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Bunt gemischt


Es liegt wirklich nicht daran, dass ich keine Bloglust habe, dass es hier zeitweise so still ist, aber meist bin ich so beschäftigt, dass ich kaum Zeit habe - und immer öfters passiert es mir, dass mir Dinge, die ich einst für bloggenswert hielt allein des Tagebuchcharakters wegen, zu unwichtig erscheinen oder nicht öffentlichkeitstauglich. Und weil mein Leben momentan so erfrischend frei von wirklichen Sorgen oder Problemen mit mir selber ist, gibt auch das nichts her. Gut, ich könnte natürlich täglich meinen Menuplan bloggen oder an sämtlichen Test teilnehmen oder eine Kategorie "Körpertemperatur & Gewicht" statistisch aufbereiten, aber das ist's wohl nicht so wirklich, drum lasse ich es einfach.

War früher hier längeres Schweigen meist ein Zeichen dafür, dass es mir nicht gutgeht, ist es heute genau umgekehrt - ich lebe, in vollen Zügen, mit vollem Herzen, und das gut.

Am Donnerstag habe ich (auf den letzten Drücker natürlich *g*) das Deckchen für meine Mutter fertiggehäkelt - und am Samstag kam dann prompt ein Telefon von ihr, weil sie sich sehr gefreut hat. Nicht zuletzt wahrscheinlich, weil sie nichts erwartet hat, weil wir beide jahrelnag das Thema "Muttertag" vermieden haben, so gut es geht. Aber damit ist jetzt Schluss, genauso wie mit den alten Geschichten. Ich habe ein Mami, sie liegt mir am Herzen, und das soll auch so sein.

Am Samstag haben wir den Garten aufgehübscht - und sind mit vielen bunten Geranien, einem Wandelröschen, einem Fuchsienbäumchen, vielen bunten Ampeln voller Petunien und vielen anderen Dingen aus Hallau zurückgekommen, dann wurde das alles eingepflanzt, noch ein bisschen was angesät - und als ich soweit war, dass ich das eine oder andere Bild hätte machen können, hat's angefangen zu regnen - aber schön sieht's aus.

Und heute war der Tag, auf den die Kinder schon seit langem gewartet haben - sie sind fast geplatzt vor Stolz, als sie mir ihre selbstgemachten Präsente überreicht haben und ich habe mich unheimlich gefreut über die Mühe, die sie sich gemacht haben. Nicht, weil sie mir nur zu Muttertag was schenken oder nur heute nett zu mir sind - nein, einfach, weil sie sich besonders Mühe gegeben haben und deswegen auch besonders stolz drauf waren.
Muttertag ist Kommerz? Hier bestimmt nicht, hier sind einfach drei Kinder, die sich freuen, wenn sich Mami freut.

Und nachdem ich nun die Kreuzsticharbeit ebenso vollendet habe wie das angefangene Häkeldeckchen, habe ich doch noch eine angefangene Spitzenstrickerei gefunden - und genau der werde ich mich nun wieder widmen, bis mir die Finger entweder wehtun oder sie verknotet sind ;-)


Jac 14.05.2006, 21.10 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches

Ein bestimmtes Gen


Es ist Mittag, Kind eins und zwei sind in der Schule, Kind drei " langweilt" sich, und tut das lautstark kund, solange bis es den Fernseher einschalten darf und angenehme Ruhe senkt sich übers Wohnzimmer, doch da *schepper* - Kind lässt zum x-ten Mal die Fernbedienung fallen, welche es grundsätzlich während der ganzen halben Stunde in der Hand halten muss.


Szenenwechsel:
Es ist Abend, alle sind am Essen, angenehme Ruhe liegt über dem Esszimmer - und dann, aus heiterhellem Himmel - *schepper* - einer lässt einfach so schnell seine Gabel auf den Teller fallen.

Szenenwechsel:
Es ist viel späterer Abend, angenehme Ruhe liegt über dem ganzen Haus, hier bei mir klackert es ein bisschen von der Tastatur, im Wohnzimmer hört man gedämpft den Fernseher - *schepper* - die Fernbedienung landet schon wieder am Boden...


Dieses Fallenlass-Gen, das muss wohl ans männliche Geschlecht gebunden sein. Und mit Fallenlass-Gen meine ich nicht jenes, welches dafür zuständig ist, dass man volle Teller aus den nassen Händen rutschen lässt oder der Stapel Bücher nicht stabil genug war, sondern das Gen, welches dafür zuständig ist, dass hier die meisten Fernbedienungen, Game-Boys, Walkmans und ähnliche elektrische Kleingeräte mit Klebeband zugepappte Batteriefächer und abgesprungene Ecken haben. Das muss vermutlich auch das gleiche Gen sein, welches die gleichen Personen dazu veranlasst, die Wasserflasche, die Spielzeugautos, die Bücher auf die Sofalehne zu legen und sich dann zu wundern, wenn sie runterfallen.

Verstehen kann ich das alles nicht, wahrscheinlich, weil mir das besagte Gen wohl fehlt, und in der Minderheit bin ich auch, es heisst hier drei Fallenlasser gegen zwei weibliche Personen, aber dran gewöhnen werde ich mich vermutlich auch nicht *schepper*
;-)


Jac 11.05.2006, 22.35 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches

Keine Zeit


Um so richtig lange und fest krank zu sein, fehlt mir einfach die Zeit.
Nachdem mich gestern der WBE gehätschelt hat, für mich einkaufen war, sich um Kinder, Abendessen, Aufräumen und alles sonstige gekümmert hat nach seiner Arbeit, habe ich mir einen gepflegten Anfall von Selbstmitleid Wehleidigkeit Durchhängenlassen gegönnt, bin nochmal früh ins Bett - und heute morgen sozusagen in alter Frische wieder aufgewacht.

So frisch immerhin, dass ich um sieben den WBE schon fragen konnte, was er denn zum Abendessen möchte, so frisch, dass ich seine Antwort, die nicht so ganz ernst gemeint war, auch wirklich gehört habe - und vor allem so frisch, dass ich mir heute den Nachmittag in der Küche um die Ohren geschlagen habe und Schweinsbraten mit Semmelknödel und Rotkraut gemacht habe - und damit einen Mann ziemlich sehr glücklich gemacht und ein bisschen überrascht habe. Immerhin wird er in Zukunft vorsichtiger mit seinen Wünschen sein, sie könnten in Erfüllung gehen ;-)

Und weil heute so ein schöner Tag war, kam mein Mami vorbei und brachte mir - einfach so, ohne Anlass! - ein kleines Porzellandöschen, das sie auf einem Flohmarkt entdeckt hatte, weil sie dachte, dass es mir gefallen würde. Recht hatte sie damit - und es hätte das allerhässlichste Döschen auf der Welt sein können, es hätte mich dennoch überglücklich gemacht, denn irgendwie scheint mir, zwischen meiner Mutter und mir ist die Welt endlich in Ordnung.

Und ausserdem blüht die Wisteria und der Flieder und der Blumenhartriegel draussen, und die Sonne hat zumindest zeitweise geschienen und überhaupt ist das Leben schön :-)


Jac 10.05.2006, 21.10 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches

Nicht lustig


...ist es, den abgelegten Infekt der Kinder aufzulesen und ihn dann so richtig voll auszukosten - Kopfweh, Gliederschmerzen, Schluckweh, Temperatur - alles, was einen langen Tag noch länger macht.

*bäh*


Jac 09.05.2006, 12.19 | (6/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches

Lebensqualität


Seit uns das Leben so durchgeschüttelt hat, ist "Lebensqualität" ein zentrales Thema in unserem Leben.

Den Moment geniessen, im Jetzt leben, die kleine Blüte am Wegesrand sehen, die Kinder immer wieder als Wunder erleben - und doch, so wichtig mir das ist, viel zu oft frisst der Alltag die Wünsche nach dem bewussten Leben auf, lasse ich mich anstecken von Termindruck und vollem Programm, von Hetze und Stress, von Pflichtbewusstsein und Arbeitsplänen...

Der Wunsch und die Realität kollidieren aufs Heftigste, manchmal gewinnt die eine Seite, manchmal die andere. Meist aber versuche ich, den Mittelweg zu finden, denn unser Leben nur auf Lebensqualität auszurichten würde auch bedeuten, auszusteigen aus so vielem, auch aus Dingen, die für die Kinder eben doch wichtig sind, auch wenn sie eher der Kategorie "Pflicht" zuzuordnen sind. Gelegentlich erwachen Träume von einem Aussteiger-Leben, aber ich weiss eigentlich genau, dass das nicht meine Welt ist, trotz allem nicht.

Und so suche ich das bewusste Erleben, das bewusste Wahrnehmen in der Hektik des Alltags. Nicht das Grosse suchen, das Kleine finden. Das Schöne sehen statt über den Dreck nachzudenken. Die Kinder an die Hand zu nehmen und im Garten die Wunder der Natur erleben, über Spinnennetze staunen, am Blumenduft freuen, Wolkenbilder erkennen....

Leben misst sich in Qualität, nicht in Quantität.


Jac 07.05.2006, 21.42 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Sinniertes

Unterstützenswert


Da kämpft ein Junge, Loïc Bregnard, seit vielen Jahren gegen einen bösartigen Hirntumor und nutzt seine Energie nicht nur, um gegen sein Medulloblastom zu kämpfen, sondern auch:

sein Ziel ist es, bis zum 30. Juni 2007 so viele Postkarten aus aller Welt wie irgendwie möglich zu bekommen, um vielleicht ins Guiness-Buch der Rekorde zu kommen - und vor allem das Thema "Krebs bei Kindern" ins Bewusstsein der Menschen zu rücken.

Ein Bericht aus der Migros-Zeitung:
Grussworte der Hoffnung

Seine Website (in Englisch oder Französisch)
Loïc Bregnard

Mitmachen kostet nicht viel - ein Stift, eine Karte, eine Briefmarke und ein bisschen Solidarität...
(Adresse findet sich bei beiden Links)

Dass diese Aktion für mich absolut unterstützenswert ist, brauche ich wohl nicht weiter zu erläutern.

Ich bin dabei - Du auch?

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Nachtrag:
am 10.05.2006 hat Loïc seinen irdischen Lebenskreis beendet.

Möge er frei sein,
möge seine Familie getröstet sein.





Jac 05.05.2006, 21.38 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Vernetztes


Dankeschön!


...für Euren Zuspruch zum gestrigen Tag....




Jac 04.05.2006, 12.56 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Sinniertes

Unvergessen






Am 03.Mai 2000, um zehn Minuten nach Mitternacht ist er gegangen, mein Sohn David,
hat viel hiergelassen und manches mitgenommen,
hat mich verändert und geprägt,

aber auch sechs Jahre später vermisse ich ihn manchmal so sehr, dass es wehtut,
aber auch sechs Jahre später ist er irgendwie noch immer hier,
aber auch sechs Jahre später ist er unvergessen -

und das wird er immer bleiben.






Jac 03.05.2006, 00.10 | (11/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Sinniertes

Seine Frau


Andere Kinder haben imaginäre Freunde, die dann meist verantwortlich sind für jeden Unsinn und alles, was so schief läuft. Das blieb mir beim Zwirbel bisher erspart, aber seit einigen Wochen haben wir dennoch einen Bewohner mehr : seine Frau.


Seine Frau hat fünf Katzen, sie haben zwei schnelle Autos und einen Bauernhof, seine Frau hat alle Blumen bei uns im Garten gepflanzt und wäscht ihm täglich seine Wäsche, räumt für ihn auf, ist die allerbeste Köchin der Welt und fleissig für zehn. Wann immer sich Gelegenheit bietet, erzählt er von seiner Frau, die auch in den Kindergarten mitgeht, weil sie dort ab und zu arbeitet, Kinder haben sie noch keine.
Sobald die zwei Grossen irgendetwas von der Schule erzählen, dann erzählt er uns, was seine Frau grad so gemacht und erlebt hat.

Ich finde es immer wieder spannend, wie er mit Hilfe seiner Fantasie die Dinge, die er erlebt hat, aufarbeitet und weiterspinnt und so wahre Abenteuerwelten erschaffen kann. Nur der grosse Bruder, der verdreht immer die Augen, weil das ja "nur Fantasie" ist - wie wenn seine Erzählungen in dem Alter immer der Realität entsprochen hätten *g*

Was brauchen also Jungs? Eine Frau.
*ggg*






Jac 02.05.2006, 21.16 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Kindereien