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Mein Leben in 6 Worten:

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Vor 20 Jahren...

(das wollte ich gestern bloggen, aber technische Probleme haben mich daran gehindert, jetzt geht dank BLW-Sonntags-Nothilfe alles wieder ;-)

Vor 20 Jahren....

...war es dunkel, es war kalt, ich war müde vom langen Abenddienst,  es war verschneit und gefroren, und ich stand da mitten auf dieser Strasse bergauf, in einem kleinen Kaff, im warmen Auto - das keinen Wank mehr tat...
Batterie, Benzin, alles war in Ordnung, nur der Motor, der tat nicht mehr.


Und dann kam von hinten ein Auto, hat den Blinker gesetzt, mich vorsichtig umfahren (ich stand ja wie er wähnt mitten auf der Strasse!) - und ist an mir vorbeigefahren...

*oooooh*
Wie ein Rohrspatz habe ich geschimpft "Du würdest auch besser anhalten und mir helfen, Du *ç(%/("*=?, das nennt sich unterlassene Hilfeleistung, Du "*%()%?ç/"..."....und dann sah ich die Bremslichter, das Auto hielt an, setzte zurück, eine grosse, dunkle Gestalt stieg aus und kam auf mich zu - um mich dann ganz freundlich zu fragen, ob ich Hilfe brauche...

Ja, ich konnte, dringend, verzweifelt... Ein Landei, mit kaputtem Auto, nachts allein auf der Landstrasse, Handys gab's damals noch nicht und praktisch blank wie fast immer war ich auch...
Der nette junge Mann traute sich zu, mein Auto rückwärts die Strasse runterrollen zu lassen bis zum nächsten Restaurant, mit grossem Parkplatz, ich hätte mich nicht getraut - vorwärts war ich grossartig mit diesem alten Riesenschiff, das ich mein eigen nannte, aber rückwärts?

Der junge Mann, der zufälligerweise im gleichen Ort (10 km entfernt) wohnte wie ich und ebenfalls auf dem Heimweg von der Arbeit war, bot mir an, mich mitzunehmen.
Auf dem Weg dahin erzählten wir uns so dies und das (bzw. ich erzählte und er kam kaum zu Wort), er setzte mich zuhause ab, ich stieg aus, bedankte mich und auf dem Weg in meine Wohnung dachte ich "nett ist er ja, aber viel zu langweilig für mich" (ich war da grad tendenziell suchend ;-)

Wie sich dann herausstellte, hatte ich es mit unglaublichem Anfängertalent geschafft, den Zylinderkopf meines Autos zu ruinieren - ein Riss im Kühler, kein Kühlwasser und eine Bergstrecke gepaart mit der Vorstellung, eine verhinderte Autorennfahrerin zu sein.
Es hat mich fast einen ganzen Monatslohn gekostet, eine damals für mich fast unvorstellbar grosse Summe auf einen Schlag.


Und doch : es war das am besten investierte Geld meines Lebens, zum Glück habe ich den Zylinderkopf kaputtgemacht, denn dieser nette, aber langweilige junge Mann war eben nicht nett und langweilig, sondern nett und zuverlässig und für mich "DER Mann"...

20 Jahre kennen wir uns, fast 17 sind wir verheiratet, und eines habe ich aus der Sache ein für allemal gelernt:


Wenn das Leben nach Mist aussieht, nach Mist riecht, sich nach Mist anfühlt - wart's einfach ab, man weiss nie, was da auf dem Mist gedeiht.




Jac 23.11.2008, 11.23| (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Nostalgisches

Erwartungen


Über Erwartungen wollte ich gestern oder heute was schreiben. Darüber, was man sich erwartet, erwarten darf, über zuviel erwarten und enttäuschte Hoffnungen. Das muss aber warten - da war zuviel anderes heute.

- Stichwort Tanken - als ich den Bus das letzte Mal vollgetankt habe, da kostete der Liter Diesel Sfr. 2.08, heute habe ich gerade mal noch 1.77 bezahlt. Und auch wenn sich mein Portemonnaie drüber gefreut hat, so wirklich freuen kann ich mich mit einem Seitenblick auf die Weltpolitik nicht.

- Stichwort Adrenalinschub - den hatte ich, als Töchterlein sich nach der Schule in die Küche begab, ich aus dem Augenwinkel sah, wie sie die Brotschublade aufmachte und verkündete, ich mach mir ein Brot, mich wieder in meine Arbeit *hust* vertiefte - und dann eine ganz leise Stimme meinte "Mami, ich habe mich geschnitten" - so leise, dass ich wusste, das ist was gröberes, bei kleineren Schnitten spielt hier nämlich gleich das ganz grosse Theater....
Zielsicher hat sich Töchterlein die Fingerkuppe verschnitten, und unter all dem Blut sah es erst ziemlich tief aus, sodass ich mich schon mit ihr beim Nähen sah. Mit etwas Draufdrücken, warten, nochmehrdraufdrücken und gut Zureden (der Tochter, nicht dem Schnitt) sah es dann aber danach aus, dass es ein ganz glatter, sauberer Schnitt ist, der die Fingerkuppe nur eingeschnitten, aber nicht bis ins Fleisch gegangen ist, sodass ich entschied, mit SteriStrip selber zu verarzten.
Was beim Töchterlein gut ankam, denn Arzt und Nähen hätte vermutlich bedeutet, dass "ihr" Herbstfest an der Schule gelaufen wäre.

- Stichwort Sternstunde: mich mit meiner Tochter heute im Bad zu verbarrikadieren, ihr eine tolle Frisur zu zaubern, sie auch ein bisschen zu schminken, so von Frau zu Frau, das hat wirklich Spass gemacht - und ich spüre, dass unsere Beziehung, so gespannt sie sonst manchmal ist, in der Tiefe das Potential hat, eine wirklich innige zu werden. Und ganz ehrlich - umwerfend hat sie ausgesehen. Nicht ein Girlie, nicht wie eine aufgetakelte 16-jährige, sondern einfach wie ein junges Mädchen, noch nicht Frau, aber nicht mehr Kind.
Und von dem beeindruckt, hat mich sogar der grosse an seine (sonst verbotenen) Haare gelassen, um sie ein bisschen zu stylen - ich glaube, der kommt langsam in eine Phase, wo es ihm nicht mehr egal ist, wie er auf andere wirkt. Zumindest nicht auf den weiblichen Teil der Bevölkerung ;-)

- Stichwort Lichttherapie:
Einschalten hilft, entscheidend. Mir geht es so viel besser, und ich muss mir wohl irgendwann ein PC-Programm besorgen, dass meinen Gemütszustand in Relation zu den Nebeltagen setzt und dann bei Bedarf meinen PC, mein Handy, die Kaffeemaschine und den Staubsauger mit Warnsignalen versieht : Achtung, Achtung, akuter Lichtmangel! Gehen Sie bitte zur Aufladestation, und lassen sich dopen!
Alternativ könnte ich es mir auch einfach hinter die Ohren schreiben. *g*



Jac 21.11.2008, 21.27| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches

Tätowierung


Steht eigentlich auf meiner Stirn:
"Hey, ich bin flexibel, schmeisst meine Pläne über den Haufen!"
??

So kommt es mir grad mal wieder vor.
Seit Tagen möchte ich endlich die ausstehenden Mails abarbeiten, aber mir scheint, dagegen hat sich gerade mal wieder das Familienleben verschworen.

Krieg der Synapsen, besonders, wenn's um Hygiene und Game-Zeiten geht, in zweifacher Ausführung.
Ferkel-Syndrom (gib mir eine Schlammpfütze, damit ich mich drin suhlen kann)
In zweieinhalb Tagen 5 wirklich richtig dreckige Hosen, 2 dreckige Jacken und 3 Paar Schlammschuhe lassen grüssen - und das obwohl bereits nach zwei Hosen der betreffende Pausenplatz-Teil zur Tabuzone erklärt wird, all das garniert mit munteren Schwindeleien.
Mein Kopf, der gerade mal wieder meint, den Preis fürs beste Kopfweh gewinnen zu müssen.
Ein WBE, dem der Stress mal wieder auf den Körper schlägt und der sich durch sämtliche dramatischen Symptome googelt.

Morgens habe ich keine Zeit zum Schreiben,
nachmittags ist hier keine Ruhe,
und abends bin ich nur noch müde.

Und so will ich Kontakte pflegen *höhöhö*
Ich bin ja noch nicht mal in der Lage, Mails so zu beantworten, dass sie nicht sind wie ein Kaffee, der schon seit 3 Stunden herumsteht - kalt und abgestanden.

Da hilft auch die tägliche Dosis Licht nicht, und dass ich mir selber so leid tue, hebt meine Laune auch nicht unbedingt.

*bäh*


Jac 19.11.2008, 14.46| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches

Zwischenbilanz


Knapp 48 Stunden sind vergangen seit meinem letzten Eintrag, den ich gefühlt tausend Mal am liebsten wieder gelöscht hätte, was aber Feed-Reader- begründet eh nur Flickwerk gewesen wäre, und was auch gar nichts an der Lage an sich geändert hätte.
Ich habe es stehen gelassen, und das war auch gut so.

In diesen 48 Stunden habe ich viele Rückmeldungen auf verschiedenen Wegen bekommen, die mich alle berührt und weitergebracht haben, die mir Mut gemacht und Trost geboten haben. (auf die ich bestimmt noch reagieren werde, aber nicht mehr heute abend)
In diesen 48 Stunden habe ich mit meinem Alter ego, meinem Mann zu nachtschlafener Stunde statt ins Bett zu gehen über unser Leben geredet, wie es ist, wie wir es gern hätten und wie es uns damit geht. Ohne Vorwürfe, ohne Schuldzuweisungen, ohne verletzte Gefühle, einfach so, wie wir eigentlich miteinander reden können, wenn der emotionelle Topf nicht grad am Überkochen ist.
In diesen 48 Stunden ist mir klar geworden, dass ich aus falsch verstandenem Stolz oder vielleicht aus Hemmungen damit aufgehört habe, die Dinge zu bloggen, die mir unfertig, chaotisch, verwirrend, unsortiert im Kopf herum gehen. Ich habe sie stapelweise zur Seite gelegt und mich immer wieder gewundert, wenn sie dann plötzlich, aus scheinbar nichtigem Anlass ins Rutschen kamen und mit welcher Wucht sie mich dann überrollt haben.

Nun ist Schluss damit.
Aus.
Es ist an der Zeit, dass ich wieder ehrlicher mit mir selber werde, mir nicht mehr alles schönrede, alles mit mir selber ausmache - und da führt bei mir der Weg über diese Öffentlichkeit, die mir dieser Blog gibt - man kann so schlecht etwas negieren, dass man öffentlich eingestanden hat.

Darum jetzt eine Zwischenbilanz:
Ich bin seit über 13 Jahren Mutter und Hausfrau, und meistens mag ich diesen Job. Mein Mann ist selbständig, und mit mehr Arbeit eingedeckt, als er haben möchte und als er eigentlich schaffen kann, was bedeutet, dass unsere klare Arbeitsteilung - er Firma, ich daheim, immer öfter bedeutet, dass ich "den Laden alleine schmeissen muss" und auch wenig rauskomme, da ich hier 3 Kinder habe, die mich brauchen. Wir haben uns bei unserer Heirat, als sich das erste Kind angekündigt hat, fürs klassische Rollenmodell entschieden, nicht, weil man das so macht, sondern weil es einfach unterm Strich die beste Lösung war. Ich konnte mir aber damals so vieles nicht vorstellen, vor allem nicht, dass ich an einen Punkt kommen könnte, wo ich mich vor der Wahl sehe, entweder mich mies zu fühlen, weil ich den Ist-Zustand nicht aushalte oder zu resignieren und damit meine Ehe früher oder später in den Sand zu setzen, weil nichts mehr gemeinsames bleibt. Dass es gemeinsam mit meinem Mann vielleicht eben doch einen Ausweg geben MUSS, das konnte ich in meinem Loch nicht mehr sehen.

Ich weiss, es gibt viele andere Familien, in denen das auch so ist, dass der Mann soviel arbeitet und wo noch finanzielle Sorgen dazukommen, die wir nicht haben, was mich bisher immer davon abgehalten hat, es zu benennen, denn mir ist klar, es ist "Jammern auf hohem Niveau".

Das alles bringt es mit sich, dass ich zwar viel Zeit für mich selber habe, diese aber fast immer orts- und termingebunden stattfindet. Diese Zeit kann ich zwar nutzen, aber nur bedingt, denn so wirklich frei bin ich dabei nicht, es ist nicht Qualitätszeit (um mal ein sehr modernes Wort zu benutzen)
Dazu kommt, dass ich kein einfacher Mensch bin. Ich war es noch nie, und ich bin es noch heute nicht. Ich kann zwar behaupten, dass der Bruch in meiner Lebensgeschichte vor 10 Jahren das ausgelöst hat, aber das trifft es nur teilweise - vorher habe ich es einfach noch geleugnet, dass ich mehr will, mehr brauche.
Ich möchte Kontakte haben und pflegen, aber mir geht dazu manchmal die Zeit ab. Ich möchte Menschen nah bei mir haben - und erstarre manchmal, wenn sie mir dann zu nah kommen.
Ich weiss auch nicht, ob ich nicht einfach nur einer Illusion nachrenne, oder ob ich noch immer eine alte Baustelle meiner Kindheit ("Du bist nicht liebenswert") mal wieder in einer neuen Form beackere, oder ob ich einfach nur viel zu viel Zeit zum Grübeln habe.

Ich weiss es nicht, aber ich werde es herausfinden. Hier.
So offen, wie ich es mit mir vereinbaren kann, so offen, wie es das gläserne Medium Internet es zulässt, so offen, wie es geht, ohne Beiträge zu verpassworten oder nur offline zu schreiben.

Ja, das werde ich tun.
In mich hineingeschwiegen habe ich jetzt lang genug, um festzustellen, dass das nicht mein Weg ist.




Jac 16.11.2008, 21.13| (6/4) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Stapeleien

Hauchdünn...

...ist er, der Grat zwischen Alleinsein und Einsamkeit.
Und meine Fehltritte häufen sich.

Ich kann mir das schon schönreden, dass ich ganz gut alleinsein kann, dass es mir nichts ausmacht, aber mit zunehmender Häufigkeit, wenn der Tag nur aus Kindern und der Abend aus Alleinsein besteht, wird es immer schwieriger.


Ich habe lange überlegt, ob ich das hier so schreiben soll, aber ich glaube, es muss einfach raus:

Viel zu oft fühle ich mich einsam.
Klar, mein Alltag hält mich auf Trab, es gibt immer irgendwas, mit dem ich mich beschäftigen kann, wenn mich nicht die Kinder beschäftigen, es gibt immer etwas zu tun.
Doch nur zu oft kommt der Abend, und nachdem die Kinder mal alle im Zimmer oder im Bett sind, ist Leere.

Kontakte?
Wie denn, wann denn?
Ich weiss es wirklich nicht.
Es gelingt mir einfach nicht, in meinem Leben übers oberflächliche Blabla in meinen reellen Kontakten hinauszukommen, der Satz "wir könnten mal Kaffeetrinken zusammen" ist wohl meist nur eine elegantere Abwimmel-Methode und virtuelle Kontakte schlafen ein oder ich habe sie einschlafen lassen.
Wenn ich mich bemühe, mir Zeit nehme, dann wird's dem anderen entweder zuviel oder ich stelle fest, dass das wohl auch mal wieder eine Einbahnstrasse war.
Und wenn ich mich nicht bemühe, dann passiert gar nichts mehr.
Ich weiss nicht, wie andere Menschen es schaffen, Freunde, Bekannte, Kollegen zu haben und zu halten, Ich weiss, dass ich vieles dabei falsch mache, aber ich habe wohl einfach nie gelernt, wie man es richtig macht. Vielleicht bin ich auch einfach zu uninteressant auf den ersten Blick oder zu anspruchsvoll oder zu arrogant oder oder oder.

Bald 43 und viel allein.
Bald 43 und viel zu einsam.
Bald 43, in vielen Dingen so erfahren, belesen, informiert - und doch bei etwas, das mir doch so am Herzen liegt, ein so völliger Anfänger, ein Versager.

Wie macht man das?
Wie machen das andere?
Wie kann ich je auffangen, dass ich vor 10 Jahren so viele verloren und keine neuen gefunden habe, weil ich dabei auch soviel Unbekümmertheit verloren habe und nur mehr schlecht damit zurecht komme, mir falsche Hoffnungen gemacht zu haben?
Wie komme ich da raus, dass ich manchmal lieber abblocke, als zuzulassen, wieder im Stich gelassen zu werden, weil ich so naiv und gutgläubig war? Dass ich kratzbürstig und bissig werde, wenn man mich verletzt statt einfach zu sagen, hey, das war aber nicht die feine Art.


Ich weiss es nicht, ich weiss nur, dass es mir deswegen immer öfter nicht sonderlich gut geht.

Ich könnte jetzt diesen Beitrag passwortschützen, und keinem das Passwort geben, dann hätte ich's auf die feigeste Art los. Ich könnte auch alles wieder löschen. Ich könnte auch einfach die Kommentare sperren.
Aber all das tue ich nicht, denn vielleicht ist da draussen jemand, der mir eine Antwort hat - und ausserdem habe ich das Gefühl, ich müsse ersticken, wenn ich es auch nur noch eine Minute länger mit mir herumtrage.





Jac 14.11.2008, 21.11| (5/5) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Sinniertes

Prophetisch


Den Satz mit dem Elternabend im vorigen Beitrag hätte ich mal lieber weggelassen statt mich darüber lustig zu machen....
Ich weiss momentan nicht, ob ich weinen oder toben, mich aufregen oder mich aufregen soll.

Es ist definitiv nicht lustig, wenn ein Thema, das wir mit dem Wechsel von der Primarschule in die Bezirksschule mit entsprechend hohem Leistungsniveau abgehakt glaubten, plötzlich wieder brandaktuell ist, natürlich aussergewöhnlich und selten vorkommend, und meine Tochter sitzt wieder mal unschuldig mitten im Lärm und ihre Leistungen sind nicht das, was sie sein könnten. Ist ja nur die Probezeit, und wenn es länger dauert, bis die Unruhe- und Lärmprobleme gelöst sind, dann ist sie eben draussen und muss die Klasse verlassen *ironieoff*.

*argh*

Ich schlaf mal eine Nacht drüber, dann wird bestimmt mein Kampfgeist erwachen, denn dieses Kind hat es drauf - wenn es die Chance bekommt, und die werden wir ihr irgendwie verschaffen. Das haben wir dann hoffentlich drauf.

Jetzt reg ich mich erst noch eine Runde auf und morgen lenke ich meine Energie in effizientere Bahnen....

*meckermotzschimpf*





Jac 12.11.2008, 23.20| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches

Was ich immer schon mal bloggen wollte


"Meine Kinder essen alles, was auf den Tisch kommt."

"Ich habe 15 Kilo abgenommen."

"Meine Kinder machen ihre Hausaufgaben und Lernübungen selbständig und zuverlässig."

"Es macht mir nichts aus, ganz früh aufzustehen."

"ADS gibt's gar nicht, das liegt nur an der Erziehung."

"Ich hab so viel Freizeit, ich weiss gar nicht, was damit anfangen."

"Wenn man Kinder zur Gewaltfreiheit erzieht, gehen sie nicht tätlich auf Geschwister los."

"Je grösser sie werden, desto einfacher wird es."

"Das war ein richtig schöner Elternabend."



Und jetzt gehe ich mich wieder der Realität widmen ;-)


Jac 12.11.2008, 14.40| (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in:

Gold wert...


...sind sie, diese beiden unscheinbaren DVDs, denn darauf befinden sich die Kopien der beiden Videokamerabänder, die entstanden sind zwischen Ende Oktober '99 und Ende April '00.


Gefilmt wurden sie mit der damals eigens angeschafften Videokamera, natürlich noch nicht digital, das kam erst grad auf - und damit waren sie, obwohl Gold wert, vergänglich. Ein Bekannter mit dem nötigen technischen Equipment hat sie uns dann gesichert auf DVDs. Als wir sie bekamen, habe ich mal ganz kurz dreingeschaut, doch schnell aufgegeben, weil ich es einfach nicht ausgehalten habe, es war wie mit einem Messer in einer offenen Wunde herumgestochert.


Doch schon seit langem hat Benjamin immer wieder gewünscht, sich das mal ansehen zu dürfen, da er wusste, dass es diese Videobilder von David gibt. Immer wieder habe ich es aufgeschoben, denn ich hatte Angst vor dem Loch. Doch durch Andreas Eintrag heute und ein gelangweiltes Kind allein zuhause habe ich Mut gefasst, und unserem Jüngsten die Bilder von seinem Bruder gezeigt, den er nie kennengelernt hat, weil sich ihre physische Präsenz auf dieser Erde nicht überschnitten hat.

Und es war gut.
Die ersten Bilder kamen mich hart an, denn ich sah nur zu genau, welche Spuren die Chemo auf seinem Körper hinterlassen hatte, er war so dünn, so mager, und er kaute die ganze Zeit, ein damals typisches Zeichen für seinen schlechten Allgemeinzustand.
Doch je weiter wir kamen, desto mehr blühte er auf, desto weniger blieb von den Spuren sichtbar - und dann kamen die Bilder, wo er einfach wie ein ganz normales Baby wirkt - giggelnd, lachend, moppelig... Das Herz ging mir auf, so viele Töne und Gesten, die ich nicht mehr so genau wusste. Zwischendurch waren Oliver und Victoria zu sehen, damals schon ganz so, wie sie heute sind und doch noch so kleine Kinder. David und seine Teletubbies, seine geliebten, die er immer mit hatte, und für die er jedes Spielzeug fallen liess, um sie wieder richtig hinzusetzen, wenn einer der beiden umgekippt ist. Seine Angewohnheit, auf Stoff (am liebsten eine Mullwindel) herumzukauen, wenn er freudig aufgeregt war. Die aufgehende Sonne in seinem Gesicht, als er sich das erste Mal in seinem Leben aus eigener Kraft vom Fleck bewegen konnte (auf einem Rutschauto, aber anfangs nur rückwärts)...


So schön.
So warm.

Und so unbezahlbar wertvoll.
Es hat gedauert, aber heute haben mich diese Erinnerungen das erste Mal richtig glücklich gemacht.


Jac 07.11.2008, 21.45| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Sinniertes

Unbelehrbar...

...ist es :


- einen Morgenmuffel wie mich morgens anzumuffeln oder gar anzupampen, ist ausreichend, um mir den ganzen Tag zu verderben. Es reicht auch schon aus, dass andere frühmorgens herumpampen und motzen, der Effekt bleibt der gleiche - und mein Blog leer, weil soviel schlechte Laune nicht öffentlichkeitstauglich ist.


- mit dem Kopf immer durch die Wand zu wollen, kann bisweilen ein leichtes Hirnbrummen verursachen, das sich mit Gedankenchaos, Grübeleien und unerklärlichen Ausbrüchen äussert. Dabei wäre es doch meist so einfach, einfach die Türe zu nehmen. Ich arbeite dran - schon mein Leben lang *g*

- auch nach sovielen Jahren regelmässigem Tastaturchreiben das Wort "nicht" korrigieren zu müssen, weil da immer steht "nihct". Das muss irgendeine Synapsenfehlverbindung sein, über die bestimmt nicht nur ich verfüge, denn Google findet das Wort "nihct" immerhin 116'000 mal ;-)

- Hätte ich gewusst, wie schnell ein neuer Akku fürs Handy geliefert wird, hätte ich mich früher drum gekümmert, dann wäre ich nicht (schon wieder *sieheoben*) fluchend mit Ladekabel angebunden in einem dunklen Treppenhaus an einem Flughafen gestanden. Aber dann hätte ich jetzt auch kein neues Handy. ;-)


Jac 04.11.2008, 20.58| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches

Familie...

...ist schon etwas Wunderbares.

Und das meine ich genauso, wie ich es schreibe.

Wir waren heute bei meiner Schwester und ihrer Familie, mein Patenkind hatte Geburtstag.
Meine Schwester und ich sind 5 Jahre auseinander, und als Kinder haben wir gestritten wie die Kesselflicker. Kein Anlass war zu nichtig, um nicht aufeinander los zu gehen, keine Laune zu gut, um den anderen zu plagen, und wir lebten in vollkommen verschiedenen Welten. Als ich meine ersten Liebesbriefchen schrieb, mein Tagebuch mein bester Freund war, wollte sie Barbie spielen und konnte nicht verstehen, warum ich darauf keinen Bock hatte, denn sie wollte mit Ken Hochzeit spielen und ich in meinen pubertärenTraumwelten mit XYZ (Name war wöchentlich austauschbar *g*).

Doch dann wurden wir erwachsen, wir bekamen beide Mann und Kinder, wir beide befassten uns mit der Wahl der richtigen Windel, der Gestaltung von Wohnzimmern, mit Ehekrisen und Schulproblemen - und nun zeigt sich, dass eine gemeinsame Kindheit, so sehr sie von Zoffereien geprägt sein mag, verbindend ist, Vertrauen schafft und eine gemeinsame Basis.

Bei meiner Schwester, da bin ich, wie ich bin - und es ist gut.
Meine Schwester ist mir nah genug, um mit mir rücksichtsvoll umzugehen - und auch nah genug, um mir die Wahrheit ins Gesicht zu sagen (und die beiden Dinge schliessen sich nicht aus.)
Dass mein neues Outfit (gemäss meinem Blog-Eintrag weg von der Biederkeit) für meinen Mann ok war, das war abzusehen, denn der ist definitiv nicht objektiv und würde wahrscheinlich noch einen Kartoffelsack gut finden - aber die Feststellung meiner Schwester, dass sie's gut findet, dass ich mich frecher, weniger im "Mami-Stil" kleide, und dass meine Kilos dabei besser aussehen, das war mir objektiv genug, denn in Anbetracht unser gemeinsamen Vergangenheit weiss ich, dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt.


Und wieder einmal mehr habe ich für mich festgestellt : Familie ist wichtig und durch nichts zu ersetzen. Natürlich, man kann sie sich nicht aussuchen, und nicht alles war und ist immer einfach und schön, doch schlussendlich, wenn Dich alle verlassen, wenn Dir nichts mehr bleibt - die Familie, die gehört zu Dir, vom ersten bis zum letzten Atemzug. Manchmal muss man auch über den eigenen Schatten springen, muss Vergangenes abschliessen, muss Kompromisse eingehen - aber wenn man dafür jemanden hat, der immer zu einem hält, scheint mir das ein kleiner Preis.

Ich bin froh, habe ich diese Familie (neben meiner "Kernfamilie", wie das so hochgestochen heisst). Denn was immer auch geschieht, meine Schwester, Daniels Geschwister, meine Eltern - die sind immer noch da, wenn sich andere längst davon gemacht haben.

Danke, Leben.
Danke, meine Schwester, dass es Dich gibt.

Ich hoffe ganz fest, dass meine Kinder das später auch so sehen können, denn in Sachen streiten begehen sie zumindest die gleichen Pfade wie meine Schwester und ich - das lässt mich hoffen ;-)



Jac 02.11.2008, 21.16| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: