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Mein Leben in 6 Worten:

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Es wird bald besser...



 

Bald wird es besser werden, bald haben wir das geschafft, bald liegt dies hinter uns  - und dann wird es bestimmt leichter und ruhiger...

Seit Wochen, Monaten, Jahren lebe ich mit diesen Gedanken im Kopf, richte mich daran auf, dass es irgendwann auch wieder einfacher wird, dass weniger Termine und Arbeit auf mich einprasseln. Wenn ich kaum mehr mag, dann treibt mich diese Hoffnung vorwärts, dass es irgendwann besser wird.

Im stillen weiss ich leider nur zu genau, dass es so nie sein wird. Irgendwas ist immer...
Nun ist es an sich logisch, sich den geänderten Verhältnissen anzupassen und einerseits Abstriche zu machen und andererseits akzeptieren, dass es ist, wie es ist.
Aber ich kann das nicht.
Ich möchte zwar ganz gern mich locker in mein anstrengendes, chaotisches, überfülltes Leben einfügen. Ich weiss auch, dass ich es vielleicht schon könnte.
Doch ich frage mich, ob das der richtige Weg ist.
Einfach kämpfen, bis zum Umfallen, voller Hoffnung, dass es irgendwann besser wird?
Oder einfach damit abfinden, dass es so bleibt?
Das eine ist mir zu anstrengend, verlangt mir zuviel ab, mehr als ich geben will.
Das andere scheint mir so resigniert, so hoffnungslos.

Ich pendle je nach Tagesverfassung zwischen beiden Extremen hin und her und wundere mich dann manchmal, warum ich kaum gelassen sein kann. Das ständige Auf und Ab meiner Gefühle macht mich zusätzlich fertig. Manchmal fühle ich mich wie ein Hamster im Laufrad, immer vorwärts, immer in Bewegung - und doch komme ich nicht voran. Scheint mir.

Heute geht es mir nicht besonders gut damit - nur darum kann ich es formulieren, meistens verbiete ich es mir, darüber nachzudenken, weil es mich noch mehr runterzieht... Verdrängung funktioniert manchmal, aber auch nicht immer - und manchmal überhaupt gar nicht. Warum kriege ich eigentlich immer die volle Ladung Leben ab? Warum muss ich eigentlich jede Erfahrung wirklich selber machen, die man sich nur vorstellen kann? Ich weiss, dass ich viel Kraft habe - aber ich verstehe nicht, dass das immer dermassen ausgereizt werden muss vom Leben, vom Schicksal.

Statt meine Energie dafür aufzuwenden, neue Wege zu beschreiten, bin ich so gefangen im Alltag und seinen Pflichten, dass mir wenig Raum bleibt, Dinge zu überdenken, also mache ich sie wie immer.

Manchmal nervt es mich einfach nur noch. Alles.

 

 

Jac 30.12.2003, 21.04

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Kommentare zu diesem Beitrag

3. von edda.

Liebe Jac,
Leben in der Warteschleife, hm?

"Der Weg zum Glück besteht darin, sich um nichts zu sorgen, was sich unserem Einfluß entzieht." (Epiktet)

In diesem Sinne wünsche ich dir ein glückliches Neues Jahr!

edda.




vom 31.12.2003, 12.42
2. von Livia

Liebe Jac,

wenn ich deine Zeilen so lese, dann brauchst du Hilfe, um deine Arbeit zu minimieren und Zeit für dich zu gewinnen.
Und zwar nicht von deinem Mann, sondern von einer externen Person.

Wenn dein Mann dir hilft, macht dir das doch nur zusätzlich ein schlechtes Gewissen, denn du weißt, wie eingespannt er ist.
Ihn zusätzlich belasten, belastet dich irgendwo wieder selbst.

Hast du eine Putzfrau? Eine Hilfe bei den Kindern?
Drei Kinder adäquat zu erziehen/beaufsichtigen/für sie da zu ein ist mM schon ein Fulltimejob.

Daneben noch ein Haus zu führen und verschiedene andere Dinge zu tun und sich zu entspannen ist kaum möglich.

Das war früher vielleicht eher möglich, weil verschiedene Generationen unter einem Dach lebten und sich halfen.
Ich greife gern auf die Hilfe der Großeltern zurück, und ich habe nur ein Kind.

Schon aus diesem Grund würde ich vor weiteren Kindern zurückschrecken.
Mir verursacht diese Belastung, die dadurch entstehen kann (nicht muss), ein ganz ungutes Gefühl.

Dafür bin ich übrigens schon oft angegriffen worden.
Ich würde Kinder nur als Belsatung sehen.
Nein, so ist das nicht.
Aber ich möchte einfach auch ein eigenes Leben führen.
Und genau die Leute, die mir das vorwerfen, jammern oft genug selbst über ihren Stress.

Darum bin ich dankbar für deine Schilderung, wie das Leben real mit mehreren Kindern aussehen kann, dass eben Dinge passieren, die unvorhergesehen sind, die man nicht so problemlos in den Griff bekommt.

Ich finde es gut, wie du reflektierst.
Danke dafür, mir hilft das weiter, auch wenn dir das jetzt nichts bringt.

Hoffentlich kommt mein Geschreibsel nicht falsch rüber...

Liebe Grüße und ein schönes neues Jahr mit neuen Lösungswegen
Livia.


vom 31.12.2003, 09.53
1. von Margrit

Spuren im Sand
Eines Nachts hatte ich einen Traum: Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn. Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben. Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand, meine eigene und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn: "Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein. Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist. Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte?"

Da antwortete er: "Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen." #


ein gesegnetes Jahr 2004
wünscht Dir Margrit

vom 30.12.2003, 23.28