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Mein Leben in 6 Worten:

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Selbständig-Erwerbender-Gemahlin


Das bin ich, die Frau eines Mannes mit eigener Firma. Einer florierenden Firma mit der Tendenz, alles zu nehmen, was an Zeit und Energie in meinem Mann steckt, wenn wir nicht gemeinsam gegensteuern und uns Oasen im Alltag schaffen, unser Familienleben als ebenso prioritär einzustufen

Meistens sehe ich die vielen Vorteile, die uns daraus erwachsen, schätze es hoch ein, mich darauf konzentrieren zu können, den Kinder eine Mutter, dem Haus eine Frau und meinem Mann eine Partnerin zu sein. Immer sehe ich, welchen Luxus wir damit leben können, dass das so möglich ist.

Doch manchmal gerät diese Aufteilung in Schieflage.
Aus "ich halte ihm privat den Rücken frei" wird dann "ich bin für alles zuständig und muss alles selber hinbekommen", weil er derart eingespannt ist, dass aller guter Wille, mich bei so Aktionen wie dem vergangenen Umbau zu unterstützen, sich in Schall und Rauch auflösen.

Klar, ich _kann_ das alles alleine schaukeln. Ich kann mich gleichzeitig um den Umbau, den normalen Kinderalltag, den normalen Haushalt kümmern, ich kann bis an meinen psychischen und physischen Grenzen gehen und manchmal auch darüber hinaus, in mir steckt einiges an Leistungsfähigkeit, über die ich gelegentlich selber verblüfft bin.

Aber eigentlich - ja, eigentlich will ich das gar nicht.
Es droht viel mehr in diesem Leben auf der Überholspur, das wir da momentan so oft führen müssen, als nur "viel Arbeit für beide".
Es stecken die Ansätze drin, sich auseinanderzuleben, weil kaum mehr gemeinsame Zeit bleibt, weil die Berührungspunkte weniger werden.
Es steckt die Gewöhnung an den Einzelkämpferstatus drin, der zum Alleinentscheider und zum Nichtmehrmitredenlasser führen kann.
Es steckt der Raubbau an der eigenen Gesundheit drin, denn die Überholspur führt zu Schlafdefiziten, ungesunder Ernährung, wenig Bewegung und ähnlichem mehr.

Man müsste also einfach etwas an der beruflichen Belastung ändern. Aber so ist das im Leben - was vermeintlich einfach erscheint, ist nur zu oft schwierig bis unmöglich - und das macht die Situation so auslaugend - das Wissen, dass Nichtwollen keine Option ist, dass man sich manches nicht aussuchen kann und der Gedanke, dass es auf Dauer so weitergeht.

So leere ich eben hier meinen Kropf, um morgen wieder genau da weiterzumachen, wo ich heute aufgehört habe...



Jac 03.09.2009, 22.22

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Kommentare zu diesem Beitrag

2. von Melody

Bei uns bin ich diejenige ... und ich schreibe mir gemeinsame Zeit inzwischen oft wie einen wichtigen Kundentermin in den Kalender, damit sie nicht untergeht.

Der Planet ist übrigens noch nie stehen geblieben, wenn ich dann doch die Abende und Wochenenden der Familie widmete, obwohl es vorher unmöglich machbar schien ;)

vom 05.09.2009, 23.13
1. von Sandra

Hallihallo,
sehr, sehr treffend geschrieben !!!
Da ich eher die "stille" Leserin bin, krieche ich heute mal aus meiner Ecke und stimme dir einfach nur zu.
Hier ist es ähnlich, wenn auch ohne Kinder und beide zu mehr als 100% im Berufsleben.
Ja, es geht uns gut. Das einzige was oft fehlt, ist die Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.
Leider darf man das ja in Zeiten von Kurzarbeit und hoher Arbeitslosigkeit kaum sagen. Es scheint nur Leute mit zu viel oder keiner Arbeit zu geben.
Doch die Hoffnung, immer wieder dagegen anzukämpfen und die kleinen Oasen zu genießen, die ist noch immer da.
Immerhin.
LG
Sandra
:schnecke: :schnecke:

vom 05.09.2009, 07.25