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Mein Leben in 6 Worten:

Klein beigeben ist was für andere.

 

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Verbissen



Ich werde wohl immer verbissen reagieren, wenn wohlmeinende Menschen behaupten, man könne ein wissbegieriges Kind am Lernen hindern oder man könne ein Kind zur Hochbegabten-Leistung drillen.

Ein Kind lernt genau so viel, wie es lernen möchte und kann. Natürlich ist eine liebevolle Motivation, gelegentlich auch mal ein bisschen Strenge, eine Unterstützung - aber nur soweit, wie es das Kind zulässt.
Ein wissbegieriges Kind zu bremsen, nur weil irgendjemand findet, dass erst Schulkinder lesen und schreiben lernen sollen, ist einfach nur vergebliche Liebesmühe. Einem bücherhungrigen Kind Bücher vorzuenthalten, weil man findet, es solle sich lieber sportlich oder musisch betätigen, bringt ausser einem unglücklichen, unterforderten Kind auch nicht viel.

Kinder lernen, täglich, vom Moment an, wo sie auf die Welt kommen. 3 Bauklötze aufeinanderzustapeln ist genauso lernen wie ein Oval malen, das die Erwachsenen als "O" bezeichnen - doch der Begriff "lernen", der stammt aus der Erwachsenenwelt. Kinder sehen beides als Spiel an, weil sie mit etwas Glück diese Trennung zwischen Spielen und Lernen noch nicht machen - und das ist auch gut so, denn eigentlich gibt es keine, die gibt es nur in den Köpfen der Erwachsenen.
Zahlen - die laden doch förmlich ein, um mit ihnen zu spielen, sie aufeinanderzustapeln, auseinanderzunehmen, nach verschiedenen Logiken zu sortieren - das nennt sich dann Mathematik...
Sprache - was kann man nicht alles für herrliche Dinge anstellen mit der Sprache - endlos ist die Liste der Wortspiele, mit denen Kinder Sprache "lernen" können.

Doch  die Menschen, die so fein säuberlich trennen zwischen "Lernen" und "Spiel" und die Schule als "Ernst des Lebens" bezeichnen, die haben dann auch nicht das geringste Verständnis dafür, dass es für manche Vierjährige nichts Schöneres gibt, als zu schreiben, zu lesen, zu rechnen - und die das halt dann eben schon können, wenn sie eingeschult werden. Und ich bin mir sicher, nur in einer verschwindend kleinen Minderheit sind die Eltern "schuld", dass das Kind halt gern mit Zahlen und Buchstaben gespielt hat...

Jac 15.09.2005, 22.07| (5/4) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Stapeleien

Wo?



Wo bitte kann man überlebensgrosse Plakate erwerben?

Ich bräuchte dringend eines für aussen am Haus:

"Das Kind soll nur aufräumen und wird nicht misshandelt, auch wenn es so klingt!"

Jac 15.09.2005, 17.54| (5/5) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches

Umschreibungen



Spontanes Absenken der Raumhöhe - die Decke fällt einem auf den Kopf

Verstopfung des Riechorganes - die Nase voll haben

Ungeplante Schwimmübungen - das Wasser steht einem bis zum Hals

Neurologische Empfindsamkeit - genervt sein

sich ausdehnender Inhalt  - kurz vor  dem Platzen sein



Etwaige Rückschlüsse auf meinen Tag sind der Phantasie des Lesers überlassen und bedürfen keiner Genehmigung der Autorin.

 

Jac 14.09.2005, 22.08| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Ironie hausgemacht

Sich wichtig nehmen



Manche nehmen sich sehr wichtig.
Manche fühlen sich davon auf die Füsse getreten und finden, dass manche sich nicht so wichtig nehmen sollten. Diesen manchen geht dann eindeutig etwas ab : sie nehmen sich zu wenig wichtig und glauben dadurch, die anderen würden sich zu wichtig nehmen.

Doch jeder Mensch sollte sich wichtig nehmen, denn er ist wichtig. Für sich selber kann er sich nicht wichtig genug nehmen - wer sollte es denn sonst tun?

Die richtige Balance zu finden zwischen sich wichtig nehmen und sich zu wichtig nehmen - das dauert dann in etwa ein Leben lang ;-)

Jac 13.09.2005, 21.45| (5/2) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Sinniertes

Montag



Ich beantrage, dass ab sofort die Woche mit dem Dienstag beginnt und der Montag ersatzlos gestrichen wird.

Montag bedeutet hier immer:
man nehme das Chaos vom Wochenende und beseitige es, garniert mit hausaufgabenunwilligem Kind, vorvollmondspürenden Hypersensibelchen und kleinem Brüllkopf. Damit das nicht ganz reibungslos abgeht, lasse man das Telefon regelmässig klingeln, irgendwelche Haushaltsgeräte technische Macken entwickeln, das Wetter sehr nass und schlecht sein und garniere das ganze mit einer vom Wochenende nicht erholten Hausfrau, weil die da all das gemacht hat, wo sie wochentags nicht dazu kommt.

Ergebnis:

ich geh schlafen *g*

Jac 12.09.2005, 22.06| (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltägliches

Ausgeglichenheit



Ausgeglichen zu sein ist ein würdiges, wünschenswertes Ziel auf dem Weg zu sich selber. Ausgeglichenheit kann nur von innen kommen, aus einer Zufriedenheit mit sich und dem Leben. Wer sich wohl fühlt, mit dem, was er hat und ist, kann das Leben gelassen auf sich zukommen lassen, lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen und gilt als ausgeglichen.

Früher war ich alles andere als das: ich wurde genausoschnell wütend wie ich wieder runterkam, es gab nur himmelhochjauchzend und zutodebetrübt, Kleinigkeiten verdarben mir (und allen um mich herum) den Tag, ich konnte mich fürchterlich über unwichtige Dinge aufregen und gegen alles aufbegehren, was nicht meinen persönlichen Zielen diente.
Heute bin ich deutlich gelassener geworden, kann mich auch mal zurücknehmen, finde vieles nicht mehr des Ärgers wert und wirke vermutlich sehr ausgeglichen. Manchmal so sehr, dass es mir vorkommt, als seien meine Kanten und Ecken verschwunden und ich sei nur noch ein braver Abklatsch meiner selbst. Dann stehe ich neben mir selbst und wünsche mir Rebellionsgeist, Widerspruch, Auflehnung, Abenteuer....

Und wenn ich dann noch einen Schritt weiter zurücktrete, dann sehe ich - es ist noch immer da, ich bin unter der Ausgeglichenheit noch immer der lebendige Mensch, voller Widersprüche und Sprunghaftigkeit, voller Drang, meinen eigenen Weg zu suchen - und dann spüre ich : es ist gut.

Jac 11.09.2005, 21.37| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Stapeleien