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Ausgewählter Beitrag
Flüchtigkeit
Zu glauben, etwas verstanden zu haben, weil man es sich flüchtig durchgelesen hat, ist nicht zwingend dasselbe, wie es wirklich verstanden zu haben. Wenn man aber vom Leben derart verwöhnt wurde, dass man es meistens wirklich verstanden hat, dann steigt die Gefahr zunehmend, dass man sich darauf verlässt. Das führt dann dazu, dass man die Strickarbeit eines ganzen Abends wieder auftrennt, weil man das Muster doch nicht ganz verstanden hat, sich aber "zu gut" war, um es nochmals richtig zu lesen. Das führt auch sonst gelegentlich zu Erlebnissen der unangenehmen Art, weil "falsch gelesen" als Fehlerursache auf meiner inneren Skala so in etwa den Peinlichkeitsfaktor zehn hat.
Und obwohl ich es weiss, dass es mir manchmal passiert, kann ich mich nicht dazu bringen, alles wirklich ganz genau zu lesen, weil es doch in den meisten Fällen überflüssig ist.
Ja, und da fängt dann auch die Schwierigkeit an, meinem Grossen beizubringen, genau diese Flüchtigkeitsfehler nicht zu machen. Es ist sehr oft wunderbar, dass ich seine Denkweise so gut verstehen kann, weil ich gleich ticke, aber manchmal wäre eindeutig weniger mehr. Wie soll ich ihn davon überzeugen, wie wichtig es ist, Aufgabenstellungen Wort für Wort zu lesen, wenn ich doch selber genau weiss, dass der Sinn viel schneller zu erfassen ist und alles andere "langweilig" ist.
Deswegen werde ich halt öfters mal auftrennen, mein Grosser gewisse Arbeiten zweimal machen - und vielleicht lernen wir beide es ja auch noch. Obwohl ich bei mir da weniger grosse Hoffnung habe *g*
Jac 26.11.2006, 12.34
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