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Ausgewählter Beitrag
Chronik einer katastrophalen Woche
Montag:
die Küche wird demontiert, hinter der Kühlschrankwand findet sich die Altlast des Küchenbauers von 1954 - weil er sich offenbar verrechnet hat, wurde kurzerhand die Hälfte des Doppelschalenmauerwerks herausgespitzt, grob mit Kork und ominösen Dämm-Matten verkleidet und darauf gefliest und montiert, das bedeutet, die Wand muss zuerst frisch verputzt werden.
Im Spital stehen die Zeichen auf OP bei Oliver, bis nachmittags wird er nüchtern gehalten, dann fällt der Entscheid - am Dienstag wird operiert.
Dienstag:
Drei Stunden lang wird gespitzt und gehämmert, danach verputzt - begleitet von den wiederkehrenden Ansagen des Maurers, dass das niemals trocknen kann und dass das alles Blödsinn ist. Der Camion mit der Küche fährt vor und lädt ab, was er abzuladen hat - eine Garage voller Küchenmöbel und Geräte, doch es fehlt einiges.
Oliver wird operiert, die Wartezeit ist lang, er übersteht die OP aber komplikationslos und kann direkt danach die Hand einwandfrei bewegen.
Mittwoch:
Die Küche sollte montiert werden, doch weil das fehlende Teil eine wichtige Trägerplatte ist, ohne die eine Montage nicht möglich ist, tut sich gar nichts - und schon gar keine Information uns gegenüber. Ein schriftlicher Kontakt mit der Zentrale ergibt wenigstens ein Mindestmass an Info und erste Kommentare zu der Computersystemumstellung genau in dieser Zeit.
Oliver geht es, wie es einem frischoperiert geht - Dämmerzustand, starke Schmerzen und abends übernimmt er sich beim Aufstehen und vermutlich reisst im Operationsgebiet etwas wieder auf.
Donnerstag:
die Trägerplatte ist eingetroffen, doch zwischenzeitlich wurde der Küchenmonteur anderweitig disponiert und fängt erst nachmittags an, um dann festzustellen, dass Kochfeld und Spüle fehlen, die zwingend da sein müssen, wenn der Steinmetz kommt. Weitere Telefonate folgen, die Ware ist nicht auffindbar, auch nicht, was sonst noch fehlt.
Oliver geht es nicht wirklich gut, er hat starke Schmerzen und Panik vor jeder Bewegung und liegt regungslos da.
Freitag:
Kochfeld und Spülbecken sollen beim Steinmetz sein, dafür fehlen noch Oberschränke und alle Griffe. Die Montag geht voran, doch nun hat der Steinmetz keine Zeit und will erst Montags kommen - und die Auflage, dass die Küche am Samstagmittag, wenn die anderen Kinder heimkommen, wenigstens benutzbar ist, rückt in weite Ferne. Als sich die Chefs einschalten, geht es dann doch, und der Steinmetz soll Samstagmorgen kommen.
Oliver vermeidet noch immer jede Bewegung, bis die Oberärztin durchgreift, ihn zwar liebevoll, aber bestimmt aus dem Bett holt und ihm die möglichen Folgen der Immobilität erklärt. Es geht ganz gut, und er kann sich abends wieder bewegen, weil er keine Panik mehr schiebt, sondern nur noch Angst hat. Auch die Donnerstags noch in Erwägung gezogene nochmalige Öffnung des Arms ist damit abgewendet.
Samstagmorgen:
Der Küchenbauer ist hier, der Steinmetz auch, der Elektriker sollte auch kommen - dafür hat der Steinmetz keine Ahnung, wo das Kochfeld und die Batterie sind, er hat nur die Spüle....
To be continued, der Tag ist noch lang, die Woche noch nicht fertig, da ist noch Platz für weitere Katastrophen....
(und eigentlich mag ich schon lang nicht mehr.)
Jac 12.04.2008, 08.19
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Kommentare zu diesem Beitrag
Ich schick' dir eine große Portion Nerven, Geduld, Ruhe und Humor.
Alles wird gut!
vom 12.04.2008, 09.08
Ui, das hört sich ja wirklich nach Horrorwoche an!Tut mir leid!
Aber schön ist doch, dass die OP geglückt ist und nicht nochmal geschnippelt werden muss!!!!!
Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld und immer einen kleinen Funken Humor!!!
LG Sabine
vom 12.04.2008, 08.54



weihnachten kannst du drüber lachen
yeah es wird alles gut
fühl dich umarmt
lg birgit
vom 12.04.2008, 20.59