Stapelweise
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3


Mein Leben in 6 Worten:

Klein beigeben ist was für andere.

 

freihalterin bei twitter




Statistik
Einträge ges.: 1899
ø pro Tag: 0,3
Kommentare: 3871
ø pro Eintrag: 2
Online seit dem: 07.12.2003
in Tagen: 5588

Ausgewählter Beitrag

Vor 20 Jahren...

(das wollte ich gestern bloggen, aber technische Probleme haben mich daran gehindert, jetzt geht dank BLW-Sonntags-Nothilfe alles wieder ;-)

Vor 20 Jahren....

...war es dunkel, es war kalt, ich war müde vom langen Abenddienst,  es war verschneit und gefroren, und ich stand da mitten auf dieser Strasse bergauf, in einem kleinen Kaff, im warmen Auto - das keinen Wank mehr tat...
Batterie, Benzin, alles war in Ordnung, nur der Motor, der tat nicht mehr.


Und dann kam von hinten ein Auto, hat den Blinker gesetzt, mich vorsichtig umfahren (ich stand ja wie er wähnt mitten auf der Strasse!) - und ist an mir vorbeigefahren...

*oooooh*
Wie ein Rohrspatz habe ich geschimpft "Du würdest auch besser anhalten und mir helfen, Du *ç(%/("*=?, das nennt sich unterlassene Hilfeleistung, Du "*%()%?ç/"..."....und dann sah ich die Bremslichter, das Auto hielt an, setzte zurück, eine grosse, dunkle Gestalt stieg aus und kam auf mich zu - um mich dann ganz freundlich zu fragen, ob ich Hilfe brauche...

Ja, ich konnte, dringend, verzweifelt... Ein Landei, mit kaputtem Auto, nachts allein auf der Landstrasse, Handys gab's damals noch nicht und praktisch blank wie fast immer war ich auch...
Der nette junge Mann traute sich zu, mein Auto rückwärts die Strasse runterrollen zu lassen bis zum nächsten Restaurant, mit grossem Parkplatz, ich hätte mich nicht getraut - vorwärts war ich grossartig mit diesem alten Riesenschiff, das ich mein eigen nannte, aber rückwärts?

Der junge Mann, der zufälligerweise im gleichen Ort (10 km entfernt) wohnte wie ich und ebenfalls auf dem Heimweg von der Arbeit war, bot mir an, mich mitzunehmen.
Auf dem Weg dahin erzählten wir uns so dies und das (bzw. ich erzählte und er kam kaum zu Wort), er setzte mich zuhause ab, ich stieg aus, bedankte mich und auf dem Weg in meine Wohnung dachte ich "nett ist er ja, aber viel zu langweilig für mich" (ich war da grad tendenziell suchend ;-)

Wie sich dann herausstellte, hatte ich es mit unglaublichem Anfängertalent geschafft, den Zylinderkopf meines Autos zu ruinieren - ein Riss im Kühler, kein Kühlwasser und eine Bergstrecke gepaart mit der Vorstellung, eine verhinderte Autorennfahrerin zu sein.
Es hat mich fast einen ganzen Monatslohn gekostet, eine damals für mich fast unvorstellbar grosse Summe auf einen Schlag.


Und doch : es war das am besten investierte Geld meines Lebens, zum Glück habe ich den Zylinderkopf kaputtgemacht, denn dieser nette, aber langweilige junge Mann war eben nicht nett und langweilig, sondern nett und zuverlässig und für mich "DER Mann"...

20 Jahre kennen wir uns, fast 17 sind wir verheiratet, und eines habe ich aus der Sache ein für allemal gelernt:


Wenn das Leben nach Mist aussieht, nach Mist riecht, sich nach Mist anfühlt - wart's einfach ab, man weiss nie, was da auf dem Mist gedeiht.




Jac 23.11.2008, 11.23

Kommentare hinzufügen

Die Kommentare werden redaktionell verwaltet und erscheinen erst nach Freischalten durch den Bloginhaber.



Kommentare zu diesem Beitrag

4. von Hella

oh ist das eine schöne Geschichte und sie macht Mut nicht in allem immer nur Mist zu sehen, sondern abzuwarten was vielleicht daraus werden könnte . LG Hella

vom 24.11.2008, 15.18
3. von Biggi

Guten morgen, liebe Jac,
ob mir wohl mal jemand das grinsen aus dem Gesicht wischen kann? Na wenn das nicht mal ein wundervoller Mist war, der mir da gerade auch ein klein wenig die Nackenhaare sträuben ließ. Wuah...alleine im Auto...dunkel...das reicht mir schon, um sämtliche Muskeln zum zittern zu veranlassen!!!
Dein dicker Satz zum Schluß ist einfach nur unglaublicher, wahrer und toller Mist!
Verschneite Montagmorgengrüße
Biggi

vom 24.11.2008, 06.10
2. von Regina trunseo

oh! :)
eine tolle Geschichte und dann sag ich mal: Glückwunsch zum 20jährigen!

vom 23.11.2008, 20.23
1. von marion

bei dieser schönen geschichte wird einem richtig warm ums herz - schnee hin, schnee her! und dann auch noch mit happy end....
ich wünsche euch beiden noch ganz viele, gedeihliche jahre!
mit restverschneiten sonntagsgrüssen
marion :)

vom 23.11.2008, 14.23