgeschäft zu begleiten. Schauen Sie sich um, die Autos sind alle echt, überqueren Sie die Strasse erst, wenn diese wirklich frei ist. So unwahrscheinlich es klingt, hier und jetzt haben Sie nur ein Leben. Ein Neustart des Spieles ist nicht möglich, und Sie werden auch keinen Krämer finden, der Ihnen Heilgetränke verkauft.
Stufe 6
Sollten Ihnen auf dem Rückweg kleine Kinder entgegenlaufen und immer wieder Papa, Papa oder Mama, Mama rufen, kann es sich nur um Ihre eigenen Kinder handeln. Tja, die kleinen Racker haben Sie wirklich nicht mehr so gross in Erinnerung, aber macht nichts, wenn Ihnen erstmal die Namen wieder eingefallen sind, dann werden Sie sich schnell wieder an sie gewöhnen.
Stufe 7
Wieder zu Hause angekommen, setzen Sie sich mal gemütlich in einen Sessel, aber nicht unbedingt in den Sessel vor Ihrem Computer! Klasse, bald haben Sie es geschafft. Nun lesen Sie mal einige Seiten in einem Buch. Bücher sind die dicken schweren Dinger, die man aufklappen kann, manche haben sogar schöne bunte Bilder. Na, merken Sie wie es beim Lesen oben in Ihrer Birne arbeitet? Das sind die Gedanken, die Sie sich beim Lesen machen. Es nützt allerdings nichts, wenn Sie mit dem Finger auf die Seite klicken, wenn Sie alles gelesen haben, Multimedia war gestern, nun wird von Hand umgeblättert.
Stufe 8
Mehr als zehn Seiten sollten Sie am Anfang nicht lesen.
Legen Sie das Buch wieder weg, aber nicht zu weit. Nun rufen Sie mal nach Ihrem Ehepartner, das ist die Person die sich kopfschüttelnd in eine Ecke drückt. Versichern Sie ihr, dass alles normal ist und Sie sich einfach nur ändern wollen. In den ersten Tagen wird das noch niemand glauben, aber halten Sie durch. Verkaufen Sie morgen sofort Ihr Modem und schaffen Sie sich vielleicht ein Aquarium an, es funktioniert so ähnlich wie ein Bildschirmschoner, aber es ist das erste Anzeichen von Besserung.
Sie haben es geschafft.
Herzlich willkommen im realen Leben!
(Fundstück aus dem Netz, Verfasser unbekannt)
Jac 08.09.2004, 21.27 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Vernetztes
Heute schon?
Hey, Du!Ja, genau DICH meine ich!
Sag mal, hast Du heute schon jemandem gesagt, dass Du ihn magst?
An einer Blume gerochen?
Einen Vogel singen gehört?
Die Wärme eines Sonnenstrahls auf Deiner Haut gespürt?
Etwas Verrücktes getan, einfach, weil es Spass macht?
Dir selber gesagt, dass Du o.k. bist?
NICHT???
Dann bleiben Dir noch elfeinhalb Stunden, es zu tun und Deinen Tag zu einem erfüllten zu machen - geh und tue es!
Jac 08.09.2004, 12.49 | (4/4) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Sinniertes
Brille hoch zwei
Eine Brille, die aus einem rechten und einem linken Teil besteht, verliert definitiv einen Teil ihrer Funktionstüchtigkeit, weil die Haftung auf der Nase und vor den Augen nicht mehr gegeben ist....
*hrgs*
*argh*
*SCHREI*
Jac 07.09.2004, 17.37 | (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches
Moderner Liebesbrief
Früher hat man auf Pergament mit Füllfeder edle Worte niedergeschrieben, um dem Menschen seines Herzens seine Liebe zu erklären.
Heute kann man das bequem mit dem Mailprogramm machen - aber das macht deswegen nicht weniger Freude und geht genauso ans Herz.Danke, mein geliebter Mann!
Jac 07.09.2004, 12.31 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches
Auf dem Weg zu mir selber
Vor etwa einem Jahr habe ich angefangen zu bloggen, damals noch bei Myblog.
Damals war ich orientierungslos in meinem Leben, durch die angeschlagene Gesundheit des WBE und die Belastung habe ich es nicht mehr geschafft, meine jahrelangen Verhaltensstrategien aufrecht zu halten und bin hoffnungslos überfordert gewesen mit meinem ganzen Leben und vor allem mit mir. Auf der Suche nach der Ursache glaubte ich, sie in der möglichen Diagnose ADS gefunden zu haben und habe mich selber dauernd analysiert und beobachtet und fühlte mich bestätigt, dass ich ja überhaupt gar nichts dafür kann, dass ich bin, wie ich bin. Doch immerhin war ich doch noch so realistisch, dass ich wusste, wie heikel so eine Eigendiagnose sein kann und habe mich richtig abklären lassen, in der festen Erwartung, all meine Gedankengänge bestätigt zu bekommen. Nur war das nicht so. Statt eine "Ausrede" dafür zu bekommen, dass ich bin, wie ich bin, musste ich mich der Tatsache stellen, dass ich selber "schuld" bin, wie ich bin, dass ich mir die meisten meiner Schwierigkeiten selber gemacht habe, weil ich mich manchen Dingen einfach nicht stellen wollte und konnte. Die Diagnose hat mir erst mal fürchterlich den Boden unter den Füssen weggezogen, weil sie am Kern meiner Seele gekratzt hat.
Doch es war meine Chance. Heute bin ich froh darüber, dass ich dieses fehlende Puzzleteil bekommen habe, bekam ich doch dadurch die Gelegenheit, mir selber auf die Schliche zu kommen und mich von all den Trugschlüssen zu trennen, mit denen ich mir jahrelang selber etwas vorgemacht habe. Ich habe sie rausgeschmissen, ausgekehrt, weggefegt - und stand dann ziemlich mit abgesägten Hosen mitten in meinem Leben, in mir den Drang, jetzt aber alles anders zu machen.
Ich habe viel Glas zerschlagen in dieser Zeit, aber ich habe festgestellt, dass es um manche Gläser nicht schade war und dass ich doch Menschen um mich herum hatte, die mir halfen, die Scherben zusammenzukehren.
Ich bin nicht mehr, wie ich vor einem Jahr war und ich bin froh drüber. Weil ich bei mir angekommen bin, weil ich mich sehen kann, wie ich BIN und nicht, wie ich mich sehen will, komme ich ganz gut mit mir aus. Manche Fehlverhalten habe ich durch eisernes Training verändert, manche Dinge habe ich als Teil meiner selbst akzeptiert, aber ich muss endlich nicht mehr auf ein Ziel hinleben, das gar nicht meines ist.
Dass all das direkte Auswirkungen auf meine Familie und mein Umfeld hat, versteht sich von selber. Ich bin in vielem gelassener geworden, ich fühle mich wohl - und das überträgt sich auf die Kinder, auf den WBE, der sich auf seine Arbeit konzentrieren kann, statt hier zu Hause dauernd Krisenbewältiger spielen zu müssen (nur noch ab und zu *g*) Ich bin alles andere als perfekt - und genau das ist das gute daran - ich möchte auch nicht mehr perfekt sein, ich schwanke nicht mehr dauernd zwischen zwanghaftem Perfektionismus und gnadenlosem Schlampentum, angetrieben vom schlechten Gewissen wegen irgendwelcher ominösen Lebensdevisen in meinem Kopf.
Ich glaube, dass ich diese Krise gebraucht habe, um mich nicht mehr zu flüchten in mein falsches Selbstbild, das gestrotzt hat vor Aufopferung, Perfektionismus und unverarbeiteten Dingen. Bin ich angekommen bei mir selber? Das wage ich nicht zu behaupten - aber ich bin zumindest jetzt auf dem richtigen Weg dahin...
Jac 07.09.2004, 09.43 | (7/7) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Sinniertes


