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Mein Leben in 6 Worten:

Klein beigeben ist was für andere.

 

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Den Moment geniessen


Vor vielen Jahren haben wir auf die harte Tour verstehen müssen, wie wichtig es ist, den Moment zu geniessen, im Jetzt zu leben statt nur auf die Zukunft zu warten.
Und so leicht sich das ja anhört, so schwierig ist es doch.

Was sich anfangs noch wie ein roter Faden durch unser Leben zog, ist durch Alltag und Zwänge zu einem blassen, rosa Fädchen verkommen, ausgewaschen von Pflichten, Terminen, Pflichtbewusstsein und der immer wieder kehrende Ausrede (oder nennt sich das Einrede, wenn man sich etwas immer wieder einredet?), dass es bald wieder besser wird, dass auch wieder ruhigere Zeiten kommen....

Nein, sie wurden nicht ruhiger, sie wurden immer intensiver, immer noch mehr Arbeit, noch mehr Termine, noch mehr Druck - und keine Möglichkeit, dem auszuweichen.
Immer weniger Zeit bleibt für Familie, immer weniger Zeit für Gemeinsamkeit - und immer weniger Illusionen darüber, was das mit uns macht und was es langfristig bewirken wird.

Noch verjage ich die Resignation immer wieder energisch, aber wer weiss, wie lange mir das noch gelingt....



Jac 17.10.2008, 21.34| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Sinniertes

Alterungsprozess

Du merkst, Du wirst älter:


- wenn Du ab September Unterhemden trägst
- wenn Du im Auto einen öffentlich-rechtlichen Sender eingestellt hast
- wenn Du im Fernseher die privaten Sender überzappst
- wenn Du Dir Deine Schuhe zuerst nach "bequem" und dann nach "schön" aussuchst
- wenn in Deinem Badschrank mehr Pflege- als Stylingprodukte stehen

und besonders:
- wenn Du Dir beim Einkaufen mal besser einen Zettel geschrieben hättest...

Ich bekenne mich heute in allen Punkten schuldig.
Ich habe zwar Kokosmilch, Fischsauce, Früchte und Fleisch für Sonntag eingekauft, ich habe an Lauch und Speck für die Suppe gedacht, das morgige Abendessen ist nun auch zwischengelagert, aber so Elementares wie Milch, Käse, Brot, Joghurt, die habe ich vergessen....
Dafür gab's zum Abendessen Pilzrisotto mit Datteltomaten, garniert mit gebratenen Riesencrevetten - wer braucht da schon Milch ?




Jac 17.10.2008, 21.22| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches

Gestatten, Alltag hier

Es war zwar schon ein bisschen hart, noch im Dunklen aufstehen zu müssen, nicht zuletzt, weil ich gestern den Weg ins Bett zu spät gefunden habe, doch der Lohn dafür war, dass alle drei Kinder das Haus verlassen haben und ich von acht an bis Mittags ganz allein mit mir war (Die Katze zählt nicht, die schläft morgens immer)...

Ich konnte mich beim Denken hören.
Ich konnte etwas wegräumen und zwei Stunden später war es immer noch weggeräumt.
Ich durfte angefangene Dinge einfach in Ruhe fertigmachen.

Das hat eindeutig was.


Damit war dann auch schon die Basis gelegt, dass ich mich in den Kampf mit 18 Kilo Äpfeln, 6 Kilo Orangen, viel Zimt und Ingwer gestürzt, die Küche in ein klebriges, tropfendes Chaos verwandelt habe und damit aber nun über viele Liter Saft für den morgen zu kochenenden Gelee verfüge- und dann ist das Thema Firma-Weihnachtsgeschenke für dieses Jahr abgehakt. Dann kann ich mich endlich *zwinker* mit den Familien-Weihnachtsgeschenken beschäftigen - nach den Geburtstagsgeschenken.
In meinem nächsten Leben heirate ich keinen Mann, der kurz vor Weihnachten Geburtstag hat - und vor allem mache ich das nicht kurz vor Weihnachten....


Jac 14.10.2008, 21.13| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches

Gartenarbeit...

....macht müde - und glücklich.


6 Stunden nonstop, gefühlt wie tausend, vor allem etwa in der Mitte, als die Erkenntnis kam, dass das alles nicht so leicht rausgeht, wie gedacht, dass die Funkien und der Efeu nicht nur verwildert, sondern auch arg verwurzelt sind, haben aber doch mit sich gebracht, dass in unserem Garten nun einige viele Blumenzwiebeln auf den Frühling warten, ein Zwergkirschbaum vielleicht nächstes Jahr ein paar Früchte trägt, eine weitere Floribundarose einen Platz gefunden hat und ein bisschen Buchsbaum und Sempervivum die Erde vor dem Abrutschen auf die Treppe schützen.
Vor allem aber ist nun die seit langem bestehende Problematik gelöst, dass das Beet hinter dem Sitzplatz mit hartnäckiger Penetranz von der von oben wuchernden Wiese besetzt wurde - und die Funkien nie wirklich schön aussahen, weil sie offenbar eine Leibspeise der hier zahlreich vorhandenen Nacktschnecken waren.
Letzte Woche hatte ich die Idee, dass wir mit langen Blumenkisten eine Art Mauer in der Mitte schaffen könnten - oben wird Wildwuchs akzeptiert und regelmässig mit dem Trimmer gemäht - und unten wird etwas geebnet und neu gepflanzt- und durch die Blumenkästen vor dem Überwuchern geschützt.

Und wie immer bei uns, wenn wir so eine Idee haben, muss das jetztgleichundsofort umgesetzt werden, und wie immer unterschätzen wir den Aufwand dafür - und wie immer gibt es uns der Stolz nicht zu, aufzuhören, egal, wie laut der innere Schweinehund schon brüllt. Noch nicht mal ein Treppen-Ende-Stolperer zuerst vom WBE, danach auch noch von mir konnte uns bremsen.

Jetzt bin ich nur noch müde, morgen wird mir alles weh tun - aber wenn ich ums Haus laufe, dann ist es wieder ein kleiner Ärgerfleck weniger, und im nächsten Frühling werde ich allen Tulpen, Narzissen und Krokussen freudig hallo sagen.


Jac 11.10.2008, 22.34| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches

Erziehungsratgeber


Das grösste Problem bei allen Erziehungsratgebern ist, dass die Kinder sie nicht lesen und so gar nicht wissen, warum sie nicht tun sollen, was sie tun, warum sie tun sollen, was sie nicht tun und warum Mami "immer gleich so" ist....












Jac 10.10.2008, 20.31| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Kindereien

Fünf auf einen Streich...


...kommt selten genug vor, zumindest rein fototechnisch bei uns.
Auf unserem Ausflug auf die Insel Mainau hat sich eine sehr nette Frau unserer angenommen, sodass für einmal auch ich auf dem Bild bin:



Sogar die Sonne kam extra raus, um uns ins beste Licht zu setzen ;-)


Jac 07.10.2008, 20.15| (4/4) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in:

Nasenbohrer



Gewöhnlich wird der Finger zum Nasenbohren benutzt, für einmal wurde diese Aufgabe an einen Schmetterling delegiert ;-)


Jac 07.10.2008, 20.09| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Kindereien

Vor genau 10 Jahren...

...an einem Dienstagabend um halb elf, standen wir im schwach beleuchteten Gang des Kinderspitals, auf der einen Seite das Ultraschall-Zimmer, auf der anderen Seite das CT, und lauschten den unfassbaren Worten des Arztes, der uns mitteilte, dass unser 5 Monate altes Baby einen Hirntumor hat und innerhalb weniger Tage operiert werden muss...


Es war der Tag, der alles verändert hat.
Es war das Ende des alten Lebens und der Anfang eines anderen.
Es war nichts mehr wie vorher.

10 Jahre.
Fast ein Viertel meines Lebens.

Und ich kann es kaum fassen, dass das schon zehn Jahre her sein soll. Und ich möchte manchmal die Zeit anhalten, weil ich das Gefühl habe, all das entgleitet mir und entfernt sich von mir, doch es ist doch alles, was ich davon noch habe...




Jac 06.10.2008, 22.30| (5/5) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Sinniertes

Biederkeit in Person

In meiner Vorstellung bin ich mit Stil gekleidet, habe einen eigenen, unverwechselbaren Stil, trage nur, was mir steht und meine Vorzüge betont und meine Schwachstellen kaschiert und ich sehe so aus, wie ich mich fühle und ich fühle mich so, wie ich aussehe.
Das zumindest ist etwas, was ich vermutlich mit vielen Frauen teile, diese Vorstellung, wie man selber gerne auftreten würde.


In der Realität ist es hingegen anders. Meine Garderobe verdient meistens das Prädikat "praktisch, passend, bieder". Für spezielle Gelegenheiten gibt es Ausnahmen, da findet sich das eine oder andere Outfit, in dem ich mich wirklich gut fühle, elegant, pfiffig, doch spezielle Gelegenheiten sind nun mal die kleinsten Momente meines Lebens, meistens ist es nur normaler Alltag. Und wo es noch vor vielen Jahren Sinn machte, vorzugsweise robuste, gut waschbare Kleidung zu tragen, weil mir Kinder drauf gespuckt haben, weil ich auf den Knien herumrutschen musste, weil gewisse Stellen gut zugänglich bleiben mussten, so ist doch eigentlich diese Zeit schon lang vorbei. Aber wenn ich mit kritischem Blick über meinen Kleiderschrank gehe, wenn ich mich selber an einem x-beliebigen Tag mustere, dann hat sich eindeutig zu wenig geändert.
Früher, als ich noch "richtig" berufstätig sein musste, war das kein Thema, da fanden sich Kostüme, Blusen, Geschäftsoutfits, die richtig toll waren - und jeden Morgen, wenn ich das Haus verlassen habe, fand ich mich gut angezogen.

Doch dann kamen die Kinder, mit ihnen die veränderten Ansprüche an Kleidung - und schlussendlich ein paar viele Kilos, die sich strategisch höchst ungünstig verteilten.

Irgendwann habe ich den Faden verloren, mich schick zu kleiden, und nun stehe ich vor der (meiner) Anforderung : finde Deinen Stil....

Klar, ab und zu finde ich etwas, das mir richtig gut steht und das nicht bieder aussieht, aber viele Dinge scheitern ganz einfach daran, dass sie a) in meiner Grösse nicht zu haben sind und/oder b) in meiner Grösse einfach nur peinlich aussehen. (Wenn der Bauch aussieht wie im 5. Monat ohne schwanger zu sein, dann wirkt bauchfrei nicht wirklich erotisch...)

Wie machen das nur die Frauen, denen ich so begegne, wo man sich denkt *wow - die hat ja Klasse*, auch wenn sie vielleicht sogar auch zu den strategisch ungünstig geformten gehören?
Wie findet man seinen eigenen Stil und dann auch noch die Kleidung dazu?
Wie denkt man um, dass im Kleidergeschäft der Griff nicht automatisch zu "auf Nummer sicher" und damit wieder bieder geht?
Muss man sich das mit x Fehlkäufen verdienen oder geht es auch anders?

In Frauenzeitschriften gibt es manchmal ja so eine Rubrik, wo Frauen neu gestylt werden - sieht immer toll aus, aber ob das dann auch von Dauer ist?

Ich möchte wieder mehr nach dem aussehen, wie ich mich fühle, und Biederkeit gehört da nicht dazu... Nun habe ich die Haare kürzer, ich habe mir eine neue, pfiffige Brille ausgesucht - aber damit ist es nicht getan, denn auch morgen wird der Griff wieder zu Jeans und Pulli gehen...

Ganz schön schwierig, und bestimmt für manche ein Problem aus der Kategorie "wer keine Probleme hat, macht sich welche", doch für mich ist es eines, und der Rückschluss auf andere meiner Probleme könnte trügerisch sein.


Jac 06.10.2008, 21.16| (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Sinniertes

Achterbahn

73 Meter Höhe, bis zu 130 km/h, bis zu 4g - einmal Adrenalinkick pur.

Und mit 42 Jahren, 8 Monaten und zwei Tagen war ich offenbar endlich alt genug, um mir die erste Achterbahn meines Lebens zu gönnen. Und weil ich Halbheiten eh nicht mag, war's gleich die grösste Europas - wenn schon, denn schon.


Wir waren heute mit den Kindern im Europapark, und unser Besuchskind wollte unbedingt auf den SilverStar. Nachdem dann meine Tochter befand, dass sie nun doch lieber nicht möchte, wollte das Besuchskind zwar schon noch, aber nicht allein - da habe ich sie doch nicht stehen lassen können ;-)

Und so geschah es, dass ich inmitten eines Pulks Menschen anstand. Manche aufgeregt, manche total cool, manche auf cool machend, immer schubsend und drängelnd, man hätte nicht umfallen können.
Mehr als ein Mal habe ich mich gefragt, was zum Geier ich hier eigentlich tue, aber umkehren - nein, dazu war ich dann doch a) zu stolz und b) zu neugierig.

Eingestiegen in den Zug, eingequetscht in Sitz und Sicherheitsbügel, mit schrägem Seitenblick zum Mädchen neben mir, die völlig gelassen befand, dass es zuvorderst noch besser sei, ging es los, aus dem Bahnhof hinaus, einmal hinaufruckelnd, alles ganz locker - und dann über die Kuppe *uuuuuaaaaaaah* - es sah aus wie einmal senkrecht runter, es fühlte sich an wie einmal senkrecht runter, es hörte sich an wie einmal senkrecht runter - dabei waren es nur 120 Grad, nicht 180....

Aber ich habe weitergeatmet und bin weiter mitgefahren - und es hat Spass gemacht....


Ich hätte es mir heute morgen, als wir da untendurch gelaufen sind, nicht träumen lassen, dass ich da mitfahre, das waren für mich alles ausgekochte Irre, die sich das geben - noch immer, aber jetzt bin ich einer von ihnen ;-)
Coole Sache, das *ggg*



Jac 01.10.2008, 21.19| (4/3) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches