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Mein Leben in 6 Worten:

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Zwiebel-Reise-Zwiebel

Manche Auszeitreisen, die sind einfach klar und gerade und lustig und anstrengend, aber alles schön in einer Schicht.

Diese Reise, die war wie eine Zwiebel, unter jeder Schicht Erleben gab es noch eine weitere Schicht, und noch eine und noch eine... Das chronologisch zu beschreiben, das geht gar nicht, weil Zwiebelschichten sich nicht chronologisch anschauen lassen, es sei denn, man schneidet sie entzwei, dann ist sie aber kaputt. Und um nichts in der Welt möchte ich diese Reisezwiebel zerstören, denn sie hat mir soviel Erleben, soviel Erkenntnis gebracht, dass ich wohl noch eine ganze Zeit davon zehren und darüber sinnieren werde.

Reisezwiebelschichten:

*
Dunkel gekleidet am Flughafen aufs Boarding zu warten an einem Freitagmorgen, das ist wie eine graue Maus unter vielen grauen Mäusen zu sein. Bussiness hier, Bussiness da, ich glaube, eine rote Jacke oder grüne Schuhe hätten direkt zur Verhaftung geführt. Bisher ist mir das niemals so aufgefallen, wie diesesmal, wo ich selber ganz dunkel gekleidet war, etwas, was mir sonst fremd ist. Und - Menschen reagierten auf mich nicht als Mensch, sondern als Bussiness-Frau, die ich doch gar nicht bin. Kleider machen Leute? Zumindest Schubladen.
*
Flughafen Köln-Bonn, schmudliges Treppenhaus - eine dunkel gekleidete Frau kauert am Boden, wühlt in ihrem Koffer, murmelt seltsame Worte vor sich hin und tippt auf ihrem Handy herum, das mit einem Kabel an der Steckdose knapp über dem Boden hängt. Eine Irre?
Nein, nur eine Frau mit einem kaputten Akku und allen Kontaktdaten im Handy drin. Good timing, very good timing.
Ich weiss jetzt Bescheid, wie rar öffentliche Steckdosen sind.
*
Gross, wuchtig, mächtig - und jede Ecke hat mich in ein Buch versetzt : der Kölner Dom. Eigentlich müsste man sich einen ganzen Tag Zeit nehmen, um ihn zu erleben, doch wenigstens war ich drin, habe gestaunt - und habe Kerzen für meine Lieben angezündet, wie ich es immer tue, wenn ich in so einer Kirche bin. Mich über den Dom informieren kann ich dank Internet auch hier.
*
"Wir haben gern Schweizer Gäste, die sind so geduldig, unaufdringlich und angenehm" - das sprach die Bedienung, als wir ins Plaudern kamen, weil ich grad mal wieder eine Zeitzuvielschicht hatte. Ähm ja, selektive Wahrnehmung? Ich erlebe Schweizer durchaus nicht immer so. Besser gesagt, eher weniger. Aber vielleicht benehmen sie sich im Ausland besser.
*
Über die "Schief" zu schreiben, ist müssig, das steht so bewegend, so wunderbar im Blog, dass jedes weitere Wort dazu von mir anmassend wäre - und das wäre dann nicht rund, und dass es rund ist, das ist wichtiger als alles andere.
*
Weltfremd - ja, doch, das trifft es. Nichts mit gelassener Routine wie all die Bussiness-Leute, nichts mit cooler Gelassenheit wie andere, ich war und bin ein Landei, unsicher in unbekannten Gefilden, ängstlich in grösseren Menschenaufläufen, drauf bedacht, nur bloss nicht unangenehm aufzufallen - und so deutlich war mir das bisher nicht klar. Aber diese Schicht erschreckt mich keineswegs, sondern sie befreit mich, weil ich jetzt weiss, dass ich das eben nicht einfach so kann. Das war mir selber bisher nicht so bewusst - oder ich wollte es vermutlich einfach nicht wissen.
*
Rückflug, das Flugzeug wieder gefüllt mit dunklen Gestalten (ausser mir diesmal), alle fürchterlich beschäftigt und fürchterlich wichtig "ich arbeite vor allem mit der Oberfläche als Element, Formen sind nicht aussagekräftig" -"ich finde Form geht aber vor Material"....
...das Flugzeug steigt und steigt und steigt über die Nebelsuppe, die das schon dunkle Köln bedeckt - und dann ist es da - dieses unglaubliche Licht, dieses Orange, diese Leuchten, das so sehr zu dieser Reise passt, das so besonders, so anders ist und mich tief bewegt - und von all den Geschäftsleuten schaut keiner hin.
Und ich denke mir : die mögen zwar alle wichtig und erfolgreich und schön dunkel gekleidet sein, aber was Leben ist, was schön ist, das verpassen sie.
*
Die letzten hundert Meter zum Haus, im Herzen ein Brennen, eine Sehnsucht wie nie, als wäre ich Wochen weg gewesen, dabei waren es nicht mal 48 Stunden, und dann - alle meine Lieben. Mein Mann, die Kinder, kleine Post-it-Zettelchen mit Liebesbotschaften an "meinen" Orten (Kaffeemaschine, PC, auf den Zigaretten auf dem Tisch draussen) und es war noch nie so beim Heimkommen. Gefreut, gesehnt habe ich mich immer, aber diesmal war es ein wirkliches Heimkommen. Ja, hier gehöre ich hin, die hier brauche ich, die hier liebe ich.
*
Ja, ich würde es wieder machen, so unmöglich es mir noch vor einer Woche schien, so ein organisatorischer Wahnsinn, so ein finanzieller Unfug, so anstrengend und stressig - so viele Schichten, soviel Gefühl....
...
Wahnsinn.
Danke.
*




Jac 26.10.2008, 21.14| (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Sinniertes

Besondere Zeiten...


...sind hier, der letzte Blogeintrag schwappt seit Tagen in meinem Leben herum, veranstaltet darin den organisatorischen Wahnsinn und lässt mich an meinem Verstand zweifeln, doch besondere Zeiten erfordern besondere Handlungen, und das ist der Grund für die Stille in diesem Blog - nicht, weil ich nichts zu sagen hätte, sondern weil mir die Zeit dazu wirklich fehlt.
Aber für einmal ist es ganz richtig, dass ich mir diese Zeit grad nicht nehmen kann, ich schreibe dann wieder, wenn ich zurück bin von meiner Reise.


Jac 23.10.2008, 21.04| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches

Gute Reise, Michael





http://18000malhoffnung.wordpress.com/2008/10/18/uber-wege-und-ziele/

Jac 18.10.2008, 11.29| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sinniertes

Den Moment geniessen


Vor vielen Jahren haben wir auf die harte Tour verstehen müssen, wie wichtig es ist, den Moment zu geniessen, im Jetzt zu leben statt nur auf die Zukunft zu warten.
Und so leicht sich das ja anhört, so schwierig ist es doch.

Was sich anfangs noch wie ein roter Faden durch unser Leben zog, ist durch Alltag und Zwänge zu einem blassen, rosa Fädchen verkommen, ausgewaschen von Pflichten, Terminen, Pflichtbewusstsein und der immer wieder kehrende Ausrede (oder nennt sich das Einrede, wenn man sich etwas immer wieder einredet?), dass es bald wieder besser wird, dass auch wieder ruhigere Zeiten kommen....

Nein, sie wurden nicht ruhiger, sie wurden immer intensiver, immer noch mehr Arbeit, noch mehr Termine, noch mehr Druck - und keine Möglichkeit, dem auszuweichen.
Immer weniger Zeit bleibt für Familie, immer weniger Zeit für Gemeinsamkeit - und immer weniger Illusionen darüber, was das mit uns macht und was es langfristig bewirken wird.

Noch verjage ich die Resignation immer wieder energisch, aber wer weiss, wie lange mir das noch gelingt....



Jac 17.10.2008, 21.34| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Sinniertes

Alterungsprozess

Du merkst, Du wirst älter:


- wenn Du ab September Unterhemden trägst
- wenn Du im Auto einen öffentlich-rechtlichen Sender eingestellt hast
- wenn Du im Fernseher die privaten Sender überzappst
- wenn Du Dir Deine Schuhe zuerst nach "bequem" und dann nach "schön" aussuchst
- wenn in Deinem Badschrank mehr Pflege- als Stylingprodukte stehen

und besonders:
- wenn Du Dir beim Einkaufen mal besser einen Zettel geschrieben hättest...

Ich bekenne mich heute in allen Punkten schuldig.
Ich habe zwar Kokosmilch, Fischsauce, Früchte und Fleisch für Sonntag eingekauft, ich habe an Lauch und Speck für die Suppe gedacht, das morgige Abendessen ist nun auch zwischengelagert, aber so Elementares wie Milch, Käse, Brot, Joghurt, die habe ich vergessen....
Dafür gab's zum Abendessen Pilzrisotto mit Datteltomaten, garniert mit gebratenen Riesencrevetten - wer braucht da schon Milch ?




Jac 17.10.2008, 21.22| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches

Gestatten, Alltag hier

Es war zwar schon ein bisschen hart, noch im Dunklen aufstehen zu müssen, nicht zuletzt, weil ich gestern den Weg ins Bett zu spät gefunden habe, doch der Lohn dafür war, dass alle drei Kinder das Haus verlassen haben und ich von acht an bis Mittags ganz allein mit mir war (Die Katze zählt nicht, die schläft morgens immer)...

Ich konnte mich beim Denken hören.
Ich konnte etwas wegräumen und zwei Stunden später war es immer noch weggeräumt.
Ich durfte angefangene Dinge einfach in Ruhe fertigmachen.

Das hat eindeutig was.


Damit war dann auch schon die Basis gelegt, dass ich mich in den Kampf mit 18 Kilo Äpfeln, 6 Kilo Orangen, viel Zimt und Ingwer gestürzt, die Küche in ein klebriges, tropfendes Chaos verwandelt habe und damit aber nun über viele Liter Saft für den morgen zu kochenenden Gelee verfüge- und dann ist das Thema Firma-Weihnachtsgeschenke für dieses Jahr abgehakt. Dann kann ich mich endlich *zwinker* mit den Familien-Weihnachtsgeschenken beschäftigen - nach den Geburtstagsgeschenken.
In meinem nächsten Leben heirate ich keinen Mann, der kurz vor Weihnachten Geburtstag hat - und vor allem mache ich das nicht kurz vor Weihnachten....


Jac 14.10.2008, 21.13| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches

Gartenarbeit...

....macht müde - und glücklich.


6 Stunden nonstop, gefühlt wie tausend, vor allem etwa in der Mitte, als die Erkenntnis kam, dass das alles nicht so leicht rausgeht, wie gedacht, dass die Funkien und der Efeu nicht nur verwildert, sondern auch arg verwurzelt sind, haben aber doch mit sich gebracht, dass in unserem Garten nun einige viele Blumenzwiebeln auf den Frühling warten, ein Zwergkirschbaum vielleicht nächstes Jahr ein paar Früchte trägt, eine weitere Floribundarose einen Platz gefunden hat und ein bisschen Buchsbaum und Sempervivum die Erde vor dem Abrutschen auf die Treppe schützen.
Vor allem aber ist nun die seit langem bestehende Problematik gelöst, dass das Beet hinter dem Sitzplatz mit hartnäckiger Penetranz von der von oben wuchernden Wiese besetzt wurde - und die Funkien nie wirklich schön aussahen, weil sie offenbar eine Leibspeise der hier zahlreich vorhandenen Nacktschnecken waren.
Letzte Woche hatte ich die Idee, dass wir mit langen Blumenkisten eine Art Mauer in der Mitte schaffen könnten - oben wird Wildwuchs akzeptiert und regelmässig mit dem Trimmer gemäht - und unten wird etwas geebnet und neu gepflanzt- und durch die Blumenkästen vor dem Überwuchern geschützt.

Und wie immer bei uns, wenn wir so eine Idee haben, muss das jetztgleichundsofort umgesetzt werden, und wie immer unterschätzen wir den Aufwand dafür - und wie immer gibt es uns der Stolz nicht zu, aufzuhören, egal, wie laut der innere Schweinehund schon brüllt. Noch nicht mal ein Treppen-Ende-Stolperer zuerst vom WBE, danach auch noch von mir konnte uns bremsen.

Jetzt bin ich nur noch müde, morgen wird mir alles weh tun - aber wenn ich ums Haus laufe, dann ist es wieder ein kleiner Ärgerfleck weniger, und im nächsten Frühling werde ich allen Tulpen, Narzissen und Krokussen freudig hallo sagen.


Jac 11.10.2008, 22.34| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches

Erziehungsratgeber


Das grösste Problem bei allen Erziehungsratgebern ist, dass die Kinder sie nicht lesen und so gar nicht wissen, warum sie nicht tun sollen, was sie tun, warum sie tun sollen, was sie nicht tun und warum Mami "immer gleich so" ist....












Jac 10.10.2008, 20.31| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Kindereien

Fünf auf einen Streich...


...kommt selten genug vor, zumindest rein fototechnisch bei uns.
Auf unserem Ausflug auf die Insel Mainau hat sich eine sehr nette Frau unserer angenommen, sodass für einmal auch ich auf dem Bild bin:



Sogar die Sonne kam extra raus, um uns ins beste Licht zu setzen ;-)


Jac 07.10.2008, 20.15| (4/4) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in:

Nasenbohrer



Gewöhnlich wird der Finger zum Nasenbohren benutzt, für einmal wurde diese Aufgabe an einen Schmetterling delegiert ;-)


Jac 07.10.2008, 20.09| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Kindereien

Vor genau 10 Jahren...

...an einem Dienstagabend um halb elf, standen wir im schwach beleuchteten Gang des Kinderspitals, auf der einen Seite das Ultraschall-Zimmer, auf der anderen Seite das CT, und lauschten den unfassbaren Worten des Arztes, der uns mitteilte, dass unser 5 Monate altes Baby einen Hirntumor hat und innerhalb weniger Tage operiert werden muss...


Es war der Tag, der alles verändert hat.
Es war das Ende des alten Lebens und der Anfang eines anderen.
Es war nichts mehr wie vorher.

10 Jahre.
Fast ein Viertel meines Lebens.

Und ich kann es kaum fassen, dass das schon zehn Jahre her sein soll. Und ich möchte manchmal die Zeit anhalten, weil ich das Gefühl habe, all das entgleitet mir und entfernt sich von mir, doch es ist doch alles, was ich davon noch habe...




Jac 06.10.2008, 22.30| (5/5) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Sinniertes

Biederkeit in Person

In meiner Vorstellung bin ich mit Stil gekleidet, habe einen eigenen, unverwechselbaren Stil, trage nur, was mir steht und meine Vorzüge betont und meine Schwachstellen kaschiert und ich sehe so aus, wie ich mich fühle und ich fühle mich so, wie ich aussehe.
Das zumindest ist etwas, was ich vermutlich mit vielen Frauen teile, diese Vorstellung, wie man selber gerne auftreten würde.


In der Realität ist es hingegen anders. Meine Garderobe verdient meistens das Prädikat "praktisch, passend, bieder". Für spezielle Gelegenheiten gibt es Ausnahmen, da findet sich das eine oder andere Outfit, in dem ich mich wirklich gut fühle, elegant, pfiffig, doch spezielle Gelegenheiten sind nun mal die kleinsten Momente meines Lebens, meistens ist es nur normaler Alltag. Und wo es noch vor vielen Jahren Sinn machte, vorzugsweise robuste, gut waschbare Kleidung zu tragen, weil mir Kinder drauf gespuckt haben, weil ich auf den Knien herumrutschen musste, weil gewisse Stellen gut zugänglich bleiben mussten, so ist doch eigentlich diese Zeit schon lang vorbei. Aber wenn ich mit kritischem Blick über meinen Kleiderschrank gehe, wenn ich mich selber an einem x-beliebigen Tag mustere, dann hat sich eindeutig zu wenig geändert.
Früher, als ich noch "richtig" berufstätig sein musste, war das kein Thema, da fanden sich Kostüme, Blusen, Geschäftsoutfits, die richtig toll waren - und jeden Morgen, wenn ich das Haus verlassen habe, fand ich mich gut angezogen.

Doch dann kamen die Kinder, mit ihnen die veränderten Ansprüche an Kleidung - und schlussendlich ein paar viele Kilos, die sich strategisch höchst ungünstig verteilten.

Irgendwann habe ich den Faden verloren, mich schick zu kleiden, und nun stehe ich vor der (meiner) Anforderung : finde Deinen Stil....

Klar, ab und zu finde ich etwas, das mir richtig gut steht und das nicht bieder aussieht, aber viele Dinge scheitern ganz einfach daran, dass sie a) in meiner Grösse nicht zu haben sind und/oder b) in meiner Grösse einfach nur peinlich aussehen. (Wenn der Bauch aussieht wie im 5. Monat ohne schwanger zu sein, dann wirkt bauchfrei nicht wirklich erotisch...)

Wie machen das nur die Frauen, denen ich so begegne, wo man sich denkt *wow - die hat ja Klasse*, auch wenn sie vielleicht sogar auch zu den strategisch ungünstig geformten gehören?
Wie findet man seinen eigenen Stil und dann auch noch die Kleidung dazu?
Wie denkt man um, dass im Kleidergeschäft der Griff nicht automatisch zu "auf Nummer sicher" und damit wieder bieder geht?
Muss man sich das mit x Fehlkäufen verdienen oder geht es auch anders?

In Frauenzeitschriften gibt es manchmal ja so eine Rubrik, wo Frauen neu gestylt werden - sieht immer toll aus, aber ob das dann auch von Dauer ist?

Ich möchte wieder mehr nach dem aussehen, wie ich mich fühle, und Biederkeit gehört da nicht dazu... Nun habe ich die Haare kürzer, ich habe mir eine neue, pfiffige Brille ausgesucht - aber damit ist es nicht getan, denn auch morgen wird der Griff wieder zu Jeans und Pulli gehen...

Ganz schön schwierig, und bestimmt für manche ein Problem aus der Kategorie "wer keine Probleme hat, macht sich welche", doch für mich ist es eines, und der Rückschluss auf andere meiner Probleme könnte trügerisch sein.


Jac 06.10.2008, 21.16| (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Sinniertes

Achterbahn

73 Meter Höhe, bis zu 130 km/h, bis zu 4g - einmal Adrenalinkick pur.

Und mit 42 Jahren, 8 Monaten und zwei Tagen war ich offenbar endlich alt genug, um mir die erste Achterbahn meines Lebens zu gönnen. Und weil ich Halbheiten eh nicht mag, war's gleich die grösste Europas - wenn schon, denn schon.


Wir waren heute mit den Kindern im Europapark, und unser Besuchskind wollte unbedingt auf den SilverStar. Nachdem dann meine Tochter befand, dass sie nun doch lieber nicht möchte, wollte das Besuchskind zwar schon noch, aber nicht allein - da habe ich sie doch nicht stehen lassen können ;-)

Und so geschah es, dass ich inmitten eines Pulks Menschen anstand. Manche aufgeregt, manche total cool, manche auf cool machend, immer schubsend und drängelnd, man hätte nicht umfallen können.
Mehr als ein Mal habe ich mich gefragt, was zum Geier ich hier eigentlich tue, aber umkehren - nein, dazu war ich dann doch a) zu stolz und b) zu neugierig.

Eingestiegen in den Zug, eingequetscht in Sitz und Sicherheitsbügel, mit schrägem Seitenblick zum Mädchen neben mir, die völlig gelassen befand, dass es zuvorderst noch besser sei, ging es los, aus dem Bahnhof hinaus, einmal hinaufruckelnd, alles ganz locker - und dann über die Kuppe *uuuuuaaaaaaah* - es sah aus wie einmal senkrecht runter, es fühlte sich an wie einmal senkrecht runter, es hörte sich an wie einmal senkrecht runter - dabei waren es nur 120 Grad, nicht 180....

Aber ich habe weitergeatmet und bin weiter mitgefahren - und es hat Spass gemacht....


Ich hätte es mir heute morgen, als wir da untendurch gelaufen sind, nicht träumen lassen, dass ich da mitfahre, das waren für mich alles ausgekochte Irre, die sich das geben - noch immer, aber jetzt bin ich einer von ihnen ;-)
Coole Sache, das *ggg*



Jac 01.10.2008, 21.19| (4/3) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches