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Die Sache mit den Gartenmöbeln
Wer in einem Haus wohnt, hat fast immer irgendeine Form von Garten dazu, sei es ein abstellkammergrosses Plätzchen Rasen oder ein mittlerer Schlosspark oder irgendwas dazwischen. Da man also dieses Stück Bodenfläche nicht nur anschauen möchte im Vorbeigehen, sondern sich irgendwie mittendrin niederlassen, man übers Alter des Schneidersitzes hinaus ist, müssen also Gartenmöbel her. Ein oder zwei Stühle reichen da nicht, da braucht man mindestens noch einen Tisch dazu, um das wahre Gartenfeeling aufkommen zu lassen.
Wer Glück hat, verfügt über einen gedeckten Sitzplatz, wo die Gartenmöbel vor dem Unbill der freien Natur geschützt sind und alle vom Hersteller gemachten Versprechungen einhalten kann. Wer weniger Glück hat, verfügt vermutlich über ein wunderschönes Plätzchen Erde, aber eben nicht gedeckt, und das Inventar ist schonungslos allen Elementen ausgesetzt.
Und spätestens von diesem Moment an ist man rettungslos verloren im Dschungel der Materialien und Formen.
Unser erster Gartentisch hier war so ein typischer weisser Kunsstofftisch mit Loch in der Mitte für den Sonnenschirm, dazu weisse Stühle - das sah so schön frisch aus. Da der Tisch und die Stühle aber ganzjährig auf einem ungedeckten Platz standen, verwandelte sich das glänzende Weiss mit der Zeit in ein zerkratztes Grau, dem auch hochpreisige Spezialreiniger nicht mehr abhelfen konnte.
Die Stühle wurden durch eine dunkelblaue Version ersetzt, denn da sieht man Grau nicht so drauf, der Tisch aus Kostengründen mit einer hübschen Decke im typischen Garten-Grell-Bunt-Look bedeckt.
Bereits nach einer Saison zeigte sich dann auch schon die Schwäche der dunklen Kunsstoffmöbel - Regen, Nässe und Kratzer setzten ihnen unbestritten deutlich weniger zu - aber die Sonne bleichte sie derart aus, dass sie ebenfalls nach einiger Zeit bereits wieder unansehnlich waren und durch eine Nachfolgeversion zum Sonderpreis ersetzt wurden. Gleichzeitig war der Tisch aber derart hässlich und instabil geworden, dass man so neue, hübsche Stühle unmöglich dazustellen konnte.
Vollplastik war also nicht gut und robust - also suchten wir einen grossen Werzalit-Tisch. Diese Tischplatten sind noch nicht mal durch Säure kaputtzubekommen, das Metall-Gestell darunter sah auch sehr robust aus und die passende Grösse konnten wir durch die Auszugsplatte erreichen - und genau das war dann der Haken an der Sache: die Kanten der Auszugsplatte und des Tischs waren nicht so stabil wie der Rest der Platte und nach einigen Jahren in Sonne und Regen löst sich nun der Tisch so langsam auf...
Aber jetzt ist Schluss mit günstigen Möbeln, mit Schnellschüssen aus der Hüfte - jetzt haben wir dazu gelernt, sind zum Fachmann und haben uns ausführlich umgesehen und beraten lassen.
Unser nächster Tisch wird eine massive polierte Granitplatte haben - Stein kann weder rosten noch verwittern noch zerkratzen, einen Aluguss-Fuss, der auch weder rosten noch brechen noch verwittern kann und die Stühle dazu werden aus Aluguss sein und garantiert weder rosten noch porös werden noch verwittern - JAWOLL.
Bestellt wird im Herbst, geliefert dann im nächsten Frühling - nur über den Preis, da breiten wir lieber den Schleier des Vergessens...
Doch immerhin - alle paar Jahre einen neuen "billigen" Tisch mit 8 -10 Stühlen zu kaufen ist wohl auf Dauer auch nicht billiger als einmal richtig hinzulangen.
Und vermutlich sitzt es sich auch ein bisschen stilvoller - nächstes Jahr *g*
Jac 25.06.2006, 22.12
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