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Ausgewählter Beitrag

Familie...

...ist schon etwas Wunderbares.

Und das meine ich genauso, wie ich es schreibe.

Wir waren heute bei meiner Schwester und ihrer Familie, mein Patenkind hatte Geburtstag.
Meine Schwester und ich sind 5 Jahre auseinander, und als Kinder haben wir gestritten wie die Kesselflicker. Kein Anlass war zu nichtig, um nicht aufeinander los zu gehen, keine Laune zu gut, um den anderen zu plagen, und wir lebten in vollkommen verschiedenen Welten. Als ich meine ersten Liebesbriefchen schrieb, mein Tagebuch mein bester Freund war, wollte sie Barbie spielen und konnte nicht verstehen, warum ich darauf keinen Bock hatte, denn sie wollte mit Ken Hochzeit spielen und ich in meinen pubertärenTraumwelten mit XYZ (Name war wöchentlich austauschbar *g*).

Doch dann wurden wir erwachsen, wir bekamen beide Mann und Kinder, wir beide befassten uns mit der Wahl der richtigen Windel, der Gestaltung von Wohnzimmern, mit Ehekrisen und Schulproblemen - und nun zeigt sich, dass eine gemeinsame Kindheit, so sehr sie von Zoffereien geprägt sein mag, verbindend ist, Vertrauen schafft und eine gemeinsame Basis.

Bei meiner Schwester, da bin ich, wie ich bin - und es ist gut.
Meine Schwester ist mir nah genug, um mit mir rücksichtsvoll umzugehen - und auch nah genug, um mir die Wahrheit ins Gesicht zu sagen (und die beiden Dinge schliessen sich nicht aus.)
Dass mein neues Outfit (gemäss meinem Blog-Eintrag weg von der Biederkeit) für meinen Mann ok war, das war abzusehen, denn der ist definitiv nicht objektiv und würde wahrscheinlich noch einen Kartoffelsack gut finden - aber die Feststellung meiner Schwester, dass sie's gut findet, dass ich mich frecher, weniger im "Mami-Stil" kleide, und dass meine Kilos dabei besser aussehen, das war mir objektiv genug, denn in Anbetracht unser gemeinsamen Vergangenheit weiss ich, dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt.


Und wieder einmal mehr habe ich für mich festgestellt : Familie ist wichtig und durch nichts zu ersetzen. Natürlich, man kann sie sich nicht aussuchen, und nicht alles war und ist immer einfach und schön, doch schlussendlich, wenn Dich alle verlassen, wenn Dir nichts mehr bleibt - die Familie, die gehört zu Dir, vom ersten bis zum letzten Atemzug. Manchmal muss man auch über den eigenen Schatten springen, muss Vergangenes abschliessen, muss Kompromisse eingehen - aber wenn man dafür jemanden hat, der immer zu einem hält, scheint mir das ein kleiner Preis.

Ich bin froh, habe ich diese Familie (neben meiner "Kernfamilie", wie das so hochgestochen heisst). Denn was immer auch geschieht, meine Schwester, Daniels Geschwister, meine Eltern - die sind immer noch da, wenn sich andere längst davon gemacht haben.

Danke, Leben.
Danke, meine Schwester, dass es Dich gibt.

Ich hoffe ganz fest, dass meine Kinder das später auch so sehen können, denn in Sachen streiten begehen sie zumindest die gleichen Pfade wie meine Schwester und ich - das lässt mich hoffen ;-)



Jac 02.11.2008, 21.16

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von Tina

Ich beneide dich um deine Schwester, schön das du sie hast.
Mein Bruder und ich haben uns als Kinder auch gezankt wie die Kesselflicker, wir waren 7 Jahre auseinander. Als ich 19 war und von Zuhause ausgezogen war, verbesserte sich unser Verhältnis, wir hatten dann einen sehr guten Draht zueinander. Er ist mit 12 gestorben, leider hatten wir nur eine kurze "gute" Zeit miteinander. Er fehlt mir in meinem Leben immer noch manchmal sehr, es ist jetzt 17 Jahre her.
LG Tina


vom 02.11.2008, 21.51