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Erwartungen


Über Erwartungen wollte ich gestern oder heute was schreiben. Darüber, was man sich erwartet, erwarten darf, über zuviel erwarten und enttäuschte Hoffnungen. Das muss aber warten - da war zuviel anderes heute.

- Stichwort Tanken - als ich den Bus das letzte Mal vollgetankt habe, da kostete der Liter Diesel Sfr. 2.08, heute habe ich gerade mal noch 1.77 bezahlt. Und auch wenn sich mein Portemonnaie drüber gefreut hat, so wirklich freuen kann ich mich mit einem Seitenblick auf die Weltpolitik nicht.

- Stichwort Adrenalinschub - den hatte ich, als Töchterlein sich nach der Schule in die Küche begab, ich aus dem Augenwinkel sah, wie sie die Brotschublade aufmachte und verkündete, ich mach mir ein Brot, mich wieder in meine Arbeit *hust* vertiefte - und dann eine ganz leise Stimme meinte "Mami, ich habe mich geschnitten" - so leise, dass ich wusste, das ist was gröberes, bei kleineren Schnitten spielt hier nämlich gleich das ganz grosse Theater....
Zielsicher hat sich Töchterlein die Fingerkuppe verschnitten, und unter all dem Blut sah es erst ziemlich tief aus, sodass ich mich schon mit ihr beim Nähen sah. Mit etwas Draufdrücken, warten, nochmehrdraufdrücken und gut Zureden (der Tochter, nicht dem Schnitt) sah es dann aber danach aus, dass es ein ganz glatter, sauberer Schnitt ist, der die Fingerkuppe nur eingeschnitten, aber nicht bis ins Fleisch gegangen ist, sodass ich entschied, mit SteriStrip selber zu verarzten.
Was beim Töchterlein gut ankam, denn Arzt und Nähen hätte vermutlich bedeutet, dass "ihr" Herbstfest an der Schule gelaufen wäre.

- Stichwort Sternstunde: mich mit meiner Tochter heute im Bad zu verbarrikadieren, ihr eine tolle Frisur zu zaubern, sie auch ein bisschen zu schminken, so von Frau zu Frau, das hat wirklich Spass gemacht - und ich spüre, dass unsere Beziehung, so gespannt sie sonst manchmal ist, in der Tiefe das Potential hat, eine wirklich innige zu werden. Und ganz ehrlich - umwerfend hat sie ausgesehen. Nicht ein Girlie, nicht wie eine aufgetakelte 16-jährige, sondern einfach wie ein junges Mädchen, noch nicht Frau, aber nicht mehr Kind.
Und von dem beeindruckt, hat mich sogar der grosse an seine (sonst verbotenen) Haare gelassen, um sie ein bisschen zu stylen - ich glaube, der kommt langsam in eine Phase, wo es ihm nicht mehr egal ist, wie er auf andere wirkt. Zumindest nicht auf den weiblichen Teil der Bevölkerung ;-)

- Stichwort Lichttherapie:
Einschalten hilft, entscheidend. Mir geht es so viel besser, und ich muss mir wohl irgendwann ein PC-Programm besorgen, dass meinen Gemütszustand in Relation zu den Nebeltagen setzt und dann bei Bedarf meinen PC, mein Handy, die Kaffeemaschine und den Staubsauger mit Warnsignalen versieht : Achtung, Achtung, akuter Lichtmangel! Gehen Sie bitte zur Aufladestation, und lassen sich dopen!
Alternativ könnte ich es mir auch einfach hinter die Ohren schreiben. *g*



Jac 21.11.2008, 21.27

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