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Mein Leben in 6 Worten:

Klein beigeben ist was für andere.

 

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Sich auffressen lassen


Schleichend, unbemerkt, über lange Zeit ist es gekommen, dass ich immer mehr in meinen Tag gepackt habe, immer mehr Fäden gleichzeitig, immer mehr Projekte, immer mehr Arbeit...
...klar, ich habe ja auch den ganzen Tag Zeit, so als VollzeitmutterHausfrau.

Doch in dem Mass, wie ich hier den Laden im Griff hatte, in dem Mass stieg auch meine persönliche Unzufriedenheit, bekam ich immer häufiger den Rappel, musste mich immer öfter zwingen, wenigstens mal anzufangen.
Und immer öfter hatte ich das Gefühl, dass für mich nicht viel bleibt, dass mein Leben aus Arbeit und Pflicht besteht und ich fragte mich, warum das so ist, dass immer weniger bleibt, wenn doch die Kinder immer grösser und selbständiger werden.

Ich weiss es nun.
So sehr ich darauf geachtet habe, die Grenzen der Kinder zu respektieren, ihnen beizubringen, die Grenzen anderer Menschen zu achten, so wenig habe ich selber meine Grenzen wahrgenommen. Ich habe alles an mich delegiert, an meine beste Mitarbeiterin, die nie nein sagt und dabei übersehen, dass auch sie Anspruch auf Freizeit, auf Freiheit und ja, auch auf Vergnügen hat.

Es ist keine Freizeit, zwischen Waschmaschine und Mittagessenkochen, zwischen Staubsauger und Putzlappen mal eben eine halbe Stunde an den Rechner zu sitzen. Es ist keine Freiheit, beim nötigen Wocheneinkauf mal eben fünf Minuten was für mich zu gucken oder mit einer Verkäuferin zu plaudern.

Meine Grenzen habe ich überschritten, weil ich sie nicht verteidigt habe, weil ich auch von den Kindern nicht erwartet habe, dass sie meine Grenzen respektieren, und ihnen halt so vieles immer wieder gesagt, hinterhergetragen, für sie erledigt habe. Mal eben nochmal die Waschmaschine angeworfen, weil der Lieblingspulli seit Tagen den Weg in den Wäschekorb nicht gefunden hat. Mal eben ein Alternativ-Menu gekocht, weil das Menu nicht genehm genug war. Mal eben da was weggeräumt und dort was aufgelesen, was eigentlich alle möglichen Familienmitglieder, aber nicht ich hätte machen sollen.

Und nun fühle ich mich, als würde mein Leben grad nur aus Putzen, Waschen, Erziehen, Warten, Aufräumen und Diskutieren bestehen.
Und wer ist schuld daran?

Klar, ich selber.
JETZT ist es mir klar, woher meine Unzufriedenheit kommt - ich habe mich auffressen lassen, weil es hier immer was zu erledigen gibt, weil ich dachte, das mache ich eben noch schnell, weil mein Denkfehler darin bestand, dass ICH es ausbaden muss, wenn gewisse Sachen nicht regelkonform erledigt werden. Doch - das stimmt nicht. Es muss nicht mein Problem sein, wenn der Lieblingspulli ungewaschen ist, wenn man ihn auch nach Aufforderung nicht in die Wäsche schmeisst. Es muss nicht mein Problem sein, wenn das Mittagessen nicht genehm ist, weil man eh grad nicht so hungrig ist oder weil man eben beschlossen hat, nicht mehr zu mögen, was man bisher immer mochte.
Theoretisch.

Praktisch ist es dann eben doch meist mein Problem, denn das Gemecker, das Genöle, das Geschrei muss ich mir anhören, und dann nehme ich den Weg des geringsten Widerstandes, und der führt über meine Grenzen...

Wie ich da rauskomme, weiss ich noch nicht, ich kann nicht von jetzt auf gleich überall konsequent und auf meine Grenzen bedacht agieren, ich habe nämlich noch nicht mal eine Idee, wie ich mich selber (wieder) dazu bringen, mir selber Freiraum zu verschaffen.
Ich weiss nur, ich muss es hinbekommen.
Irgendwie, aber nicht irgendwann.

Es gibt vieles, das ich wohl viel besser kann.


Jac 29.10.2009, 16.21| (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Sinniertes

Bestätigt


Absence-Epilepsie, juvenile Form.




Während des EEGs hatte Victoria zwei "wunderbare" Absencen, die eine kurz, die andere, durch die Hyperventilation provoziert, etwas länger - aber beide so, dass an der Verdachtsdiagnose kein Zweifel mehr besteht - es ist eine Absencepilepsie.

Absencen bedeutet in ihrem Fall, sie ist einen kurzen Moment nicht ansprechbar, hat wie einen Filmriss, weiss nachher nichts davon, es ist meist eine Frage von wenigen bis 15 oder 20 Sekunden, aber ohne weitere Erscheinungen, keine Anfälle oder Krämpfe, wie man sie sonst mit Epilepsie in Verbindung bringt.

Die Chancen stehen gut, dass es sich auswächst, bis dahin halten wir uns mit Medikamenten, teilweisem Sportverbot und Kontrollen über Wasser.





Da es sowieso ist, wie es ist, da es alles noch viel, viel, viel schlimmer sein könnte, da wir wie immer alle zusammenhalten wie Pech und Schwefel, ist das alles eigentlich halb so wild.
(Nach vielen Tagen drüber nachdenken und zum Thema recherchieren, mit unserer Familiengeschichte und meinem Naturell ist es ein leichtes, so zu denken...)



Epilepsie?
Na und?




Jac 09.10.2009, 17.59| (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Kindereien

Neu im medizinischen Angebot


Verdacht auf Absence-Epilepsie bei der Tochter.


Das ist alles nicht mehr lustig, echt, ich habe die Nase ziemlich gestrichen voll von ernsthaften medizinischen Befunden...

Nachtrag:
Verdacht heisst im konkreten Fall: die definitive Bestätigung und Klassifizierung steht noch aus, die Fakten sprechen aber leider eine mehr als klare Sprache, zumal die Absence-Erscheinungen relativ einfach von Tagträumereien zu unterscheiden sind.
Noch unklar ist eigentlich vor allem, ob es sich um die kindliche  oder die juvenile Form handelt - und darüber wird dann nächste Woche das EEG Auskunft geben, sodass wir mit einer Therapie anfangen können.

Wenn sich Eure Kinder also gelegentlich wegträumen, dann schaut genau hin, ob Ihr sie mit ansprechen oder berühren da rausholen könnt - und wenn nicht, dann geht zum Arzt!


Jac 02.10.2009, 22.51| (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Kindereien

Potage Garbure...


...so hiess in meiner Lehrzeit die pürierte Gemüsesuppe, die meist montags auf der Karte anzutreffen war und alle möglichen Reste an Gemüse und Beilagen beinhaltete (und ganz besonders gut schmeckte, eben weil so vielerlei drin war)

Blog-Garbure bedeutet dementsprechend also, ich schreib alle Reste hier hinein, die sich so angesammelt haben im Lauf der letzten Woche, die sehr schnell vorbei war.

Ein Umbau bedeutet ja, man fokussiert die ganze Aufmerksamkeit auf einen Bereich im Haus - und dementsprechend sah es dann im Rest des Hauses aus - manche Dinge fallen erst dann auf, wenn sie mal nicht gemacht sind. Jetzt sind sie es wieder ;-)

Weitere Garbures:
- vom Pubertäter zu hören zu bekommen, dass es ihm überhaupt nicht peinlich sei, von mir abgeholt zu werden wie seinen Kollegen, weil ich so Wärme und Fürsorge und Lockerheit ausstrahle, geht runter wie Öl - gut, den Nachsatz, dass er dafür lieber vom Papi gebracht wird, weil der das viel coolere Auto habe, den hätte er sich für ein anderesmal sparen können.

-Für manche Käufe braucht man einfach eine gute Ausrede - was die Nickelallergie für Goldschmuck, ist der beginnende Hallux für teure Schuhe - blöd nur, wenn es keine Ausrede ist :-|

- 3. Klasse, Projekt Frühenglisch - der Jüngste ist so mit Feuereifer dabei, dass er a) eine fast fehlerfreie Prüfung geschrieben hat und b) beim Italiener alles mit *sänk iu* quittierte.

- Ein Ster Holz findet Platz im VW-Bus. Ein VW-Bus lässt sich nicht in Parkhäuser fahren, die weniger als 1.94 hoch sind, auch dann nicht, wenn alle Plätze auf dem genügend hohen Parkdeck besetzt sind und so ein %ç%(*&"-Mensch mir den Platz wegschnappt, auf den ich 4 Parkhausrunden gewartet habe.

- Es ist an der Zeit - für die Auszeit. Das Gefühl, mich täglich immer über die gleichen Dinge aufzuregen ohne nur ansatzweise eine Verbesserung zu sehen, lässt mich Fluchtgedanken hegen. Doch wenn ich meinen Blick hebe, hängt an der Wand über dem Monitor eine Flugbuchung für Mittwoch, den 16. September - bis dahin schaffe ich es noch, und nachher kann ich hoffentlich wieder pädagogisch agieren statt mich über Tischmanieren und ähnliches aufzuregen, ohne wirklich einen Plan dagegen zu haben.

- Hier wohnt seit neustem eine Wii - es gab viel Gelächter bei den ersten HulaHoop-Versuchen und über meinen Slalomstil breiten wir den Mantel des Schweigens. Bei den Balanceübungen hatte ich erst auch so meine liebe Mühe, mein Schwerpunkt war überall, nur nicht da, wo er sein sollte - das Board nicht verkehrt hinzustellen kann da aber schnell Abhilfe schaffen *g*

Noch zwei Tage Alltag, die sind bestimmt wieder mal voll genug - aber die packe ich grad noch so - und wenn ich am Mittwochmorgen hier die Türe hinter mir zusperre, Mann und Kinder und Haus und Katze ihrem Schicksal überlasse, dann werde ich erstmal tief durchatmen.



Jac 13.09.2009, 19.14| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches