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Ausgenützte Grosszügigkeit

Ich bin ja eher ein gutmütiger Mensch und verkrafte es ganz gut, auch mal "ausgenützt" zu werden, denn meist empfinde ich es nicht so, sondern eher als eine liebe Zuwendung an irgendwen, der's wahrscheinlich grad brauchen kann. Wirklich über den Tisch ziehen lasse ich mich selten, und wenn, dann steht meist eine längere Geschichte dahinter - oder ein weiterer Punkt auf dem Konto "gemachte Erfahrungen".

Aber selbst bei mir gibt es Grenzen.

Ich kann damit leben, dass meine Funkien aussehen, als hätte jemand Scherenschnitt damit gespielt, aber wenn dann die gleichen plöden Nacktschnecken meinen, sie müssten sich an meinen Sonnenblumen und an meinen Kräutern vergreifen, werde ich sauer und revanchiere ich mich mit  Schneckenkörnern.

Ich habe nichts dagegen, dass Ameisen im Lauf der Jahre den halben Inhalt unseres Sandkasten grosszügig im ganzen Garten verschleppen, aber wenn ich mich nicht mehr im Garten bewegen kann, ohne von so plöden Rotameisen attackiert zu werden, dann werde ich auch sauer und revanchiere mich mit einem tüchtigen Guss Wasser über die Nester - versetzt mit Ameisenmittel. Aber nur auf die roten, die schwarzen dürfen weiterhin.

Ich lebe mit Blattäusen auf den Rosen, Spinnen im Haus, Raupen an den Äpfeln, sogar Stechmücken dürfen bei mir draussen sein ;-)

Ich kann damit leben, dass bei uns neben Rosen und Clematis, neben Lilien und Geissblatt auch Kletten, Löwenzahn und Butterblumen wachsen, wenn's mir zuviel wird, kommt die Gartenschere zum Einsatz, aber kein Unkrautvertilgunsmittel.


Ich bin gern bereit, gelegentlich die halbe Nachbarschaft unter zehn hier bei uns im Garten zu haben. Wenn ich aber dann den Eindruck bekomme, dass gelegentlich zum Dauerzustand wird, ich dann zum "Bringundhol" umfunktioniert werde, dann  bin ich froh, wenn es regnet ;-) Und sonst werde ich sehr streng, was mindestens einen Viertel auch abschreckt - plöde Frau, bei der gibt's Regeln *g*

Ich tue viel für meine Kinder und meinen Mann, denn ich liebe sie. Und darum nützen die mich nicht aus, sondern kommen einfach in den Genuss, dass es mir Spass macht, ihnen was Gutes zu tun. Auf der Nase lasse ich mir zwar nicht herumtanzen, aber manchmal gönne ich mir den Luxus zu tun, als ob ich es nicht gesehen oder gehört habe. Schliesslich bedeutet ausgenützte Grossmut ja, dass man ja gesagt hat, obwohl man nein meinte, dass man sich zu Dingen hat zwingen lassen, die man nicht wollte. Und meine Familie verwöhnen mit Liebem, das will ich doch eigentlich immer. (Die Zeit abends zwischen 19.30 und 20.30 nehmen wir mal aus *g*)

Und je besser es mir in meinem Leben geht, desto weiter wird die Grenze dessen, was ich geben mag - weil ich nicht mehr "mein Revier" markieren muss, weil ich meine Unabhängigkeit nicht damit beweisen muss, dass ich "nein" sage.
Wie entspannend!



Jac 05.06.2007, 22.46

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