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Ausgewählter Beitrag

Freude mit Begrenzung

****

Und es begab sich vor langer Zeit, als ich noch jung verheiratet und kinderlos war, dass auch mein mir feierlich Angetrauter und ich Weihnachten festlich begingen und uns zu diesem Zweck mit hübschen kleinen und grösseren Päckchen beglückten.
Längst hatte ich gelernt, dass die kleinsten Päckchen oft die besten Dinge drin haben und so glitzerten meine Augen, als ich dieses kleine schnuckelige Päckchen aufmachen durfte, den Schriftzug eines Juweliers entdeckte und in meinem Kopf ein Film zu laufen begann (irgendwas mit Diamanten und Mädchen oder so).
Ich öffnete also kunstvoll und mit viel Dramatik die Schachtel - und dann fing es an.
Drin war ein Ring. Optisch irgendwo zwischen Modeschmuck und den Kirschen-Ringen vom Jahrmarkt und beim Angreifen fühlte er sich ebenso an und gefallen hat er mir schon mal gar nicht. Mir war klar, dass es mehr als schwierig ist, mir Schmuck zu schenken, weil ich da sehr eigen bin, aber das überforderte mich dann doch, weil es so überhaupt gar nicht zu mir passte...

...und mir gegenüber sass mein mir Angetrauter, auf jede leise Regung von mir achtend, und ich konnte die Erwartungshaltung förmlich spüren - ich sollte überschäumen vor Freude, jubeln, ihm um den Hals fallen... und es fiel mir so schwer! Heucheln wollte ich nicht, die Wahrheit sagen konnte ich nicht - die Sekunden zogen sich wie Gummi in die Länge...

...bis ich dann das verräterische Zucken in den Augenwinkeln meines Mannes entdeckte, der sich an meiner Hilflosigkeit weidete und grinste. Der mich vorsätzlich in diese Lage gebracht hat - denn der Ring war ein Modeschmuck-Ring, nur die Verpackung war echt, extra besorgt...
Schon auf der Palme, gab er mir dann den Tipp, die Schatulle auseinanderzunehmen - dort fand sich dann der Gegenwert für einen echten Ring nach meinem Geschmack.

Das Geschenk war sehr schön, die Inszenierung ziemlich fies *g*

mitmach07.jpg****


Schreckliche, peinliche Geschenke?
Wurdet Ihr bisher verschont oder hat man Euch auch schon derart in Verlegenheit gebracht?

Jac 02.12.2007, 09.02

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Kommentare zu diesem Beitrag

2. von carmen

*weia*,

eure geschichten machen vorfreude! *gg*

mein schrecklichstes geschenk unterm baum, war mal vor vielen jahren in unserer ehe-anfangszeit ein
lila-güldenes necessaire im *sorry* alt-weiber-design.
ich "durfte" es umtauschen, in was, weiß ich glatt nicht mehr und ich glaube, bedankt habsch mich auch nicht wirklich.

gruz,
carmen, die seither versucht, in strategisch wichtigen situationen passendenen text zu fabrizieren. *flööööt*

vom 02.12.2007, 14.44
Antwort von Jac:

in strategisch wichtigen situationen passendenen text zu fabrizieren - in wenigen Worten zusammengefasst, wofür ich soviel Text gebraucht habe - aber das hier ist zum Glück ein Blog ohne Zeichenbeschränkung *g*

Mir fällt da aber zum Thema schreckliches Design die sehr dekorative (rustikal-bieder) Käseplatte mit Messer mit Horngriff (oder so) ein, die wir mal bekamen - und *flüster* die wir weiterverschenkt haben - und die dort richtig geliebt wird.
Und da heisst es immer, man dürfe Geschenke nicht weiterverschenken - aber dem Geschenk geht es dort bestimmt viiiiiel besser ;-)

1. von anke

*autsch* ist das gemein ;)
schreckliche geschenke? ach, als die spielzeugzeit vorbei war, gabe es: bettwäsche, handtücher, tischdecken *grusel*. immer riesen pakete, schön verpackt - immer die hoffnung, es ist doch mal was wirklich schönes drin ...

gar nicht weihnachtlich, aber zu meinem 25 geburtstag bekam ich ein vorderrad für das moped meines damals-mannes geschenkt ... ja, ich hab mich brav bedankt ... ;)

vom 02.12.2007, 11.08
Antwort von Jac:

*g*
Das passt dann etwa zu den sündhaft teuren Cognac-Schwenkern, die ich zu meinem 30. bekam - zumal ich selber im Leben nicht Cognac trinke, da mag er noch so teuer und edel sein, das überlasse ich meinem WBE.