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Treuer Begleiter Selbstzweifel
Seit ich mich erinnern kann, begleiten sie mich : die Selbstzweifel. Alles, was ich tue, denke, fühle, stellen sie in Frage, jede Leistung wird kritisch hinterfragt.
Manchmal sind sie gut, diese Zweifel : solange ich mein Tun und Denken immer wieder hinterfrage, gerate ich nicht in Versuchung, mir selber etwas vorzumachen, mich auf meinen Lorbeeren auszuruhen und mich nicht anzustrengen. Manchmal holen sie das Beste aus mir raus, weil sie mich antreiben, etwas noch besser, echter, schöner zu machen, meinen inneren Schweinehund zu überwinden und mich zusammenzunehmen. Sie lassen mich nie so lange in Ruhe, als dass ich in ausgelatschten Bahnen dahinlebe.
Manchmal machen sie mich fertig. Statt mit dem zufrieden zu sein, was ich tue, ziehen sie alles ins Lächerliche, erklären mir, dass ich das viel besser hätte können, dass ich es sowieso nicht richtig machen kann und dass es nie genug ist. Auch wenn ich weiss, woher diese Tendenzen kommen, meine eigenen Leistungen und Anstrengungen zu schmälern, hilft mir das nicht wirklich da raus, kommt doch diese Stimme genau dann, wenn ich nicht sachlich in der Lage bin, sie zu entkräften, indem ich ihr erkläre, ich habe es genauso gut gemacht, wie ich konnte, das muss reichen.
Es macht mich oft unsicher und alles andere als gelassen. Wie soll etwas gut sein können, wenn ich selber schon tausend Haken an der Sache finde? Ein vollkommen verqueres Denkmuster sitzt da in meinem Kopf, dass mich immer wieder gefährdet, in meinen alten Zwangs-Perfektionismus abzurutschen. Und das mag und will ich nicht mehr, weil ich damit alle um mich herum und mich selber unglücklich gemacht habe.
Doch wie kann ich unterscheiden, ob es der gesunde Selbstzweifel ist, der mich vorantreiben kann, oder der destruktive, der mich klein und unfähig macht? Wie unterscheidet man die eigenen Wahrnehmungen, wie verifiziert man sie? Wo liegt der goldene Mittelweg? Ich möchte die Selbstzweifel nicht ganz weghaben, selbstgerechte Menschen gibt es schon genug - ich möchte nur ihre Destruktivität eindämmen, weil es mir nicht gut tut. Sie macht nämlich auch oft nicht vor den Dingen halt, die ich wirklich gut kann, die mir liegen.
Schwierig. Zu schwierig, um es jetzt auf die schnelle zu lösen...
Jac 31.05.2004, 14.29
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Kommentare zu diesem Beitrag
*seufz*, liebe Jac,
sogar dein Zweifel soll noch perfekt sein *seufz*!
Ich kenne das.....leider....
Wie wär's, wenn du deinen Schweinhund als Ratgeber benutzt und ihm ab und zu ma zuraunst: "Hey, ja, ichweiß, daß du da bist, ich habe gehört, was du geknurrt hast - aber heute mache ich es mal so, wie ich es will!".
Dann fühlt der Schweinehund sich einerseits wahrgenommen und andererseits gibst du dir Chance, dich trotzdem nicht von ihm niederknurren zu lassen.
Klappt, wenn frau es übt.
lg edda.
vom 31.05.2004, 17.02
Ach Edda, danke für diesen Gedankenanstoss :-)
Da steckt sie schon wieder drin, die Perfektionsfalle und ich merke es nicht :o
Ich gehe den Selbstzweifeln dann wohl mal einen Tritt in den Hintern versetzen ;-) Liebe Grüsse an Dich und *merci*



*micheddaanschliess*
*ihrenratauchannehm*
in diesem sinne eine schöne kurze woche und liebe grüsse auch an edda
birgit
vom 01.06.2004, 07.44
*solidarischdiehandrüberreich*
Auch Dir eine schöne Woche!