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Mein Leben in 6 Worten:

Klein beigeben ist was für andere.

 

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In einem anderen Leben

In einem anderen Leben,

...da habe ich Tage, Wochen, Monate mit meinem Sohn im Spital verbracht, immer voller Mut, dass vielleicht alles wieder gut wird, immer darauf ausgerichtet, das alles irgendwie zu überstehen und zu funktionieren, immer das Ziel "Chemo-Ende" vor Augen, mit dem Wunsch im Herzen nach Heilung.

... da habe ich irgendwann packen müssen, dass es nicht nur keine Heilung, sondern keine Hoffnung mehr gibt, denn die Befunde des Rezidivs waren mehr als eindeutig.

... da musst ich lernen, loszulassen, was ich doch festhalten wollte, was ich nicht hergeben wollte, musste es aushalten, dass es irgendwann kein Morgen mehr gibt für meinen Sohn.

In diesem anderen Leben habe ich an einem Dienstagabend zusammen mit meinem lieben Mann unseren Sohn hier zuhause in den Tod begleitet, seine letzten Atemzüge gehört, seine letzten Herzschläge gespürt - und die grosse Stille in mir, als es vorbei war, kurz nach Mitternacht.
Stille und Erleichterung.
Traurigkeit und Hoffnung.
Alles gleichzeitig.


Es war in einem anderen Leben, so kommt es mir nun vor. Sieben Jahre ist es her, ein mehrfaches länger, als David überhaupt bei uns war, und alles, was mir geblieben ist, das ist das Gefühl, als sei es in einem anderen Leben, in einem Film, bei jemand anderem gewesen.

Doch heute wird mir schmerzhaft klar : es kann sich tausendmal anfühlen wie in einem anderen Leben:
es ist kein anderes Leben, es ist mein Leben.

Und so fern und fremd es mir manchmal ist, tief in mir drin ist sie immer da, die leise Sehnsucht nach ihm, der stille Schmerz, dass David nicht bleiben durfte.
Und auch wenn ich weiss, dass es unmöglich ist - ich wollte, ich könnte ihn wiederhaben.

Lasst ihn unvergessen bleiben, denn das ist alles, was wir noch haben.




Ob es wohl auch irgendwann mal aufhört, weh zu tun an Tagen wie diesen?



Jac 02.05.2007, 21.17| (13/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Sinniertes

Schlechte Kombination

Migräne und Vollmond-Vortag und schulfrei:
Schlechte Kombination.
Laute Kombination.
Mag-ich-nicht-Kombination.


Wären wir bei Wünsch-Dir-Was, hätte ich für morgen gerne: keine Migräne, Sonnenschein und kinderfrei.
Sind wir aber nicht, sondern eher bei "lass Dich überraschen" - und ich glaube, ich möchte diese Woche keine Überraschungen mehr, sondern eher sowas wie popliger, langweiliger Alltagstrott....

Jac 01.05.2007, 22.25| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches