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Sinnkrise

Es gibt Zeiten im Leben einer Mutter, da werden besondere Anforderungen an sie gestellt - kranke Kinder, Schulprobleme, schlaflose Nächte usw. - alles, was den Adrenalinspiegel hoch und die Routine tief hält.
Solche Zeiten gab es hier auch zur Genüge und gelegentlich gibt es sie noch immer.

Aber meistens ist es das tägliche Einerlei, das meinen Alltag füllt. Nasse Bettwäsche, dreckige Böden, Essen kochen, Streit schlichten, Ohren auf Durchzug schalten wegen akutem Genöle, ständig Verfügbarsein, Waschmaschine füllen, putzen, aufräumen, täglich die gleichen Regeln neu ausdiskutieren - und derzeit bin ich so richtig unlustig auf diesen elenden Trott. Immer das Gleiche, nervtötend, bis zum Abwinken....

Schon viele Jahre bin ich ausschliesslich als Mutter & Hausfrau tätig, und aus verschiedenen Gründen wird das bestimmt auch noch einige Jahre so bleiben. Meistens bin ich damit ganz glücklich, ist es doch das, was ich mir gewünscht habe und was auch für unser Leben am meisten Sinn macht.
Doch dann kommen wieder so Phasen, wo ich schon morgens am liebsten das Handtuch werfen und davonlaufen würde. Besonders jetzt, wo die Kinder Ferien haben, ist es mal wieder verstärkt, dass ich das Gefühl habe, keine Minute Ruhe zu haben, und wenn ich mich - wie jetzt grad - in Sicherheit wähne, dann geht garantiert irgendeine Streiterei, ein Gekreisch oder grober Unfug los.
Und ich erwische mich dann manchmal in Tagträumen von einem Leben ganz ohne Kinder, und je länger ich Mutter bin, desto besser kann ich es mir vorstellen.

Ich weiss, dass ich durch diese Phase einfach durchmuss, ich weiss auch, dass irgendwelche "Projekte" dem meist ein Ende setzen, aber die Energie für ein neues Projekt bringe ich grad nicht auf, weil ich einfach keine Lust habe, meine Sinnkrise durch Mehrarbeit wegzubeschäftigen.

Ich frage mich, wie das andere machen, die in einer ähnlichen Situation sind, die nicht berufstätig sind, sondern aus welchen Gründen auch immer ausschliesslich zuhause sind. Wie sie gegen den Frust des täglichen Einerleis angehen.... Ich bin doch bestimmt nicht die einzige, auch wenn es mir manchmal so vorkommt.



Jac 09.10.2006, 12.41

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Kommentare zu diesem Beitrag

7. von DorisL

Liebe Jac,

du gehst fälschlicherweise davon aus, dass berufstätige Mütter keinen Alltagstrott haben ;-).

Tausche einfach das Wort "Haushalt" gegen "Büroarbeit" und dann weisst du, wie es mir momentan geht.

Liebe Grüsse,

Doris

vom 10.10.2006, 15.51
6. von dasMiest

Nein Jac, du bist nicht die einzige, natürlich nicht.
Und ich weiß nicht, was ich ohne das Internet und seine Möglichkeiten täte... und sei es nur, die Jammerphasen anderer Mütter zu lesen und selbst zu jammern :)

Liebe, solidarische Grüße (und die Gewissheit: auch diese Ferien gehen vorbei - wobei ich momentan die Ferien mehr genieße als die Schulzeit...),
Claudia

vom 10.10.2006, 09.49
5. von andrea

hola jac. ich arbeite zwar 20-40% aber von zu hause aus. ja, es bringt abwechslung in den tag und ja, es bringt mich dazu "spagate" zu vollziehen, wenn dort der haushalt lauert und hier die arbeit fürs büro liegt... beides in seh- und reichweite... nur, wenn po auf bürostuhl, dann arme nicht an den staubsauger ausfahrbar... oder so ähnlich - grins. alles hat seine zeit und so versuche ich mein timing stetig zu "perfektionieren" und wie sehr lobe ich mir da den alltag. ferien erfordern ein x-faches an organisation. (warum habe ICH nicht 13 wochen ferien wie die kinder... häää???). bei nerv-phasen gönne ich mir BEWUSST meine badewannenzeit oder einen spaziergang (alleine oder mit mann) time-outs mit seelenbalsam-effekt! liebe grüsse und durch da... andrea

vom 10.10.2006, 08.49
4. von Donna

Liebe Jac,
nein es geht sicher nicht nur dir so.
Was ich so drei Wochen vor den Ferien angefangen habe und auch nach den Ferien wieder tun werde: ich walke. Ich gehe einfach raus. Lass das tägliche Chaos und Einerlei zurück und geh mindestens 5 km so schnell es nur geht. Soll ich dir was sagen? Ich hätte es nicht geglaubt, aber: das macht den Kopf wunderbar frei, mit der weniger Zeit rafft man sich zum ganz schnellen Routine erledigen. Danach kann ich lockerer mit Geschmolle, Pubertätskrisen und den anderen kleinen und großen Katastrophen umgehen.
Ich kenn aber das Gefühl: ich bin nur zu Hause, tu nix anderes, aber nichts ist richtig fertig oder in Ordnung, die Kinder sind nicht zufrieden oder, oder , oder.... Aber das ist nun mal so mit Kindern, und wer mir erzählt er wäre damit immer nur glücklich , und es liefe immer alles perfekt.... irgendwie glaub ich dem nicht mehr ( ja ne zeit hab ichs geglaubt und mich gefragt was ich falsch mache). Ganz lieben Gruß

Donna

vom 09.10.2006, 15.28
3. von Livia

Liebe Jac,
das ist mein Hauptgrund gewesen, warum ich es bei einem Kind belassen habe.
Es ist lieb, stressfrei und trotzdem anspruchsvoll.
Ich habe aber nicht die Kraft für mehr.
Was den Job angeht, so sag ich dir das Gleiche wie Edda.
Ich geh dahin, weil die Berufstätigkeit mir nett viel Geld bringt und mir dadurch andere Dinge ermöglicht, die ich schätze.
So werde ich in Kürze eine neue Weiterbildung anfangen, auf die ich mich freue.
LG
Livia.

vom 09.10.2006, 15.24
2. von edda.

Ach Jac,

tröstet es dich ein bisschen, dass es genau die Dinge, die dich im Hause auch in der Arbeit geben kann?

Lästige Routinen, Streit, Druck, Stress .... ist nix anderes.

lg edda.

vom 09.10.2006, 15.03
1. von Jacky

Hallo Jac

Melde mich hier auch mal wieder! Wir lesen und schauen regelmässig hier vorbei, auch wegen Minouche und ihren jungen herzigen Büsis! Mit wir meine ich Joelle und mich...

Glaube mir, mir geht es oft genauso, wie Du es oben beschrieben hast!! Kommt dazu, dass unser Grosser so richtig in der Pubertät steckt, alles ausprobiert, sei es Rauchen, Alkohol usw. Oft bin ich total am Anschlag und frustriert und auch mir kommen Gedanken, wie Auswärtsarbeiten oder wie es wäre, keine Kinder zu haben! Und auch bei uns, wird sich an dieser "Lebenssituation" so schnell nichts ändern, denn ich könnte mir trotz allem nicht vorstellen, dass ich noch arbeiten gehe und ich will es auch nicht!

Meine Strickerei, meine Freude an den Katzen und auch viele liebe Leute, die ich durchs Internet gefunden habe, helfen mir oft drüber hinweg! Auch ein guter Film oder ein gutes Buch tun immer wieder gut!

Liebi Grüess
Jacky, die sich gut vorstellen konnte, wie Du Dich gefühlt hast, als die Katzen verschwunden waren....

vom 09.10.2006, 14.29