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Trockenbad
Ich nehme grad ein trockenes Bad, ganz ohne Wasser und am PC sitzend und lasse mich mit etwa 10'000 Lux berieseln.
Im letzten Winter habe ich herausgefunden, dass das, was mich in den Wintermonaten tendentiell depressiv, sehr müde und extrem kohlenhyratgierig macht, nicht allein mir passiert, sondern doch so häufig ist, dass es dafür eine medizinische Bezeichnung gibt ( SAD - Saisonabhängige Depression) und vor allem eine relativ einfache Therapie - Licht.
Nun reicht aber das normale Tageslicht hier nicht aus, zumal wir in einer Gegend wohnen, wo der Winter sich vorzugsweise grau und neblig zeigt und ganz selten sonnig. Für diesen Zweck gibt es spezielle Lichttherapie-Geräte. Diese verfügen über eine ganz besonders viel Lux. Meine letztjährigen Recherchen liessen mich bei den professionellen Geräten landen, die preislich dann deutlich jenseits von Gut und Böse sind.
Unterdessen haben aber auch andere Hersteller diesen Markt entdeckt, und bieten Geräte für den Hausgebrauch an - und genau so eines steht jetzt neben mir und erhellt hoffentlich nicht nur den Raum, sondern auch mein Gemüt.
Ich bin gespannt - wenn es hilft, dann habe ich wohl einen Gewinn an Lebensqualität in den nächsten Monaten, der den Kaufpreis mehr als ausgleicht...
Ich berichte gelegentlich wieder drüber - wenn ich dann nur noch 4 Stunden Schlaf brauche, 30 Kilo abgenommen habe und allen mit meiner Dauerfröhlichkeit auf die Nerven gehe - dann war's wohl zuviel ;-)
Jac 10.12.2005, 19.40 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches
Dialog
Duhuuuu?
Jaaahaaa?
Sag mal, findest Du nicht, dass die schon viel zu lange ruhig und gelassen ist und so ätzend fröhlich?
Aber total - noch nicht mal kaputte Tassen bringen sie zum Ärgern - das ist ja unerträglich!
Schrecklich, nicht!
Ja, komm, jetzt ärgern wir sie mal wieder richtig!
Au ja, gute Idee - aber wie?
Komm, wir fragen mal den Kopf, der soll ihr so richtig fiese Schmerzen machen, so oben links, wo sie's am wenigsten mag...
Oh ja - cooool - und dann soll er am besten die nehmen, die nicht reagieren, wenn sie meint, mit ihren Hausmittelchen anzukommen.
Genau, und zwar die, die dann auch auf Tabletten nicht reagieren und sich überhaupt nicht verscheuchen lassen!
Das ist genial, genau, da vergeht ihr die Fröhlichkeit schon, wenn ihr dann so richtig schlecht wird davon.
Soooo schön fies - die will nämlich heute abend mit dem anderen ausgehen, den sie immer so lächerlich anhimmelt, der geben wir's aber echt heute!
Jac 09.12.2005, 12.47 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Ironie hausgemacht
Zückerchen
Der 30.April 2006 ist noch weit, weit weg - aber ich weiss seit heute mittag, was ich dann machen werde. Ich werde mich aufhübschen (ohne Jeans und kein Sweater), mir ein bisschen Kriegsbemalung verpassen, die Juwelen aus dem Nachttisch kramen, die hohen Absätze montieren, mich mit Parfüm begiessen und mich ins Hallenstadion Zürich kutschieren lassen, all das natürlich in Begleitung des WBE, der zu diesem Anlass dann etwa das tragen wird, was er oft für ins Geschäft anzieht - Anzug, weisses Hemd, Kravatte.
Dort werden wir hingebungsvoll und entzückt wunderbaren Klängen lauschen, von denen ich nicht gedacht hätte, dass ich die noch mal in meinem Leben direkt und live zu hören bekomme:
Pavarotti - Farewell Tour
Und ich freu mich, freu mich, freu mich :-)
(Ob ich wohl auffallen würde, wenn ich zum Abendkleid statt Juwelen die EOS um den Hals trüge? *grübelzwinker*)
Jac 08.12.2005, 20.31 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches
Spassfaktor hoch
Das hätte ich nicht für möglich gehalten, dass ich mit den Kindern zusammen backen kann (heute waren es natürlich Grittibänze), ohne dass ich danach nervlich völlig fertig und die Küche ein einziges Schlachtfeld ist.
Nein, es hat richtig Spass gemacht, diese Teigmännchen zu formen und die Kinder mit Hagelzucker, Mandeln und Rosinen wüten zu lassen - und weder ist alles Mehl ausgeleert noch waren die Grittibänze nachher wegen vielzuviel Dekozucker ungeniessbar, überhaupt nicht.
Mag sein, dass es teilweise daran gelegen hat, dass auch die Kinder grösser werden und der Zwirbel unterdessen sehr oft richtig verständig ist - aber die Hauptverantwortung trage ich, weil ich wohl noch nie so gelassen damit umgehen konnte, so locker, so frei - und das befreit. Ungemein. Und hat grossen Spass gemacht und ich ziehe tatsächlich ernsthaft in Erwägung, zusammen mit den Kindern Guetsli zu backen...
Schliesslich habe ich seit gestern alle Weihnachtsgeschenke für die Kinder zusammen - das ist noch nie passiert anfangs Dezember, sondern so weit war ich sonst immer erst wenige Tage vor Weihnachten, auf den letzten oder gar allerletzten Drücker - und jetzt mag ich mich entspannt zurücklehnen und mich über die Adventszeit freuen....
Und wer Lust hat:
Grittibänze:1 kg Mehl
150 gr Butter
6 dl Milch
1 Würfel Hefe
3 Esslöffel Zucker
1 Esslöffel Salz
zu einem Hefeteig verarbeiten, gehen lassen.
Danach in 8 - 10 Portionen teilen und Teigmännchen formen,mit Ei bestreichen, mit Hagelzucker, Mandeln, Rosinen verzieren und bei 180° im Umluftofen ca 20- 25 Minuten goldbraun backen
Und dann am besten noch lauwarm essen, mit Mandarinen und Nüssen dazu.
*SamiNiggiNäggi,
hinderem Ofe steck i,
gib mer Nuss und Bire,
dänn chumm i wider füre.*
Jac 06.12.2005, 21.10 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Kindereien
Heimlichtuerei
...mag ich ja eigentlich überhaupt nicht, aber in diesem Fall mache ich Jahr für Jahr eine Ausnahme.
Wenn es darum geht, so heimlich zu tun, dass auch der Zehnjährige noch reinen Herzens glauben kann, dass die Geschenke unter Baum das Christkind bringt und nicht die Mami morgen besorgen wird, dann heimlich zwischenlagern, heimlich einpacken und vor allem heimlich unter den Baum zu legen, da bin ich richtig meisterlich geworden.
Ich weiss, dass meine Heimlichtuerei irgendwann auffliegen wird - aber noch kann ich es geniessen.
Jac 04.12.2005, 22.31 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches
Für Puristen
Nur die echten sind die rechten:
ABBA
Durch meine Jugend haben sie mich begleitet, das jeweils neuste Album zu haben war das Highlight des Jahres, auch wenn das Taschengeld von Monaten draufging dabei, mein Zimmer war total zugehängt mit allen möglichen Postern und einem Star-Schnitt (kennt das noch einer ? *g*), ich habe mich stundenlang vor dem Spiegel betrachtet in der Hoffnung, wenigstens ein kleines bisschen auszusehen wie Frida, mir gefiel immer genau die Art Kleidung, die sie gerade so getragen haben, ich hatte einen Ordner, wo ich jede noch so kleine Zeitungsmeldung und jeden Bericht eingeklebt hatte - ich war so richtig angefressen....
...und auch wenn ich heute keine Poster mehr aufhänge und keine Schnipsel mehr sammle - die Musik mag ich immer noch so, und zur Stimmungshebung gibt es noch immer fast nichts Besseres....
*weiterträller*
...und alle Kopien und Möchtegern-Könner dürfen gern bleiben, wo sie sind - ich brauch sie nicht ;-)
Jac 03.12.2005, 23.16 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Vernetztes
Nebenwirkungen
Dies ist ein Adventskalender.
Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie eine Mutter, die ihnen erklären wird, dass Adventskalender zu verfrühtem Aufstehen führen kann, welches sich aber nicht an Schultagen, sondern nur an Wochenenden und Feiertagen äussert. Desweiteren muss mit verstärktem Auftreten von Ungeduld, in einzelnen Fällen Wutausbrüchen gerechnet werden. Ausserdem kann es in vereinzelten Fällen vorkommen, dass Sie noch vor dem ersten Kaffee versuchen müssen, eine zu dicke Nylonschnur zweimal durch eine Glasperle zu führen und jeder Fehlversuch wird mit einer Schnute bestraft.
Diese Information steht nicht in der Packungsbeilage, gilt aber hiermit als veröffentlicht.
Jac 03.12.2005, 08.42 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Kindereien
Domino
Ein Hausumbau, das ist wie Domino spielen.
Wenn man das erste Teil berührt, dann fallen schön der Reihe nach, hoch und runter, viele andere Teile auch um. Und wenn man glaubt, nun seien alle durch, dann finden sich bestimmt noch ein paar Teile, die noch nicht gefallen sind....
Im Klartext?
Wir haben seit gestern ein neues Garagentor. Das ist schön, und das erste Teil. Danach sind dann aber die Lampe umgefallen, weil deren Anschluss dort war, wo jetzt der Torautomat ist. Das zweite Teil ist dann schon ein richtig schön grosses, das da gefallen ist - dank der neuen Führungsschiene kann man die Türe vom Kellervorraum in die Garage nicht mehr richtig öffnen, mehr als ca. 75 Grad geht nicht mehr. Also muss eine neue Tür her. Und weil die alte natürlich passend zu Treppe und anderen Türen im Keller vor weniger als zwei Wochen neu gestrichen wurde, muss natürlich dann auch wieder der Maler her, um die ganz neue Türe in der neuen Farbe zu streichen....
Bitte, ich würde wirklich lieber Memory spielen - zwei Bilder, ein Erfolgserlebnis, oder dann wenigstens "Mensch ärgere Dich nicht".
;-)
Jac 02.12.2005, 22.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches
Erschöpfend
Kindererziehung ist kein Sonntagsspaziergang. Das ist eine altbekannte Weisheit, die man sich zu Gemüt führen darf, wenn es grad nicht so rund läuft und man leise vor sich hin schwächelt.
Doch heute habe ich für mich wieder einmal mehr festgestellt, dass die sonstige Erziehung schon fast ein Sonntagsspaziergang ist im Vergleich zu den Momenten, wo ich mit meinem hochbegabten ADHS-Kind an meine Grenzen komme. Wo es fast unmöglich ist, den Unterschied zu spüren zwischen Machtkampf des Cleverchens und Verzweiflungserweigerung des Zapplers. Wo ich kaum mehr differenzieren kann zwischen Hysterie und Herzschmerz. Wo jeder einzelne Satz wie ein Gang durch ein Minenfeld ist, und ich nie weiss, was als nächstes explodiert.
Das sind die Momente, wo all meine Erwachsenheit, Reife, Erfahrung und Geduld gefragt ist, wo ich all meine Altlasten wie eine Hülle abstreifen muss und mich mit allen Sinnen in die Gedankenwelt meines Sohnes begeben muss, um ihn aus seinem zerberstenden Schneckenhaus herauszuholen, wo ich mir vorkomme, als würde ich gerade eine Pädagogik-Sonder-Prüfung absolvieren und mir jeder Fehler und jede Schwäche zum Nachteil gereichen.
Dank der Therapie sind diese Momente nicht mehr mehrmals täglich, sondern nur noch sporadisch so extrem, doch jedesmal erschöpfen sie mich bis aufs Blut - und meinen Sohn ebenso. Wer mir dann nach solchen zwei Stunden erklären will, dass ADS nur ein Erziehungs-, Ernährungs- oder Gesellschaftsproblem ist, der hat schlechte Karten für nur ein Fitzelchen Geduld von mir, die ist nämlich leider grad restlos aufgebraucht....
Ich liebe ihn, meine unzugänglichen, unbequemen, unkonventionellen Sohn - auch und vielleicht gerade weil er so anstrengend ist. (Oder weil er mein Spiegel ist? - Da denke ich ein anderes Mal drüber nach, jetzt bin ich einfach nur noch erschöpft....)
Jac 01.12.2005, 21.14 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Stapeleien


