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Ausgewählter Beitrag
Emanzipiert?
Die Frau Zwischenzeiten hat über Emanzipation nachgedacht, als hätte sie den Gedankenfaden aufgenommen, der mich am Samstag überkommen ist.
Mit der Familie auf einer lokalen Gewerbeausstellung unterwegs, traf ich zufällig zwei ehemalige Schulkolleginnen, die ich erkannte, sie mich aber nicht gleich. Beim Geplänkel, wer so was macht, bekam ich zu hören "in der blablabla-Branche, keine Kinder" und ich konnte die Schublade förmlich sehen, in die ich gestopft wurde, als ich sagte, dass ich nicht berufstätig bin, sondern wir das klassische Rollenmodell leben, dass ich für Kinder und Haus schaue und meinem Mann den (geschäftlichen) Rücken freihalte...
Nicht, dass mich das nun sonderlich überrascht oder geärgert hat, es war halt nur mal wieder so typisch dafür, wie Frauen, vermeintlich emanzipiert, mit tollem beruflichem Erfolg sich erdreisten, auf Frauen ohne Vorzeigejob hinabzusehen, wie sehr sich für viele Emanzipation anscheinend sich noch immer am Beruf und am Prestige aufhängt...
Emanzipation ist dann, wenn Frauen sich auch für Kinder und Haushalt entscheiden können, ohne deswegen in eine Schublade gesteckt zu werden. Emanzipation findet in den Köpfen der Frauen statt, und bedeutet nicht nur, als Frau die Entscheidung für den Beruf treffen zu können, ohne deswegen belächelt zu werden, sondern auch diese Entscheidung dagegen zu treffen.
Emanzipiert? Ich?
Ja, ich halte mich für emanzipiert. Was ich tue, hängt davon ab, was ich möchte und was in unserer Partnerschaft für beide die beste Entscheidung ist - und nicht davon, was irgendwer glaubt, was eine Frau zu tun oder zu lassen hat.
Emanzipation bedeutet, dem Mann die Hemden bügeln zu können, ohne sich deswegen in Frage stellen zu müssen.
(Sondern es einfach zu tun, weil jeder das übernimmt, was er gut kann, egal, ob man damit nun ein Klischee bedient oder nicht.)
Und wer mich in die Schublade "Heimchen am Herd" steckt, der verrät damit mehr über sich als er über mich verstanden hat. Damit kann ich aber leben, mit Schubladensteckern habe ich es eh nicht so ;-)
Jac 20.04.2009, 20.50
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Kommentare zu diesem Beitrag



guten morgen liebe jac
ich finds immer tragisch, wenn sich frauen damit profilieren, weil sie sich besser fühlen als andere. also besser im sinne von *ich bin etwas besseres*. was wollen so frauen beweisen? sind sie vielleicht selber nicht so glücklich mit der selbstgewählten karriere? warum nicht jeden seinen weg gehen lassen? hauptsache ist doch, dass die betreffende glücklich ist.
ich würd jeder frau wünschen, dass sie sich den luxus leisten kann, das lebensmodell zu leben, welches sie selber will.
ich wäre todunglücklich, wenn ich arbeiten müsste. andere möchten nicht daheim bleiben. aber manche frauen setzen karriere immer noch als einzig seeligmachenendes mittelchen voraus, ich sehe das anders. und du auch :-)
bei mir kommt dann noch die frage *und wo gehst du arbeiten, wenn du fertig bist mit dem studium*. und dann sind viele entsetzt, weil ich da so gar keine konkreten vorstellungen habe sondern einfach nur für mich studiere und damit sehr glücklich bin.
man lebt nur einmal :-)
ich schicke einen lieben gruss in deine richtung
lisa
vom 22.04.2009, 10.04