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Ausgewählter Beitrag

Härtefall

Seit über 13 Jahren heisst mein Job "Mutter und Hausfrau". Ein recht anspruchsvoller Job mit immer wieder neuen Aufgabenstellungen, mit "heissen Zeiten", Routinearbeiten und dem schwierigsten Arbeitsmaterial, das es gibt : Menschen, insbesondere Kinder.

Dieser Job macht mir genug Spass und bietet mir genügend Herausforderung, dass ich mich nicht ausserhäuslich kommerziell betätigen muss, zumal so ein Engagement für uns alle nur mit sehr viel Abstrichen in der Lebensqualität zu machen wäre. Es ist wohl auch schlichte pure Vernunft, die mich das nicht wünschen lässt.

Aber manchmal, da gibt es, wie in jedem Job Zeiten, da habe ich genug davon. Früher, da habe ich einfach die Stelle gewechselt, mir ein neues Arbeitsgebiet, ein neues Team, eine neue Sparte gesucht und war gefordert, mich möglichst schnell einzuarbeiten. Etwas, was mir immer grossen Spass gemacht hat. Und wenn die Routine kam (oder mir der Zicken-Hierarchie-Krieg zu blöd wurde), dann habe ich mich auf dem Stellenmarkt umgesehen, um was anderes, neues, besseres zu machen.

Nun bin ich aber in diesem Job, der mir nicht immer so viel anderes,neues, besseres bietet, der mich manchmal auslaugt, weil es die ewiggleichen Diskussionen über den ewiggleichen Kleinkram gibt (nennt sich im Fachjargon "Erziehung") und die grösste Herausforderung, die grösste Härte für mich ist es, mich immer wieder neu zu motivieren, durchzuhalten, nicht "die Stelle zu wechseln".

Früher bin ich den Weg des geringsten Widerstandes gegangen und habe mich einfach anderweitig engagiert, wenn die Motivation aus was für Gründen auch immer weg war - heute kann ich nicht ausweichen und muss mir meine Motivation jeden Tag neu erarbeiten und mich mit dem Alltag, der Routine arrangieren.

Erziehung, Haushalt, "Seelsorge", das sind alles Dinge, die mir leichter fallen, sind sie doch mit genügend Fachkenntnissen, einer gesunden Portion Menschenverstand und einem Hang für "try und error" ganz gut zu schaffen. Meine Persönlichkeit, tendenziell flatterhaft und immer auf der Suche nach dem Neuen, die muss sich da ganz schön durchbeissen.

Wenn die Kinder irgendwann erwachsen sind, dann werde ich sicher auch auf sie stolz sein. Aber am meisten werde ich wohl auf mich stolz sein, wenn ich sagen kann : "ich habe nicht gekniffen".


Jac 31.08.2008, 19.57

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von Angela

Liebe Jac,

diese Worte hätten so ähnlich von mir stammen können, allerdings hätte ich es nicht so schön formulieren können.

Mit meiner Persönlichkeit "eher flatterhaft" befinde ich mich gerade nach einem Ausflug in die Berufswelt auf dem Weg zurück zu meinem Hauptjob der da ebenfalls Hausfrau und Mutter ist - wissend es gibt kein zurück, das ist jetzt mein Job "für immer" (wer weiß schon wirklich was noch kommt?)

Meine flatterhafte Persönlichkeit wird rumoren und suchen und am Ende werde ich hoffentlich ebenso stolz sein können wie Sie, dass ich durchgehalten und meinen Kinderlein sicher ins Erwachsenenleben geholfen habe.

Ich danke für diesen Blogbeitrag :) und hinterlasse einen lieben Gruß!

vom 01.09.2008, 10.13