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Weihnachtsgeschichte

****

Und es begab sich, dass viele Jahre mein Verhältnis zu meiner Mutter von Missverständnissen, Kommunikationsfehlern, fehlender Abgrenzung, unaufgearbeiteter Vergangenheit nur so strotzte und trotz beiderseitigem Willen jedes Miteinander über kurz oder lang in ein Gegeneinander ausartete.
Kein Anlass war zu gering, um aneinanderzugeraten, kein Vorwand zu nichtig, um "jetzt endlich mal..." und keiner aus dem Umfeld zu unwichtig, um nicht auch noch mit hineingezogen zu werden.
Wahrscheinlich ist das Mutter-Tochter-Verhältnis eh von Natur aus ein von Fehlverständnis geprägtes, doch meine Mutter und ich, wir beherrschten es meisterhaft, nicht miteinander auszukommen.
Und statt unsere Energie dazu benutzen, einander wohlgesinnt zu sein, haben wir sie gebraucht, um die Schuld immer beim anderen zu suchen und niemals, wirklich niemals zuzugeben, ebenfalls im Fehler zu sein.

Doch beide wurden wir älter, ich wurde so um den 40. Geburtstag herum so erwachsen, dass ich einige meiner Denkfehler erkannte - und auf einmal ging es nicht mehr um Schuld oder Unschuld, um Fehler und Missverständnis, um Gegeneinander, sondern plötzlich zählte eigentlich nur noch eines:
sie ist mein Mami und ich ihre Tochter.
Sie liegt mir am Herzen und ich ihr.
Sie ist meine einzige Mutter und ich ihre einzige älteste Tochter.

Und plötzlich war alles so einfach und so liebevoll und so herzlich....

...doch wie das Leben so spielt, manches merkt man eher spät, und so kam es, dass seit diesem Herbst meine Mutter fast 700 km entfernt von mir lebt, etwas, wovon seit meiner Kindheit zwar immer wieder geredet wurde, aber so ganz ernst nahm das keiner mehr.
Jetzt, wo ich manchmal einfach gern schnell auf einen Kaffee vorbeigehen würde, jetzt kann ich es nicht mehr.
Und ganz besonders hart kam mich die Tatsache an, dass sie zu Weihnachten nicht in der Schweiz sein wird und an der Familienfeier ihr Stuhl leer bleiben wird.

Aber Weihnachten wäre nicht Weihnachten, wenn es nicht immer auch Licht gäbe - und so nimmt sie den Nachtzug, um am 25. mit meiner Schwester und mir und unseren Famillien zusammen zu feiern.
Und ich kann mich einfach nur freuen :°-)

mitmach07.jpg****

Happy-End an Weihnacht?
Weihnachts-Wunder-Geschichten?
Eingesehene Irrtümer über das Verhältnis zur nahen Familie?

Jac 16.12.2007, 20.11

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von Christine

Da fällt mir doch in Bezug auf Weihnachten nur die SchwieMu ein, evtl auch der SchwieVa, aber der äußert sich da eher nicht. Mit der Geburt des Ältesten Sohnes und damit ersten Enkelkindes setzten wir durch Heilig Abend in unserer Kleinfamilie zu verbringen. Bisher ohne Happy End. Und ich halte es nach wie vor nicht für einen Irrtum. Immer wenn ich ins Schwanken komme, streiten die beiden wieder so, dass ich weiss - das, genau das will ich auf keinen Fall. Und erinnere ich das Weihnachtstrauma des Besten Ehemanns, das wir nicht auffrischen wollen...

vom 16.12.2007, 22.08
Antwort von Jac:

Heiligabend, der gehört bei aller Liebe zur Familie auch uns allein - das halten wir schon immer so und das wird auch so bleiben, auch ohne Streitigkeiten.
Euch wünsche ich, dass Ihr auch dabei bleiben könnt, denn zuerst kommt die eigene Familie und dann die Familie *wattndeutsch*