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Mein Leben in 6 Worten:

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Problemerkennung

Nicht jeder Mensch geht gleich damit um, wenn ihn etwas stört oder belastet. Das ist bei Kindern ebenso - und hier sind dann wohl  drei verschiedene Typen vertreten.

Typ eins ist der Extrovertierte, der brüllt/tobt/schreit/heult sofort und unverzüglich los, wenn irgendwas nicht seine Zustimmung findet und gibt nicht eher Ruhe, bis alles wieder so ist, wie er es gern hätte. Dieser Typ wird hier bestens vertreten durch den Jüngsten, dessen Brüllorgien, wenn beispielsweise das Menu des Tages nicht " Teigwaren ohne Sosse" heisst, sind legendär...

Typ zwei ist der gequälte Typ, der mit einem Gesicht wie sieben Tage Regenwetter herumläuft und/oder im Zimmer vor sich hinheult und auf jede liebgemeinte Nachfrage, was los ist, meint "nichts ist" - alternativ "niiihihihichts-heul". Weiterfragen ist da falsch, nicht weiterfragen ebenso - nach etwa einer halben bis drei Stunden wird dann aus "nihihihiiiichts" mit etwas Glück die Tatsache, dass die Sonne im Zimmer blendet. Würdig vertreten durchs Töchterlein.

Und dann gibt es noch Typ drei, den Introvertierten, der tagelang neben der Spur läuft, sich verhält wie kurz vor Vollmond, bei Kleinigkeiten auch mal unerwartet in Tränen ausbricht oder alternativ komplett austickt, sodass man sich fragt, was denn das nun wieder für eine Phase ist. Um dann plötzlich zufällig herauszufinden, dass das Kind wirklich etwas bedrückt, dass es seinen Kummer aber weder zugeben noch in Worte fassen kann - und dem man dann mit ganz wenigen Worten die Angst vor einem Donnerwetter nehmen kann, weil hier ganz bestimmt keiner wegen einer schlechten Note ausgeschimpft wird, besonders dann nicht, wenn dieses Kind sonst Bestnoten liefert. Und dieser Typus nennt sich hier Oliver und hat sich nun tagelang damit geplagt, dass es da einen Abschiffer gab, weil etwas getestet wurde, das er schlicht nicht beachtet hat - nämlich die Sachinformationen, die VOR dem Schulzimmer aufgehängt waren und an denen er täglich x-mal vorbeigekommen ist. Und sie vermutlich genau darum nicht gesehen hat...
Aber ich glaube, jetzt ist seine Welt wieder in Ordnung.

Und ich bin immer froh, wenn ich für jedes meiner Kinder den richtigen Weg finde, die Welt wieder in Ordnung zu bringen. Denn was uns Grossen oft als Nichtigkeit erscheint, kann für ein Kind ein Berg in der Höhe des Mount Everest sein - unbezwingbar und und unüberschaubar...

Jac 29.06.2006, 20.50

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von andrea

hier leben zwei kinder und sie vertreten ebenfalls zwei ganz unterschiedliche fast konträre typen und jedes mal bin ich dankbar, wenn ich die richtigen worte oder die benötigten 5 minuten schweigen, die gewünschten umarmungen oder distanz, das rechtzeitige nachfragen oder abwarten etc. finde :o) heute war 1x trost gefragt in form von aufmunterung (weil bei kind a die note halt nicht so, wie vom kind erhofft war) und 1x bestärkung bei kind b, weil es trotz bestnote an selbstsicherheit fehlt. oft funktioniert es hier wie am schnürchen und ich weiss, spüre, wer was braucht. ab und zu scheine ich aber nicht kompatibel zu sein mit meinen kindern (vor allem nicht mit kind b...) es "tickt" so ganz anders wie ich. DIES empfinde ich als herausforderung und vor allem als grosse bereicherung... auch wenn's anstrengend(er) sein kann, wenn man neuland betritt. (unterdessen kenne ich dieses land seit 10 jahren und ich muss sagen: ICH fühle mich sehr heimisch und hoffe sehr, dass es meinem kind auch so geht in meinem land) liebe grüsse - andrea

vom 29.06.2006, 23.29