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Ausgewählter Beitrag

...fishing for comments...

 

Immer mal wieder taucht es in verschiedenen Blogs und Foren auf : der Gedanke über Zugriffe und Kommentare. Einer fragt sich, ob sein Blog wohl gelesen wird und viele andere befinden dann, dass man ja sowieso nur für sich selber bloggt und Kommentare unwichtig und Zugriffe (sprich Leser) nebensächlich sind. Alle bloggen natürlich nur für sich selber. Ob es Zugriffe und Kommentare hagelt, ist natürlich völlig unwichtig, denn jeder bloggt ja ausschliesslich für sich selber.

Ganz ehrlich?
Ich glaube, dass es eine verschwindend kleine Minderheit ist, denen es wirklich egal ist. Wer seine Gedanken öffentlich im Netz publiziert, hat irgendwo den Antrieb, dass es gelesen wird, sonst könnte er das doch genausogut im Verzeichnis C:\ oder mit Papier und Bleistift machen... Wer eine Kommentarfunktion eingeschaltet hat, signalisiert damit bestimmt nicht, dass er keinesfalls Kommentare möchte. Wer eine Shoutbox drauf hat, ist einem kleinen Geplauder bestimmt nicht abgeneigt.

Warum wird dann das so betont, dass Reaktionen unwichtig sind? Ist es das kleine Teufelchen, welches uns einredet, wir dürften weder stolz auf uns selber sein noch auf Reaktionen hoffen? Was soll verwerflich sein daran, dass man sich darüber freut, wenn der eigene Schreibstil und die Geschichten ankommen, wenn man eine Stammleserschaft hat? Warum ist es oft so verpönt, sich selber in den Vordergrund zu stellen und sich über Lob zu freuen? "Wow, das hast Du aber toll gemacht - ach, das ist doch nichts" - tief einprogrammiert, seit Kindheit - es gehört sich nicht. Spiel Dich nicht auf, stell Dich nicht in den Vordergrund, sei schön bescheiden und fall bloss nicht auf - so ein Schmarren!

Ich gebe mich nicht der Illusion hin, dass ich ausschliesslich für mich schreibe. Ich freue mich über Leser und Kommentare, über Reaktionen und Lob. Ich habe gelernt, Lob anzunehmen und auch mal stolz auf mich zu sein. (was ein langer Weg war, aber das ist eine andere Geschichte) Das bedeutet nun nicht, dass ich absichtlich das schreibe, was ich glaube, dass es ankommt, sondern ich schreibe, was mich bewegt - und wenn das interessiert, dann freut mich das - und dazu stehe ich! Ich mag es, wenn hier im Blog oder auch in den Gästebüchern meiner anderen Seiten Kommentare kommen, ich freu mich über Komplimente und ich mache mich nicht klein. Ebensowenig stelle ich mich als völlig unabhängig vom Feedback ab, das bin ich nicht. Es tut mir gut, zustimmende und solidarische Kommentare zu bekommen, es regt mich an zum Weiterdenken, kritische und nachhaltige Kommentare zu bekommen, es motiviert mich, Lob zu bekommen....Vielleicht bin ich damit ein Exot, vielleicht bin ich auch einfach ehrlich zu mir selber und muss mich nicht als Gutmensch hinstellen, der so selbstbewusst ist, dass im seine Umwelt und deren Reaktionen wirklich egal sind. Ich mag es - so einfach ist das.

Lob annehmen, sich über Kommentare freuen, sich über Leser und Zugriffe freuen hat nichts mit Eingebildetsein zu tun, sondern mit Selbstbewusstsein.

Die Gefahr, dass es mir zu Kopf steigt, besteht trotzdem nicht - denn hier ist virtuell und hinter mir wartet mein Leben....und zwar dringend ;-)

 

Jac 14.06.2004, 10.26

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Kommentare zu diesem Beitrag

8. von Marina

blogrunde heute sonntag morgen. Und diesen eintrag gefunden. Wozu ich mich auch äussern möchte.
Mal ganz ehrlich, jeder der so etwas macht, hat sicherlich auch freude, wenn er kommentare oder ein feedback zurückbekommt von dem , was er geschrieben hat. Also mir geht's so. Nicht immer kann man "alle" begeistern, mit seinen themen, meinungen, beiträgen usw. Aber in der grossen bloggergemeinde finden sich doch immer ein paar leute, die man mit seinen themen anspricht. Auch ich freue mich, wenn kommentare kommen zu meinem geschriebenen. Das ist ja das interessante am bloggen. Man kann sich aussuchen, bei wem man vorbeischauen möchte und lesen. Der Mensch dahinter ist für mich noch wichtig. Das erste was mir ins auge springt, wenn ich einen blog öffne, ist das Design. Wenn das mich anspricht, bleib ich und lese weiter. Manchmal geb ich auch meinen "Kommentar" zu einem thema. So wie Deiner hier. Die farben: frisch fröhlich, heiter eben einladbar der blog. Da denk ich mir, der Mensch der dahinter steht ist auch a bisserl so. Oder?
LG

vom 27.06.2004, 09.32
Antwort von Jac:

Danke fürs Kompliment zum Blogdesign :-)


Ob ich auch so bin? Manchmal ;-)
Manchmal bin ich auch grau oder schwarz, manchmal knallig bunt - und manchmal habe ich einfach einen Knall *g* Liebe Grüsse an Dich!


7. von Engelbert

danke für Deinen Hinweis auf diesen Eintrag ... der bei mir heftiges Kopfnicken verursacht :) . Ich unterschreibe diesen Text mit ...

vom 25.06.2004, 15.35
Antwort von Jac:

...aber nicht, dass Du Dir noch im Genick weh machst vor lauter Nicken ;-)
6. von Maman

Guten Morgen :)

Ich weiss, was Du meinst ;) .

Vielleicht hat das auch ein bisschen etwas mit Selbsteinschätzung zu tun. Ich weiss, wo meine schwachen Pünkte sind, und fühle mich in den Bereichen unsicher. Das Schreiben z.B. aber nicht nur. Auch das Lesen von deutschen Texten bedeutet für mich grosse Anstrengung, und manchmal verstehe ich es nicht so wie es gemeint ist. Insofern, wenn ich feststelle, dass die Zugriffe - nicht mal die Kommentare - auf meinen Blog abnehmen, frage ich mich automatisch ob es an meinem "schwachen Punkt" - also das Schreiben - liegen könnte.

Es bringt ja auch nichts, wenn ich mir selber was vormache ;)



vom 15.06.2004, 07.46
Antwort von Jac:

:-)
Deinem Blogeintrag habe ich entnommen, dass Du nochmal drüber nachgedacht hast - und das freut mich, wenn ich Dir einen Denkanstoss geliefert habe. Denken ist immer gut ;-)


5. von Steffi

Hallo Jac,

die Fränkin sollte endlich mal an ihrem Wortschatz arbeiten. Vielleicht wäre ich dann nicht mehr mißverständlich *g*.

Was ich meinte war:
Es gibt Leute die das überbewerten, das "gelesen werden".
Mit dir hatte das nichts zu tun.

LG
Steffi

vom 14.06.2004, 16.24
Antwort von Jac:

Steffi, ja, da hast Du natürlich recht. Ich glaube, es ist schon eine Gratwanderung zwischen gern gelesen werden und der Abhängigkeit davon, die stark auch von der Persönlichkeit hinter dem Monitor abhängt.


Und - ich verstehe Dich ausgezeichnet ;-)


4. von Butzelkuh

Hallo liebe Jac,
Du sprichst mir aus der Seele!! ;-) Es geht mir dabei nicht nur um die von Dir zitierten Blogeinträge, sondern auch in Foren immer wiederkehrende Beiträge, bei denen ich mich frage, ob die dahinter stehenden Personen tatsächlich so ein geringes Selbstvertrauen haben oder ob nicht doch der Wunsch nach Lob und Anerkennung dahinter steckt. Ehrlich gesagt lobe ich viel lieber, wenn jemand offen sagt "Mir gefällt was ich mache, auch wenn es vielleicht nicht perfekt ist", als wenn ich das Gefühl habe, jemand macht sich absichtlich klein und schlecht ("Hier ein paar Fotos, aber schaut lieber erst gar nicht hin...") und der Tenor der Kommentare lautet dann doch meist "Ach, aber nicht doch - das ist doch suuuuperklasse"... ;-)

Viele liebe Grüße,
Eva

vom 14.06.2004, 15.14
Antwort von Jac:

Liebe Eva, genau so meinte ich das - ich habe es nur in der mir eigenen Art und Weise etwas komplizierter ausgedrückt *g*
Wenn ich so förmlich genötigt werde, zu sagen, aber das ist doch wirklich gut, weil sich jemand (absichtlich) klein macht, dann tue ich mich plötzlich schwer mit loben, wo ich sonst kein Problem damit habe, mitzuteilen, wenn ich etwas toll finde. Und ich meine damit nicht die Menschen, deren Selbsteinschätzung wirklich so ist, dass sie sich nicht viel zutrauen, sondern dieses Herumspielen damit. Da hat dann auch jeder Kommentar so etwas Gezwungenes, Unehrliches - und das kann ich überhaupt nicht gut...


3. von Reserl

Liebe Jac,

da möcht ich gleich mal die Gelegenheit nutzen um dir zu sagen, das ich deine Schreibe mag. ;-))

Ich lese dein Blog regelmäßig und ich finds prima, jedesmal was neues zu finden, wenn ich die Seite aufrufe.
Gerade hab ich deinen Geburtstagskuchen für Oliver gesehen und bin tief beeindruckt. ;-)
*respektkellehochheb*


lieben Gruß
in die Schweiz

Reserl



vom 14.06.2004, 13.35
Antwort von Jac:

Liebe Reserl *bussi*
Ich freu mich besonders, Dich hier in meinen Kommentaren zu finden :-) Und irgendwann werden wir uns bestimmt mal wieder wo sehen, auch wenn Deine Wege und meine in andere Richtungen führen - aber eigentlich ist das doch schön :-)
Liebe Grüsse an die Frau mit der vielen Milch im Kühlschrank ;-)


2. von Ela

Das hast Du sehr schön geschrieben, liebe Jac und ich kann nachempfinden, wie lang der Weg für Dich war um da hin zu kommen, wo Du jetzt bist. Auch ich habe mein Licht lang unter den Scheffel gestellt. Die anerzogenen Verhaltensmuster lassen sich nicht leicht abschütteln, aber wenn man es geschaft hat, ist es sehr befreiend.

Ich lass Dir einen Knuddler hier, Ela

vom 14.06.2004, 12.00
Antwort von Jac:

Liebe Ela, ja, es ist befreiend, sich nicht mehr selber etwas vorzumachen :-) Vielleicht ist das auch ein Grund, warum mir solche Aussagen in die Augen stechen - weil ich sie alle kenne ;-) Liebe Grüsse zurück!
1. von Steffi

Liebste Jac,

natürlich freuen wir uns über unsere Besucher und natürlich auch über freundliche Kommentare.

Die Bloggerei allerdings davon abhängig zu machen wäre mir doch zu extrem.

Ich schreibe einfach gerne und irgendwann werden ich mal mehr als ein paar Zeilen in ein Forum oder in ein Blog schreiben, wenn ich die Zeit finde.

Trotzdem ist es mir nicht wirklich wichtig in einer Statistik zu erscheinen oder ähnliches.

Ganz liebe Grüße
Steffi

vom 14.06.2004, 11.18
Antwort von Jac:

Liebe Steffi, ich mache mich doch auch nicht davon abhängig - aber ich gehe auch nicht so weit zu behaupten, dass es mir völlig egal ist, wie das manche tun und sich dabei wohl in die Tasche lügen, warum auch immer.... Ich muss auch nicht in einer Statistik erscheinen, aber es freut mich, wenn das, was ich hier an Wortgebilden produziere gelesen wird...